Wertentwicklungsanalyse der Euro-Rentenfonds
Activest bringt österreichische Anleihen ins Spiel

Auch im März verbuchen die meisten Rentenfonds kleine Wertzuwächse. Auf Zwölfmonatssicht glänzen einige der Portefeuilles sogar mit Gewinnen von über acht Prozent. Das zeigt der aktuelle Performancevergleich. Die erfolgreichen Fondsstrategen setzen weiter auf Anleihen mit langen Laufzeiten.

HB/vwd FRANKFURT/M. Ausgehend vom US-Anleihemarkt präsentieren sich auch die europäischen Rentenmärkte im ersten Quartal des laufenden Jahres in freundlicher Verfassung. Von den Kurssteigerungen profitiert beispielsweise der Activest Lux-Euro-Renten. In den zwölf Monaten per Ultimo März erwirtschaftete dieses Produkt der Hypo-Vereinsbank-Fondstochter Activest einen Wertzuwachs von 8,31 %. Im Konkurrenzfeld der 155 Rentenfonds für Euro-Anleihen bedeutet das Rang sieben.

Schnelle Zinssenkungen werden nicht erwartet

Laut Fondsmanager Bernd Logen trug die konsequente Ausrichtung des Portefeuilles auf Titel mit langen Laufzeiten - die bei fallenden Kapitalmarktrenditen überdurchschnittliche Kursgewinne verbuchen - maßgeblich zur guten Performance bei. Gegenwärtig betrage die durchschnittliche Restlaufzeit der im Fonds gehaltenen Anleihen 8,5 Jahre. Wie er berichtet, investiert er überwiegend in Staatsanleihen, wobei deutsche Bundesanleihen zurzeit dominieren. Doch werde er auch aktiv, wenn sich bei Staatsanleihen aus dem europäischen Ausland Gelegenheiten böten. So habe er rund 5 % des verwalteten Vermögens in österreichische Staatstitel investiert, die im zehnjährigen Laufzeitenbereich um über 0,3 Prozentpunkte höher rentierten als deutsche Bundesanleihen.

Weitere 10 % der Fondsmittel entfallen laut Logen auf Pfandbriefe von Emittenten wie der Westfälischen Hypothekenbank. Diese Papiere würden gegenüber zehnjährigen Bundesanleihen sogar mit einem Aufschlag von gut 0,5 Rendite-Prozentpunkten locken.

Von der Europäischen Zentralbank erwartet Logen in diesem Jahr Zinssenkungen, die den Euroland-Rentenmarkt tendenziell beflügeln sollten. Allerdings dürfte seines Erachtens nach die Hoffnung des Marktes auf eine Lockerung um 0,75 Prozentpunkte noch im ersten Halbjahr sowohl bezüglich des Ausmaßes als auch der Zeitspanne eher enttäuscht werden. Daher habe ihn die Entscheidung der Währungshüter in der vergangenen Woche mit der Beibehaltung der bisherigen Sätze auch nicht überrascht.

Der insgesamt recht moderate Zinsausblick des Activest-Fondsmanagers kommt auch in seiner Prognose der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zum Ausdruck. Diese könnte seiner Meinung nach im Laufe dieses Jahres von derzeit 4,75 noch auf 5,00 % klettern. Dennoch dürfte das Niedrigzins-Umfeld insgesamt erhalten bleiben.

Mit einem Zwölfmonats-Wertzuwachs von 8,16 % belegt der MK Rentak Fonds der Münchner Kapitalanlage AG, an der die Continentale-Versicherungsgruppe und die NordLB beteiligt sind, den neunten Platz. Wie Fondsmanager Erwin Kreuzer informiert, konzentriert er sich bei diesem mit einem durchschnittlichen Rating "C" bewerteten Fonds vornehmlich auf Papiere von deutschen Emittenten. Zurzeit sei er mit 90 % des Fondsvermögens in Bundesanleihen engagiert.

Auf liquide Pfandbriefe mit großem Volumen ("Jumbos") entfielen 6,5 %. Noch im zurück liegenden Jahr habe deren Portfolio-Anteil in der Spitze bei über 50 % gelegen, berichtet der Experte. Nach Erhöhung des Renditevorsprunges von Jumbos und Bundesanleihen im zweiten Halbjahr auf historisch hohe Niveaus habe er Bestände an Titeln von Emittenten wie der Allgemeinen Hypothekenbank, der Hypothekenbank Essen oder der Düsseldorfer Hypothekenbank abgebaut. Im Gegenzug seien dann die Positionen in Bundesanleihen aufgestockt worden.

Kreuzer zufolge war der MK Rentak Fonds in den vergangenen zwölf Monaten stets am langen Ende des Euroland-Rentenmarktes in acht- bis zehnjährigen Anleihen engagiert. In diesem Laufzeitensegment finde er sowohl bei Bundesanleihen als auch bei den Jumbo-Pfandbriefen Papiere mit attraktiven niedrigen Kupons und Notierungen unter Pari. Denn gerade in solche Titel investiere er bevorzugt, da er bei diesen am Laufzeitende bei Rückzahlung zum Nominalwert steuerfreie Kursgewinne erziele.

Lange Laufzeiten bleiben favorisiert

Die Europäische Zentralbank dürfte nach Einschätzung des MK-Experten bis zum Jahresende Zinssenkungen um bis zu 0,5 Prozentpunkte vornehmen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sieht er bis dahin auf 4,50 % fallen. Daher will er an seiner lang ausgerichteten Strategie festhalten - die durchschnittliche Restlaufzeit des Anleihebestandes liege bei 8,2 Jahren. Als kleine Beimischung kann sich Kreuzer sogar Investitionen in 30-jährigen Bundesanleihen vorstellen. Wenngleich er momentan keine Firmenanleihen im Portfolio habe, könnten auch diese eine interessante Alternative sein. Allerdings sei gerade hier die gezielte Auswahl von erheblicher Bedeutung für den Anlageerfolg.

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