Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Schwerpunkt Lateinamerika: Experten trauen Mexikos Aktien viel zu

Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Schwerpunkt Lateinamerika
Experten trauen Mexikos Aktien viel zu

Threadneedle und Société Générale profilieren sich als erfolgreiche Anbieter lateinamerikanischer Portfolios. Ihre Meinungen zur Telekomaktie Telmex gehen jedoch auseinander.

HB FRANKFURT/M. In diesem Jahr sind der mexikanische, brasilianische und chilenische Aktienmarkt die Börsenfavoriten in Lateinamerika. Das glaubt Dominic Rossi, Fondsmanager des Threadneedle Latin America Growth Fund. Mit einem Wertgewinn von zwölf Prozent führt Rossi die Jahresbilanz 2001 für die lateinamerikanischen Aktienfonds an.

In Mexiko hat Rossi satte 59 Prozent der Fondsmittel investiert, Brasilien sei mit 38 Prozent vertreten. Die Chile-Position mit zwei Prozent bilde dagegen nur eine Beimischung. Das Wechseln der Anlageschwerpunkte zwischen den zwei größten Märkten habe sich im abgelaufenen Jahr als goldrichtig erwiesen. "Im Gegensatz zur Mehrheitsmeinung waren wir Anfang letzten Jahres sehr optimistisch für Mexiko gestimmt und haben mexikanische Aktien entsprechend übergewichtet", sagt der Manager der britischen Fondsgesellschaft, die zum Schweizer Finanzdienstleister Zürich Financial Services gehört. Nach einem sehr positiven Kursentwicklung im ersten Halbjahr habe er Gewinne mitgenommen und in die brasilianischen Telekomtitel Brazil Telecom und TNE investiert.

Inzwischen sei der Fonds wieder stärker in Mexiko engagiert, sagt Rossi. Zu seinen Top-Favoriten zähle er den auf das Festnetzgeschäft spezialisierten Telefonanbieter Telefonos de Mexiko (Telmex), der einen Portfolioanteil von zehn Prozent hat. "Das Unternehmen ist sehr profitabel und hat einen Marktanteil von 90 Prozent", ist Rossi begeistert. Gute Kurschancen räumt er auch Konsumtiteln ein, wie etwa dem mexikanischen Getränkekonzern Coca-Cola Femsa und Wal-Mart de Mexico.

Auch Timothy Kenny von Société Générale war durch die Schwerpunktverlagerung von Mexiko nach Brasilien bei gleichzeitiger Untergewichtung der kleinen Märkte Lateinamerikas im vergangenen Jahr erfolgreich. Mit einem Plus von neun Prozent belegt der von ihm gemanagte Sogelux Fund Equities - Latin America Fund Platz zwei.

Mexiko sei wegen der zunehmenden Verflechtung mit den USA "sehr interessant". Die Freihandelszone Nafta werde den Firmen einen "enormen Schub" geben. Daher dominierten Mexiko-Aktien mit knapp 48 Prozent das Portfolio, gefolgt von Brasilien-Titeln mit 42 Prozent. Hier habe er zuletzt einen Favoritenwechsel vorgenommen und sich auf inlandsorientierte Unternehmen konzentriert. Aktien von Firmen aus dem Exportsektor, die im vergangenen Jahr vom schwachen brasilianischen Real profitiert hätten, habe er dagegen reduziert.

Die Favoriten stammten aus dem mexikanischen Bankensektor. Deutlich übergewichtet seien etwa die Aktien von Grupo Financiero Banorte, die über fünf Prozent des Fondsvermögens ausmachten. "Die Bank ist exzellent geführt und ein klarer Übernahmekandidat für internationale Institute", sagt Kenny. Das gelte auch für Grupo Financiero Inbursa, auf die ebenfalls über fünf Prozent der Fondsgelder entfielen.

Wenig Gefallen findet der Société-Générale-Manager dagegen am Telekomsektor, der untergewichtet sei. Seit der Privatisierung herrsche in der Branche ein enormer Kostendruck. Zudem seien Mobilfunk-Aktien weiter überbewertet. Dementsprechend hat Kenny nach seinen Angaben Telmex untergewichtet.

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