Wertentwicklungsanalyse der Euro-Rentenfonds für Anleihen mit kurzen Laufzeiten
Euro-Rentenfonds: FT verdoppelt Engagement in Euro-Staatsanleihen

Investitionen in französische, griechische und irische Anleihen haben dem Manager des Frankfurt Trust Basis-Fonds eine erfreuliche Rendite beschert. Deutsche Bundesanleihen findet er dagegen uninteressant. Der Maintrust-Rentenfonds setzt derzeit mit Erfolg auf japanische Unternehmensanleihen.

13.9.2001 HB/vwd FRANKFURT/M. Nicht nur unter steuerlichen Gesichtspunkten ist eine Anlage in Euro-Rentenfonds für Anleihen mit kurzen Laufzeiten interessant. Auch die Rendite kann sich bei einigen Anbietern durchaus sehen lassen. So schneidet etwa der Euro-Kurzläuferfonds MAT Medio Rent bei der Wertentwicklung in den zwölf Monaten per bis Ende Juli mit 7,07 % überdurchschnittlich gut ab. Unter allen 79 untersuchten Fonds dieser Kategorie kommt das Produkt der Fondsgesellschaft Maintrust damit auf den fünften Platz.

Fondsmanagerin Anjana Ghose engagiert sich in erster Linie in den unter-pari-notierenden Yen-Anleihen mit niedrigen Kupons mit vollständiger Währungsabsicherung. Wenn diese Titel am Laufzeitende zum Nominalwert zurückgezahlt werden, sei die Differenz zum Kaufkurs steuerfrei, so die Expertin. Da die Zinsen in Japan erheblich unter den Euroland-Sätzen liegen, verdient der Fonds sogar an der Währungsabsicherung. Insgesamt erreicht der MAT Medio Rent mit seiner durchschnittlichen Restlaufzeit von derzeit 2,4 Jahren ein Zinsrisiko ähnlich einer Euro-Anlage mit gleicher Laufzeit.

Mehr japanische Unternehmensanleihen

Bei der Anleihenauswahl achtet die Expertin darauf, dass die Papiere mindestens ein Rating von "A" vorweisen. Ihr Schwergeschicht im Portfolio setzt sie derzeit mit 40 % der verwalteten Gelder auf Wandelanleihen. Für diese sei zwar typisch, dass sie innerhalb eines bestimmten Zeitraumes in Aktien des jeweiligen Unternehmens eingetauscht werden können. Allerdings unterstreicht Ghose, dass diese Überlegung für den Fonds generell nicht im Vordergrund steht. Darüber hinaus hätten Papiere wie die Wandelanleihen der japanischen Versorger Tokyo Electric Power oder Kansai Electric Power wegen ihrer hohen Prämien derzeit Rentencharakter. Unternehmensanleihen in Yen hat die Fondsmanagerin mit rund 50 % gewichtet. Im Portfolio hat sie beispielsweise Firmenpapiere von Toyota.

Mit einer Einjahres-Performance von 6,80 % liegt der Basis-Fonds I der Gesellschaft Frankfurt-Trust (FT) zwei Plätze hinter dem Maintrust-Fonds. Wie FT-Fondsmanager Rolf-Ingo Guderian sagt, soll mit dem ausschließlich über den Finanzdienstleister MLP angebotenen Produkt eine Alternative zur Festgeldanlage geboten werden.

Erfreuliche Beiträge zur Wertentwicklung des Fonds hat nach Angaben Guderians die Aufstockung europäischer Staatsanleihen gebracht, deren Portfolio-Anteil er im Mai und Juni von rund 20 auf 46,7 % erhöht habe. Hier setze er auf eine breite Länder-Streuung, unter anderem mit Papieren aus Frankreich, Griechenland, Irland und Portugal. Deutsche Bundesanleihen habe er indessen momentan im Portfolio nicht berücksichtigt, da ihm deren Renditen gegenwärtig nicht attraktiv genug erscheinen. Dies werde sich jedoch ändern, sobald die Renditeaufschläge seiner anderen Staatsanleihen gegenüber den Bundestiteln zurück gehen.

Wechsel in variabel verzinsliche Anleihen

Mit der Erhöhung der Staatsanleihenquote hat Guderian gleichzeitig die Gewichtung der Pfandbriefe und Hypothekenbank-Anleihen auf 40,4 % reduziert. "Aktuell sind Pfandbriefe nicht so interessant, weil der Renditeabstand zu europäischen Staatsanleihen zu gering ist", begründet er seine Entscheidung. Auch unter dem Gesichtspunkt Liquidität fühle er sich in Staatsanleihen besser aufgehoben.

Mit bis zu 10 % des Fondsvermögens kann sich der FT-Fondsmanager zudem in Unternehmensanleihen mit dem Mindest-Rating "A-" engagieren. Derzeit ist er unter anderem in Euro-Firmenpapiere vom US-Computerproduzenten Hewlett Packard oder dem niederländischen Chemiekonzern DSM investiert.

Da in den USA der Zinssenkungsprozess weit fortgeschritten sei, wird es nach Meinung Guderians langsam auch wieder interessant, von fest verzinslichen in variabel verzinsliche Anleihen umzusteigen. Bereits im August habe er bei diesen so genannten Floatern eine Position von 6 % aufgebaut, unter anderem in die Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank mit vierteljährlicher Zinsanpassung. "Floater sind ein defensives Instrument mit einer attraktiven Verzinsung, die etwas über der von Festgeld liegt", sagt er.

Von der Europäischen Zentralbank erwartet der Rentenspezialist in diesem Jahr noch Zinssenkungen um 50 Basispunkte und dadurch ein Anteigen der Zinsstrukturkurve. Für dieses Szenario hat er sich mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 2,5 Jahren positioniert.

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