Wertentwicklungsanalyse der Euro-Geldmarktfonds
Geldmarktfonds: Meag schätzt Renditevorteile der Pfandbriefe

Der Kauf von Festverzinslichen mit Restlaufzeiten um 18 Monate zu Jahresbeginn erwies sich als richtig. Damit setzt sich Ulrike Lucas zumindest von den meisten ihrer Konkurrenten ab. Sie managt den geldmarktnahen Fonds Meag EuroFlex. In den 12 Monaten per Ende September liegt das Meag-Produkt mit einem Wertgewinn von 6,23 % unter 75 Euro-Geldmarktfonds, den früheren DM-Geldmarktfonds, auf Platz zwei.

HB/vwd FRANKFURT/M. Lucas profitierte nach eigener Darstellung von den Renditerückgängen für Papiere mit kurzen Laufzeiten, das heißt Kursgewinnen. Sie könne grundsätzlich in Titel mit Restlaufzeiten bis zwei Jahren investieren, erklärt die Managerin der zu den Versicherungen Ergo und Münchener Rück gehörigen Investmentgesellschaft Meag. Zurzeit sei sie mit 58 % des Fondsvermögens in liquiden und großvolumigen Pfandbriefen von Emittenten wie Depfa und Rheinhyp engagiert. Diese böten im zweijährigen Laufzeitensegment gegenüber deutschen Bundesanleihen Renditevorteile von bis zu 0,15 Prozentpunkten.

Die Staatsanleihen-Quote liege bei 15 %. Chancen sieht Lucas nach ihrer Schilderung noch bei Titeln aus Italien, mit denen ein Schuss Rendite mehr erzielt werden könne als mit Bundesanleihen. Im Gesamtumfang von drei bis fünf Prozent mische sie auch höher verzinsliche Unternehmensanleihen guter Qualität bei. Interessant seien beispielsweise die im Portfolio enthaltenen Deutsche-Telekom-Anleihen, die mit einem Renditeaufschlag von 0,65 Prozentpunkten über dem Geldmarktsatz Libor lockten. Weitere 10 % des Vermögens seien in Fremdwährungsanleihen investiert. Da sie die dänische Krone für sehr stabil halte, sehe sie auf dem aktuellen Renditeniveau bei dänischen Staatsanleihen und Pfandbriefen mit kurzen Restlaufzeiten gute Chancen.

Mit einer Performance von 4,93 % belegt der Euro-Geldmarktfonds Inka den sechsten Platz. "Wir haben die durchschnittliche Restlaufzeit der Fonds-Titel mit zwei Monaten sehr kurz gehalten", berichtet Fondsmanager Andreas Poestges von der Investmentgesellschaft Inka, die sich überwiegend im Besitz von HSBC Trinkaus Capital Management befindet. Dank der erwähnten Ausrichtung profitiere der Fonds von den attraktiven Zinsen im Laufzeitenbereich unter einem Monat. Hier lägen die Sätze derzeit um 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte über denen für Jahresgeld.

Wie Poestges informiert, konzentriere er sich gegenwärtig auf so genannte Floater (variabel verzinsliche Anleihen), deren Zinskupons in regelmäßigen Abständen von normalerweise drei Monaten an einen Referenzzinssatz wie Euribor angepasst würden: "Die Rendite dieser Papiere ist zurzeit attraktiver als die von kurz laufenden Festzinsanleihen."

Prominent im Fonds vertreten seien Floater von Banken wie der Deutschen Bank, der Depfa oder der Bayerischen Landesbank. Interessant finde er auch so genannte Asset-Backed-Securities-Floater, die mit einer noch etwas höheren Verzinsung reizten. Diese Asset-Backed-Securities (ABS) verbrieften typischerweise einen großen Pool von Einzelforderungen. Während die ABS in verschiedenen Tranchen begeben würden, engagiere sich der Fonds vor allem in den Tranchen mit bestem Rating "AAA". Im Portfolio habe er derzeit unter anderem das ABS Haus 2000, dem hypothekarisch besicherte Forderungen der Deutsche-Bank-Gruppe zu Grunde lägen.

Bei seinen Festzinsanlagen zieht Poestges nach seiner Darstellung aus Steuergründen Papiere mit Notierungen unter pari vor. Dabei vertraue er auf eine Mischung aus Pfandbriefen und Inhaberschuldverschreibungen. Staatsanleihen finde er wegen ihrer geringeren Verzinsung nicht attraktiv.

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