Wertentwicklungsanalyse der AS-Fonds – Frankfurt-Trust und Gerling im Blick
Vorsichtige Strategen schlagen ihre offensiven Konkurrenten

Unter den Altersvorsorge-Sondervermögen (AS-Fonds) schneiden die Produkte mit relativ hohen Quoten an Anleihen und Immobilienfonds am besten ab.

HB/vwd FRANKFURT/M. Im Vergleich der ursprünglich für die Altersvorsorge aufgelegten Fonds liegt der FT Life-Invest Classic der ING BHF-Tochter Frankfurt-Trust im vorderen Feld. Dank eines Zwölfmonats-Wertabschlages von nur 10,12 % per Ende Juni kommt der Fonds auf Platz sechs in einem Konkurrenzumfeld von 40 Produkten.

Fondsmanagerin Carmen Zimmer erwartet für die nächsten Wochen und Monate eine Stabilisierung der Wirtschaftslage, wovon auch die Aktienmärkte profitieren dürften. Zugleich warnt sie vor zu großem Optimismus: "Es wird auf Sicht von sechs Monaten keinen Boom geben. Aber eine Bodenbildung sollte möglich sein." An der defensiven Ausrichtung will sie festhalten. 40 % der Fondsgelder steckten in hauptsächlich europäischen Aktien, 35 % in Anleihen und 25 % in offenen Immobilienfonds.

"Mittlerweile haben sich die favorisierten Sektoren auf der Aktienseite geändert", sagt die Fondsmanagerin. Momentan zählten Rohstoffwerte und konjunktursensible Aktien nicht mehr zu ihren bevorzugten Investments. Stattdessen setze sie beispielsweise mit Novartis, Unilever sowie RWE und Eon auf die defensiven Branchen Pharma, Nahrungsmittel und Energieversorgung. Bei den konjunktursensiblen Bereichen hält Zimmer nach eigenen Angaben lediglich die Autobauer für aussichtsreich. Zu ihren Favoriten zählten BMW und Renault. Bei ihren Engagements bevorzuge sie die Aktien von Unternehmen mit begrenzten Risiken. Qualitätskriterien sind laut Zimmer ein stabiler Cashflow, solides Gewinnwachstum und eine vergleichsweise günstige Bewertung. Mangelnde Bilanzierungsqualität der Unternehmen sei für sie an den europäischen Aktienmärkten bislang kein großes Problem. Begründung: "Wir in Europa haben eine andere Bilanz-Kultur als in Amerika. Außerdem spielen bei uns die Aktienoptionen keine so große Rolle beim Einkommen der Manager wie in den USA."

Der Gerling AS zählt zu den eher offensiv ausgerichteten Altersvorsorge-Sondervermögen. Nach Angaben von Fondsmanager Thomas Pethofer beträgt die Aktienquote zwischen 50 und 75 %. Bei diesem Ansatz verwundert ein Wertverlust von 20,25 % kaum. So kämpfen praktisch alle riskanteren AS-Fonds seit Frühjahr 2000 mit zum Teil großen Performanceproblemen.

Nebenwerte aus dem MDax-Spektrum und Energietitel zählen zu den Favoriten

Derzeit hat Manager Pethofer nach eigenen Angaben die Aktienquote von 75 % zu Jahresbeginn um zehn Prozentpunkte verringert. 30 % der Gelder seien in Anleihen investiert, 5 % würden als Kasse gehalten. Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage hält Pethofer für unsicher, weshalb sich der Aufschwung verzögern könne und Prognosen überaus schwierig seien. "Deswegen bleiben wir in der Defensive und bevorzugen Substanzwerte. Erst bei einer deutlichen Veränderung des Konjunkturbilds werde ich den Aktienanteil wieder erhöhen", kündigt der Fondsmanager an. Weil Pethofer "weitere Bilanzunregelmäßigkeiten" erwartet, investiere er nur in Unternehmen, denen er vertrauen könne. Dabei störe ihn nicht, wenn es sich dabei um kleinere oder mittelgroße Werte handele. Als Beispiele nennt er Südzucker und Porsche.

Auch einen möglichen Angriff der USA auf den Irak berücksichtigt Pethofer nach eigenen Angaben bei seinem strategischen Ansatz. "Wir haben den Energiebereich im Fonds verstärkt. Denn mit einer Krise werden garantiert die Ölpreise steigen", glaubt er. Seine Favoriten in diesem Sektor seien die italienische ENI und Total Fina Elf aus Frankreich.

Technologie- und Telekomtitel halte er momentan weitgehend für uninteressant. "Einige Unternehmen haben zwar positive Ergebnisse geliefert. Doch die resultieren hauptsächlich aus Kosteneinsparungen und nicht aus steigender Nachfrage. Ohne die kann die Branche aber nicht wachsen." Auch den Finanzsektor sieht er "eher negativ" wegen der Probleme im Investmentbereich und hoher Kreditrisiken aufgrund steigender Insolvenzen. Chancen gebe er aber der Den Danske Bank wegen ihrer Fokussierung auf das Privatkundengeschäft.

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