Wertentwicklungsanalyse der Altersvorsorge-Sondervermögen
AS-Fonds-Manager mögen die großen Europäer

Reinhard Pfingsten zeigt sich zufrieden: Auch im vergangenen Jahr war der AS Aktiv Dynamik der AS-Fonds mit der besten Wertentwicklung. Der Fondsberater der Adig erzielte von Anfang Januar bis Ende Dezember fast genau 26 % Wertzuwachs. Mit diesem Plus ließ er die Konkurrenz zum Teil deutlich hinter sich. Der Abstand zum Zweitplatzierten, dem HANSAas der Fondsgesellschaft HANSAINVEST, beträgt immerhin acht Prozentpunkte.

HB/vwd FRANKFURT/M. Der Spitzenreiter zählt zu den eher risikoreichen AS-Fonds, bei denen das Management die gesetzlich höchstmögliche Aktienquote je nach Börsenlage weitgehend ausreizt. "Der Aktienanteil betrug Anfang des vergangenen Jahres 75 %. Mehr durfte ich leider nicht", bedauert Pfingsten. Zum Jahresende habe er den Anteil von Risikopapieren auf 65 % verringert: "Darunter wollten wir nicht gehen, um soweit wie möglich investiert zu bleiben."

Bereits im März hatte er bei seinen Neuer-Markt-Engagements die Reißleine gezogen. "Dem Fonds hat sicherlich geholfen, dass wir damals den Anteil der Wachstumswerte von 20 auf nur noch 5 % drastisch heruntergefahren haben", blickt Pfingsten zurück. Allerdings hätten selbst die verbliebenen 5 % noch beträchtliche Performance gekostet.

Derzeit favorisiert Pfingsten europäische Blue Chips. Als Beispiele nennt er Novartis und Nestlé aus der Schweiz sowie den italienischen Versicherer Generali. Defensive Werte aus den Bereichen Pharma, Nahrungsmittel und Finanzen seien 2000 während der Technologie-Turbulenzen an den Börsen vergleichsweise "gut gegangen". Bei seinen Investitionen orientiert sich der Fondsmanager am Euro-Stoxx-50. "Deshalb kaufen wir unsere Werte meist in Europa ein", betont er. Mittlerweile kauft er nach eigenen Angaben jedoch wieder ausgewählte US-Technologiewerte. Denn er meint, dass eine Erholung der Techs vor allem von der Nasdaq ausgehen wird. "Die Ciscos dieser Welt kommen wieder", sagt Pfingsten. Auch wieder europäische Technologie-Blue-Chips wie Alcatel oder Siemens seien wieder attraktiv.

Am Neuen Markt ist Pfingsten nach eigenen Angaben nur vereinzelt investiert. "Da ist irrsinnig viel Liquidität ?rausgeflossen", begründet Pfingsten. Er bevorzuge die Nasdaq. Neben den Aktienanlagen hat Pfingsten 7,5 % des Fondsvermögens in einem offenen Immobilienfonds und 12,5 % in Anleihen, vorwiegend Euro-Papiere.

Früher Ausstieg aus dem Neuen Mark

Als Grund für die gute Platzierung des HANSAas nennt auch der verantwortliche Fondsmanager Heiko Breiholz den frühen Ausstieg aus dem Neuen Mark. Bereits im April habe man die Engagements "gegen Null" gefahren. Im vergangenen Jahr sei er mit europäischen Blue Chips gut gefahren. Vereinzelt hat der Fondsmanager auch in den Technologiesektor investiert, beispielsweise in Ericsson und Nokia. Defensive Versicherer und Versorger hätten ebenfalls zur Performance beigetragen. Zu seinen Favoriten zählen die Schweizer Rückversicherung, der italienische Versorger ENI, Vivendi aus Frankreich, die Schweizer UBS, Novartis und die britischen Titel Barclay's und Diageo.

Breiholz hatte Mitte des vergangenen Jahres die Aktienquote im Fonds auf nur noch 52 % verringert. Das frei werdende Geld investierte er nicht in Anleihen, sondern in einen offenen Immobilienfonds, dessen Anteil am Fondsvermögen vorübergehend bei 30 % lag. Erst Ende des Jahres wurde die Aktienquote wieder auf 63 % aufgestockt.

Gekauft hat Breiholz in den vergangenen Wochen auch wieder Werte aus dem TMT-Bereich (Telekommunikation, Medien, Technologie). Als Gründe nennt er erstens kurzfristige Gewinnmitnahmen. Zweitens zeige die Vergangenheit, dass es in einer Phase von Rezessionsängsten wie derzeit immer wieder zu Kurssteigerungen komme. Der ganze TMT-Sektor habe vom aktuell niedrigen Niveau aus gute Kurschancen.

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