Wertentwicklungsanalyse der defensiven Dachfonds
Mit Vorsicht ins Minus gerutscht

Defensive Dachfonds legen stark in sichere Produkte wie Renten- und Geldmarktfonds an. Dennoch schaffte es keiner der Fonds, im vergangenen Jahr per Ende Mai eine positive Wertentwicklung zu erzielen. Die ihnen erlaubte Aktienquote schöpfen die Manager der Fonds zur Zeit nicht aus.

HB/vwd FRANKFURT/M. Sven-Oliver Roggenkamp setzt auf stabile Geldanlagen mit geringen Kursschwankungen. "Wir werden angesichts der turbulenten Börsenzeiten nicht von unserer defensiven Anlagepolitik abweichen und die Aktienquote weiterhin niedrig halten", sagt der Fondsmanager des Nord-Primus-Rendite. Der von ihm seit der Auflegung betreute defensive Dachfonds der Vereins und Westbank-Tochter - Norddeutsche Investment Gesellschaft (Nordinvest) liegt mit einer Performance von minus 1,26 % in den vergangenen zwölf Monaten per Ende Mai unter den 38 vergleichbaren Produkten auf Rang zwei. Defensive Dachfonds legen stark in wertstabilen Produkten wie Renten- und Geldmarktfonds an.

Roggenkamp ist nach eigenen Angaben stets deutlich unter der maximal möglichen Aktienquote von 25 % geblieben: "Derzeit liegen wir bei 17 %, und das soll auch so bleiben." Bei den Rentenfonds haben es ihm vor allem Portfolios angetan, die auf Staatstitel setzen: "Derzeit konzentrieren wir uns vor allem auf Kurzläufer, je nach Entwicklung der Zinskurve ist aber auch ein Umschwenken auf mittlere Laufzeiten möglich", sagt Roggenkamp. 77 % des 22 Einzelfonds umfassenden Portfolios entfallen auf Rentenfonds, die Barreserve inklusive Geldmarktfonds beträgt aktuell 6 %. Jeweils einen Anteil von 12 % am Portfolio haben laut Roggenkamp der Activest Euro Rent Medium mit durchschnittlichen Restlaufzeiten von maximal fünf Jahren, der auf den kürzeren Laufzeitenbereich ausgerichtete ADIG Adikur und der DWS Euro Strategie (Renten), der Zins- und Konvergenzchancen inner- und außerhalb der Eurozone nutzt. Bei den Aktienfonds haben der Gartmore Continental Europe mit 4 % sowie der Hansa Secur und der Fleming Euroland Equity A mit jeweils 2 % die Toppositionen. Roggenkamp traut dem Dachfonds angesichts der positiven Entwicklung des Rentenmarktes zu, "dass er zum Jahresende ins Plus rutschen könnte".

Um Aktienfonds, in deren Portfolio sich ausschließlich hochkapitalisierte Großkonzerne finden, macht Rolf Heußen von der Apo Asset Management in Düsseldorf derzeit einen großen Bogen. Fonds, die gezielt mittelgroß kapitalisierte Aktiengesellschaften aussuchen, kommen schon eher für den von ihm betreuten defensiven Dachfonds Apo Piano INKA in Frage.

Bei Rentenfonds sucht er gezielt Portfolios aus, die auf Pfandbriefe und Unternehmensanleihen setzen. Als Mitarbeiter der Asset Management-Gesellschaft der Deutschen Apotheker- und Ärztebank berät Heußen die Internationale Kapitalanlagegesellschaft INKA. An INKA ist die Deutsche Apotheker- und Ärztebank mit 20 % beteiligt. Der von Heußen betreute Dachfonds belegt im Zwölfmonatsvergleich mit minus 1,40 % Rang vier.

"Bei den Renten beschränken wir uns völlig auf den Euro, weil wir kein Wechselkursrisiko eingehen wollen. Von dieser Philosophie werden wir auch nicht abgehen", sagt der Fondsmanager. Der Gerling Rendite Fonds dominiert das Portfolio mit 19,7 %, es folgen der DWS Vermögensbildungsfonds R mit 16,2 % und der DWS Nürnberger Rentenfonds mit 7,2 %.

Der Aktienanteil im Apo Piano liegt momentan bei 26 %, maximal wären 35 % möglich. Die Top Drei bei den Aktienfonds sind laut Heußen der Fidelity European Growth mit 5,1 %, der Gartmore Continental Europe mit 4,3% und der Templeton European Fund mit 4 %. Bei einem Umschwung des Marktes will er die Aktiengewichtung erhöhen und liebäugelt dabei "unter Umständen mit dem Aufbau einer Position in attraktiven Technologiefonds". Die Tabelle enthält keine Fonds-Ratings. Da die Produkte erst seit kurzer Zeit angeboten werden, wäre eine vergleichende Bewertung wenig aussagekräftig.

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