Wertentwicklungsanalyse der auf Aktien ausgerichteten Dachfonds
Credit-Suisse-Fonds sagt Wall Street ade

Die erfolgreichen Vermögensverwalter mit Aktienschwerpunkt suchen ihre Chance weiter in der Defensive. Sie verzichten beispielsweise auf die risikoreichen Technologiewerte. Stattdessen setzen sie auf pan-europäische Standardtitel und teilweise hohe Cashquoten.

HB FRANKFURT/M. Die aktuell unsichere Marktphase will Stephan Hornung mit einer verstärkten Hinwendung zu Aktienfonds für Substanzwerte überstehen. Der Dachfondsberater von der Vermögensverwaltung Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG konzentriert sich nach eigenen Angaben auch stärker auf Fondsmanager, die sich mit erfolgreicher Aktienauswahl in Szene gesetzt haben. Deshalb habe er zuletzt die Bestände der Value-Fonds Lingohr Systematik BB-Invest, BWK-Dividenden-Strategie und Astra-Fonds in dem von ihm betreuten CS Dio Top World aufgestockt. In den zwölf Monaten per Ultimo Mai begrenzte der von Credit Suisse Deutschland aufgelegte Dachfonds die Wertverluste auf 7,63 %. Das bedeutet Rang zwei unter allen 107 in Aktienfonds investierenden Dachfonds.

"Wir befinden uns im Abwärtstrend, kurzfristig werden sich die Aktienperspektiven nicht aufhellen", zeigt sich Hornung skeptisch. Deshalb fühlt er sich mit einer Cash-Quote von 10 % wohl. Außerdem betrage der Anteil der Bargelder in den mit 19 bzw. 17 % am höchsten gewichteten Astra-Fonds bzw. FFM Fonds, die ebenfalls beide von Jens Ehrhardt betreut würden, inzwischen jeweils rund 30 %.

Im Gegenzug verkaufte bzw. reduzierte der Fondsberater laut seinen Angaben US-Aktienfonds, wie beispielsweise den Frankfurt Trust American Dynamics Fonds. Inzwischen beträgt der USA-Anteil des Fonds nur noch 5 %. Der Grund: "Wir sind für die Entwicklung des US-Dollar skeptisch und halten die Konjunktur-Risiken in den USA für hoch."Auch Bestände an Fonds mit starker Konzentration auf Technologiewerte sind reduziert worden.

Kurschancen wittert er bei asiatischen Aktien. Deshalb hat er zuletzt den DWS Japan mit einer 5%-igen Position in den CS Dio Top World aufgenommen und den Anteil des DWS Top 50 Asien auf fast 6 % erhöht. "Japan könnte in diesem Jahr eine Renaissance feiern. Es gibt Anzeichen, dass die Unternehmen nachhaltig umstrukturieren, und die Aktienbewertungen erscheinen günstig", erklärt Hornung.

Eine Performance von-9,57 % bringt den von der Schweizer UBS aufgelegten tecis Europe Plus Select UBS (D) auf Platz drei. Die relativ hohe Gewichtung Osteuropas habe zur Verlustreduzierung beigetragen, erklärt Dirk Pätzold von tecis Asset Management. Allerdings hat er zuletzt Gewinne mitgenommen und den Anteil des Griffin Eastern European Fund am Fondsvermögen von 12 auf 7 % gesenkt. Derzeit sieht er keine großen Chancen für eine Outperformance osteuropäischer Aktien, betont der Leiter Kapitalanlagen des Hamburger Finanzdienstleisters. Er könne sich vorstellen, die Griffin-Position weiter herunterzufahren.

Im Gegenzug habe er den auf Kerneuropa fokussierten Threadneedle European Growth Fund aufgestockt. Die konjunkturelle Erholung Europas werde zyklischen Aktien aus den Branchen Chemie, Halbleiter und Automobile Aufschub geben. Nicht unbedingt zu den Gewinnern zähle er dabei Technologiewerte. Zur Risikobegrenzung investiere er nicht in Branchenfonds und setzte auf pan-europäisch ausgerichtete Aktienfonds.

Mit einem Anteil von fast 12 % sei der HSBC Pan European Equity die größte Position im tecis-Dachfonds. Dann folge der Fidelity European Growth Fund mit knapp 11 %. Ungeachtet des Fondsnamens zähle der von Anthony Bolton verantworteten Fonds zu der Rubrik "Value".

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