Wertentwicklungsanalyse der Altersvorsorge-Sondervermögen (AS-Fonds)
DWS hat Bankaktien im Blick

Manager führender AS-Fonds halten zurzeit vor allem Versicherungs- und Finanztitel für günstig bewertet.

HB/vwd FRANKFURT/M. Nach dem Einbruch europäischer Finanztitel will Michael Sieghart "wieder einen Blick auf Bankaktien riskieren". Stehen Bankwerte vorläufig noch auf der Beobachtungsliste des Managers des "DWS Vorsorge AS (Flex)", so hat er nach eigenen Angaben bei einzelnen Versicherungstiteln bereits zugegriffen. In den auf Rang 3 unter 40 ausgewerteten Altersvorsorge-Sondervermögen liegenden Fonds kaufte er Allianzaktien. "Wir halten den dramatischen Kursverfall für übertrieben", begründet er den Erwerb.

Sieghart deckt die Aktienquote des Fonds von 50 % vorwiegend mit Standardtiteln ab, wobei Öl- und Pharmaaktien stark vertreten sind. Die Ölförderer böten trotz der politischen Unruhe im Nahen Osten viel Sicherheit, sagt Sieghart und setzt auf Total Fina Elf, Royal Dutch und BP. Pharmawerten traut der DWS - Stratege nach den großen Kursverlusten an eine Rückkehr zu langfristig guten Gewinnaussichten zu. Er favorisiert die deutsch-französische Aventis und GlaxoSmithkline. Vergleichsweise viel verspricht er sich von ausgesuchten nicht-zyklischen Konsumwerten wie dem britischen Einzelhändler Tesco und dem Getränke-Hersteller Diageo.

Der Rentenanteil des Fonds von momentan um die 37 Prozent sei fast ausschließlich in europäische Euro-Staatsanleihen investiert. "In Zeiten, in denen Staatsanleihen von einer Hausse zur nächsten springen, sorgt der Rentenanteil für die Rendite", lautet Siegharts Credo.

Mit einer Werteinbuße von 8,42 % hievte Fondsmanagerin Christiane Schenkelberg den "CS SolAS" der Credit Suisse Asset Management Deutschland (CSAM) auf Rang zwei. Schenkelberg ergänzt den Aktienanteil von 40 % um 29 % durch den offene Immobilienfonds des Hauses, den "CS Euroreal". Sie nutzt damit die höchst mögliche Quote von 30 fast aus.

Den Anteil der Versicherungswerte habe sie ausgebaut, sagt Schenkelberg: "Deren Aktien sind zwar wegen der allgemeinen Börsenschwäche jüngst unter die Räder gekommen. Aber das operative Geschäft vor allem bei den großen Spielern läuft gut." "Insgesamt sind die Versicherer derzeit zu niedrig bewertet, weshalb man deren Aktie jetzt günstig kaufen kann."

Zu Beginn des Jahres glaubten viele Experten noch an eine nachhaltige Konjunkturerholung. Auch die CS-Strategin teilte die Meinung und investierte verstärkt in Zykliker, etwa aus der Chemiebranche. "Da sich die Hoffnungen mittlerweile zerschlagen haben, konzentrieren wir uns jetzt wieder auf eher defensive Sektoren, etwa den Pharma- und Nahrungsmittelbereich", sagt Christiane Schenkelberg. Unter regionalen Gesichtspunkten bevorzugt sie nach eigenen Angaben eher britische als deutsche Risikopapiere. Begründung: "Die Konjunktur und das Konsumentenvertrauen im wichtigsten EU-Land hinken denen in Großbritannien hinterher."

Vergleichbares gelte für den Bankensektor. Auch hier setze er auf die britischen Geldhäuser. "Die sind profitabler als die deutsche Konkurrenz. Außerdem befinden sie sich in einem deutlich günstigeren wirtschaftlichen Umfeld als die deutschen Institute", glaubt Schenkelberg. Hierzulande bestehe das Risiko, dass wegen notleidender Kredite weitere größere Rückstellungen nötig werden. Zu den stärksten Positionen im Fonds zählen die beiden Ölwerte ENI und BP, der Pharmatitel GlaxoSmithkline, aus dem Versicherungsbereich die Münchener Rück, AXA und Zürich Financial sowie die beiden Autobauer Peugeot und VW.

Auf der Rentenseite investiert die Fondsmanagerin ausschließlich in Staatsanleihen.

Am Rentenanteil von 26 Prozent will Schenkelberg vorläufig nicht rütteln. Denn: "Renten haben eine ordentliche Rendite gebracht und sorgen gemeinsam mit dem Immobilienfonds-Anteil für einen Ausgleich zu den Aktienengagements."

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