Wertentwicklungsanalyse der Altersvorsorge-Fonds
Fondsmanager setzen auf Konjunkturerholung in USA

Die Manager von Altersvorsorge-Fonds versuchen bei ihren Investments die Risiken für die in der Regel älteren Anleger so weit wie möglich zu minimieren. Unter anderem, indem sie den Aktienanteil begrenzen.

HB/vwd FRANKFURT/ M. Roland Schmitt, Manager des Altersvorsorge-Fonds (AS-Fonds) "DIT Altersvorsorge 55plus" sieht "positive Signale für eine Konjunkturwende in den USA". Allerdings seien Privatanleger weiterhin vorsichtig und verfügten über recht hohe Barmittel. "Deshalb ist es derzeit um so wichtiger, selektiv zu kaufen", lautet die Schlussfolgerung des DIT-Experten.

Sein AS-Fonds rangiert im Zwölfmonatsvergleich unter 44 Konkurrenten auf Platz 1 (Tabelle). Der Grund: Der Fonds besteht zu rund 60 % aus Festzinspapieren und Anteilen am DIT-eigenen Offenen Immobilienfonds "Grundwertefonds". Das muss nach der DIT - -Philosophie auch so sein. Die Allianz-Tochter hat ihre AS-Palette nach Lebensphasen gestaffelt. Der "55plus" zielt auf Investoren ab dem 55. Lebensjahr. Zwangsläufig dominieren stetige Ertragsbringer wie Anleihen gegenüber Aktien.

Nach eigenen Angaben hat Schmitt in jüngster Zeit Werte aus dem Energiebereich "etwas reduziert". Nach der guten Performance seit Jahresbeginn haben wir Gewinne mitgenommen, etwa durch den Verkauf von Royal Dutch. Bei den TT-Titeln (Technologie und Telekommunikation) hat sich der Fondsmanager in den vergangenen Wochen zurückgehalten. Er will weiter abwarten, weil die Werte "meist immer noch zu teuer sind". Stattdessen hat Schmitt bei Aktien von ertragsstarken Unternehmen, die günstig bewertet seien, zugegriffen. Als Beispiele nennt er Vivendi Environment, Schering und Heidelberger Druck.

Die Branchenvorlieben im Fonds spiegeln Schmitts Erwartung einer konjunkturellen Wende und weiterer Zinssenkungen. "Übergewichtet habe ich BASF und Bayer, Industrietitel wie Linde sowie Finanzaktien", erläutert der Fondsstratege. Die Zinssenkungskarte spielt Schmitt mit den Versicherern Allianz und Münchener Rück sowie dem französischen Bankhaus BNP Paribas. Momentan liege der Aktienanteil bei etwas mehr als 40 Prozent. Das sei die Obergrenze für den Fonds. Die 15-prozentige Immobilienquote stecke im DIT-Grundwertefonds. Der Rest seien Anleihen erstklassiger Emittenten.

Auf der Rentenseite hat Schmitt nach eigenen Angaben die so genannte Duration auf 5,5 Jahre verlängert. "Wir glauben an eine nochmalige Versteilerung der Zinskurve. Deshalb konzentrieren wir uns momentan auf Anleihen mit Restlaufzeiten zwischen 5 und 7 Jahren. Sofern es in Europa weitere Zinssenkungen gibt bietet dieser Laufzeitenbereich die besten Kurschancen."

Weil der "DIT Altersvorsorge 55plus" hauptsächlich für ältere Privatinvestoren konzipiert wurde, versucht der Fondsmanager auch in der Rentenabteilung größere Risiken zu vermeiden. Deshalb verzichtet er auf Fremdwährungsanleihen und Unternehmensschuldverschreibungen. Er kauft ausschließlich Euro-Papiere und versucht die Renditeaufschläge bei Pfandbriefen erstklassiger Bonität zu nutzen.

Auch der "FT Life-Invest Classic" der Fondsgesellschaft und BHF-Tochter Frankfurt Trust ist "ein AS-Fonds für konservativere Anleger", erläutert Managerin Carmen Zimmer. 40 % sind in Aktien investiert, jeweils 30 % in Anleihen und Immobilien. Mit dieser Aufteilung erreichte der Fonds im Jahresvergleich eine Werteinbuße von knapp 9 % und Platz 3 in der Rangliste. "In den nächsten Monaten werden wir den konjunkturellen Aufschwung in den USA deutlich zu spüren bekommen", glaubt Carmen Zimmer. Die Wende werde angeführt von den Technologiewerten.

Positiv sieht die Strategin die Versicherungsbranche. Speziell Rückversicherer wie Swiss Re und Münchner Rück würden von Prämienerhöhungen profitieren können. Der Energiesektor hingegen sei im Fonds untergewichtet, weil man nach einem guten Jahr vorläufig keine nennenswerten Steigerungen erwarte. Das Gleiche gelte für die Nahrungsmittelbranche. Stattdessen wurde der Anteil von Technologie-Titeln ausgebaut, mit einem Schwergewicht auf internationale Blue Chips wie IBM oder General Electric. "Bei unserer auf langfristigen Wertzuwachs ausgerichteten Anlagepolitik sind kurzfristige Umschichtungen nicht nötig", betont sie. Hin und wieder würde sie aber Gewinne mitnehmen und auf einem niedrigeren Niveau wieder einsteigen, sofern der jeweilige Wert überzeugende Fakten liefere.

Auf der Rentenseite bevorzugt Zimmer Staatsanleihen und Pfandbriefe von Emittenten mit höchster Kreditqualität. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Schuldverschreibungen beträgt zwischen 6 und 8 Jahren. Um die Risiken zu begrenzen, würden keine Fremdwährungs- und Unternehmensanleihen gekauft. Der 30-prozentige Immobilienanteil sei in unterschiedliche Offene Immobilienfonds investiert.

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