Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Schwerpunkt Lateinamerika
ABN Amro und DWS setzen auf Brasilien

Derzeit richtet Fondsmanager Luiz Ribeiro den ABN Amro Latin America Equity etwas aggressiver aus. "Es gibt Raum für Erholung in Brasilien und anderen Märkten", sagt der Experte. Er setze auf günstige Bewertungen und das Reformtempo in Brasilien und Mexiko.

HB/vwd FRANKFURT/M. Im Zwölfmonats-Rückblick per Ende Februar musste der von Ribeiro verantwortete Fonds einen Wertverlust von 37,28 % hinnhemen. Damit belegt das Produkt der niederländischen Fondsgesellschaft von ABN Amro den zweiten Platz unter 33 Aktienfonds mit Schwerpunkt Lateinamerika.

Brasilien ist laut Ribeiro mit einem Fondsanteil von 50 % klar übergewichtet. Sollten die anstehenden Steuer- und Sozialreformen verabschiedet werden, glaube er an einen Aufschwung im Land. Auf Mexiko entfielen 34 % der Gelder, damit sei das Land ebenso wie Chile mit 9 % und Argentinien mit 2 % untergewichtet. Nach seinen Angaben sind Banken, Stahlproduzenten sowie Lebensmittel- und Getränkehersteller im Portfolio überrepräsentiert. "Die Banken in Brasilien sind sehr profitabel und dafür vergleichsweise günstig", sagt er.

Größter Einzelwert ist laut dem ABN-Amro-Mann Companhia Vale Do Rio Doce mit 10 % Fondsquote. "Das ist einer der größten Eisenerz-Exporteure der Welt", erklärt Ribeiro, "die Bewertung ist im Vergleich zu den Konkurrenten aber niedrig". Die mexikanische Grupo Financiero Banorte sei eine "eine der günstigsten Banken in der Region" und mit 8 % berücksichtigt.

Ein Minus von 41,43 % bringt den DWS Lateinamerika auf Platz sieben. Fondsmanager Rainer Vermehren von der Fondsgesellschaft DWS setzt nach eigenen Angaben ebenfalls vor allem auf Brasilien. Er sei mit 42 % der Fondsgelder dort engagiert. Der im Herbst neu gewählte linksgerichtete Präsident Lula da Silva habe eine marktfreundliche Politik gezeigt, die man von ihm nicht erwartet habe. "Das stimmt den Markt positiver", sagt Vermehren, "auch der brasilianische Real hat sich deutlich erholt". Auf Mexiko entfielen nur 43 % des Portfolios, womit das Land leicht untergewichtet sei.

Größter Einzelwert sei der mexikanische Telefonkonzern Telmex mit rund 9 % Fondsquote. Auf den brasilianischen Ölkonzern Petrobras entfielen über 8 % der Mittel. "Petrobras stand aus Angst vor dem Einfluss einer Linksregierung eine Zeitlang stark unter Druck", erklärt Vermehren, "die Regierung hat sich aber bislang kaum eingemischt". Zudem sei kürzlich ein relativ großer Ölfund gemacht worden.

Quelle: Handelsblatt

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