Wertentwicklungsanalyse der defensiv anlegenden Dachfonds
Strategen warnen vor einer Überbewertung der Rentenmärkte

Die Anleihekurse könnten schon zu weit gestiegen sein. Das glaubt zumindest Fondsspezialist Wilhelm Rickmann, dessen Einschätzung durch die Rückschläge der Notierungen in den vergangenen Tagen gestützt wird. Rickmann berät das Management des Dachfonds VVV Konservativ OP.

HB/vwd FRANKFURT/M. In den zwölf Monaten bis Ultimo August kommt der VVV Konservativ OP auf einen Wertverlust von 0,50 %. Unter 41 defensiv anlegenden Dachfonds belegt das Produkt der Oppenheim Kapitalanlagegesellschaft Platz eins. In der Gruppe der defensiven Dachfonds sind jene Produkte vereint, die bei ihren Investments grundsätzlich den Schwerpunkt auf wertstabile Renten-, Immobilien- und Geldmarktfonds legen.

Laut Rickmann, Geschäftsführer Volksbank Vermögensverwaltungsgesellschaft (VVV), Tochter der Volksbank Ahlen-Sassenberg-Warendorf, scheint insbesondere bei Staatsanleihen auf dem inzwischen erreichten niedrigen Renditeniveau ein ausgeprägtes Rezessionsszenario mit Deflationstendenzen berücksichtigt zu sein. Bei einer Verbesserung der globalen Konjunkturperspektiven plus Börsenstabilisierung sehe er größere Rückschlagsrisiken an den Bondmärkten.

Auf Rentenfonds entfielen 54 % der Dachfondsgelder. Prominenter gewichtet seien seit August defensive Kurzläufer-Rentenfonds wie der DIT-Euro Rentenfonds K oder der Oppenheim Bond Euro K. Unter Rendite- und Sicherheitsaspekten seien die offenen Immobilienfonds SEB ImmoInvest und CS Euroreal aktuell mit insgesamt 27 % im Portfolio vertreten, informiert Rickmann.

Im Zuge der jüngsten Marktschwäche sei die Aktienquote von 5 % auf neutrale 10 % aufgestockt worden. Im Mittelpunkt stünden börsengehandelte Fonds wie die Indexprodukte auf den Dow Jones Euro Stoxx 50. Bei einer nachhaltigen Bodenbildung an den Börsen beabsichtige er eine weitere Anhebung der Aktienquote auf 15 %, verrät der Fondsberater.

Mit einem Minus von 2,22 % belegt der Hansabalance den achten Platz. "Das ist ein passiv gemanagter Fonds; die von uns gekauften Fonds werden aktiv gesteuert", sagt Fondsmanager Jörg Löschen von der zur Versicherungsgruppe Signal Iduna gehörenden Hansainvest. Innerhalb des mit 60 % gewichteten Rententeils engagiere er sich nur in Produkten des eigenen Hauses. Er nennt den Euro-Rentenfonds Hansarenta, den Euro-Kurzläuferfonds Hansazins und den globalen Hansainternational.

Löschen sieht nach eigenen Angaben eine starke Überbewertung an den Rentenmärkten. Steigende langfristige Renditen wären für ihn das Signal zum Aufbau einer Kasseposition. Je ein Fünftel der Dachfondsgelder steckten im offenen Immobilienfonds Hansaimmobilia und in europäischen Aktienfonds.

Quelle: Handelsblatt

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