Wertentwicklungsanalyse der Euro-Geldmarktfonds
Euro-Geldmarktfonds: Interessante Wertzuwächse in schwachen Börsenzeiten

Gerade in schwachen Börsenphasen sind risikoarme Geldmarktfonds als Möglichkeit zum "Mittelparken" bei Anlegern beliebt. Darüber hinaus bieten diese Fonds überaus interessante Wertzuwächse.

12.9.2001 HB/vwd FRANKFURT/M. Eine Wertentwicklung von 5,96 % in den zwölf Monaten bis Ende Juli bedeutet etwa für den Aufhäuser-Universal-Geldmarktfonds in der Gruppe der 73 ausgewerteten Euro-Geldmarktfonds Position eins.

Das Erfolgsrezept von Fondsberater Bernd Karl, Rentenexperte beim Bankhaus Hauck & Aufhäuser in München: Er setzt rund 95 % des verwalteten Vermögens auf variabel verzinsliche Anleihen, so genannte Floater. Diese Papiere haben seiner Meinung nach für kurzfristig anlegende Geldmarktfonds den Vorteil, dass die Höhe ihrer Kuponzahlung in einem bestimmten Rhythmus von in der Regel drei oder sechs Monaten an einen Referenzzinssatz wie Libor angepasst wird. Dadurch haben sie laut Karl ein deutlich geringeres Zinsrisiko als etwa einjährige Anleihen mit Festkupon.

Zahlreiche Performance-Punkte habe der Aufhäuser-Universal-Geldmarktfonds mit Floater-Konstruktionen gesammelt, berichtet der Fondsberater. Deren Anteile habe er sogar aufgestockt. Interessant findet der Münchener beispielsweise einen mit einem Zins-Cap ausgestatteten Pfandbrief-Floater von Depfa mit einer Verzinsung in Höhe von Libor plus 100 Basispunkte und halbjährlicher Zinsanpassung. Das Besondere an diesem Papier: Bei einem Anstieg dieses Zinssatzes auf über 7,5 % würde der Kupon für die kommenden sechs Monate bei lediglich 3 % liegen. "Bei meiner Zinseinschätzung ist dies jedoch kein Risiko" so Karl. Insgesamt hat der Fonds derzeit rund 30 % seiner Mittel in Floatern mit Cap investiert.

Lockerung der Zinsen erwartet

Ebenfalls sehr erfreuliche Ergebnisbeiträge haben dem Fondsmanager zufolge die mit 17 % im Portfolio gewichteten Genussschein-Floater von Emittenten wie der Allgemeinen Hypothekenbank oder der DG Bank geliefert. Laut Karl haben solche Papiere teilweise Renditeaufschläge von über 200 Basispunkten gegenüber Libor. Für Genussschein-Floater sei zwar charakteristisch, dass der Emittent nur dann Zinsen zahlen muss, wenn das Unternehmen zuvor genügend Gewinne erwirtschaftet hat. Das Ausfallen von Zinszahlungen befürchtet der Rentenspezialist allerdings nicht.

Mit 30 % hat Karl im Portfolio variabel verzinsliche Unternehmensanleihen gewichtet. Attraktive Renditeaufschläge bieten seiner Meinung nach Titel von Daimler-Chryler, Tiscali oder Alcatel. "Der Zinssenkungsprozess ist noch nicht abgeschlossen", blickt Karl nach vorne. Denn die künftige Zinskurve, in der sich die Einschätzung des Marktes findet, preise mindestens eine Rücknahme des Reposatzes um 50 Basispunkte durch die EZB ein.

Eine Lockerung der Zinsen um maximal 25 Basispunkte erwartet Geldmarkfonds-Manager Marco Dünkeloh von SEB Invest. Da seines Erachtens in der Zinskurve zuviel Zinssenkungsfantasie eingepreist ist, hat er bei seinem Geldmarktfonds SEB Invest Money Market die durchschnittliche Restlaufzeit von 90 auf 70 Tage zurück gefahren. Ein Einjahres-Wertzuwachs von 4,74 % bringt diesen Geldmarktfonds auf den achten Platz. Wie der SEB-Invest-Fondsmanager berichtet, setzt er derzeit mit 55 % der Mittel auf Floater. Deren Portfolio-Quote soll sogar noch erhöht werden. Davon entfallen 25 % auf variabel verzinsliche Asset-backed-securities (ABS). Diese verbriefen Kreditkartenforderungen oder Hypothekenkredite. Ungefähr 45 % des Fondsvermögens hat der Experte im Festzinsbereich angelegt. Für eine Alternative zu Festgeldern hält er Commercial-papers (CP), bei denen es sich um kurz laufende Schuldverschreibungen von Industrieadressen handelt. Im Portfolio hat er CP der Deutschen Telekom.

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