Wertentwicklungsanalyse der Euro-Rentenfonds
Oppenheim setzt auf Rentenpapiere mit langer Laufzeit

Auf Sicht von drei bis sechs Monaten werden die Euro-Anleihekurse steigen; im Gegenzug dürfte die Rendite der zehnjährigen Bund-Titel auf 3,75 % fallen. Das erwartet Michaela Kiermeier, Fondsmanagerin der zur Privatbank Sal. Oppenheim gehörenden Oppenheim Kapitalanlagegesellschaft.

HB/vwd FRANKFURT/M. Sie betreut den Oppenheim Bond Euro L, der nach ihrer Darstellung auf Bonds mit langen ("L") Laufzeiten ab acht Jahren aufwärts ausgerichtet ist. Mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit der im Fonds gehaltenen Anleihen von 20 Jahren sei sie gut auf den erwarteten Kursaufschwung vorbereitet. In den zwölf Monaten per Ende Januar belegt das Produkt dank eines Wertzuwachses von 12,51 % den vierten Platz unter 235 Rentenfonds für Euro-Anleihen).

"Wir waren von fallenden Zinsen ausgegangen", nennt Kiermeier einen Grund für die gute Performance. Verstärkt habe sie in den Laufzeitenbereich 20 bis 30 Jahre investiert und im Zuge der Renditerückgänge von den großen Kurshebeln dieser Titel profitiert. "Ich schaue mir die Spread-Entwicklung zwischen den dreißig- und zehnjährigen Staatsanleihen an. Wenn ich eine Ausweitung der Renditedifferenz sehe, positioniere ich mich gezielt in den längeren Laufzeitenbereichen." Mit 80 Basispunkten sei der Renditevorsprung der 30-jährigen vor den zehnjährigen Bundesanleihen auch momentan attraktiv und biete Chancen auf eine überdurchschnittliche Entwicklung der ganz lang laufenden Papiere.

Unter Sicherheitsaspekten habe sich außerem bereits im vergangenen Jahr das massive Setzen auf Staatsanleihen ausgezahlt - aktuell betrage deren Portfolio-Quote 95 %. "Wenn man sich in einem konjunkturell schwachen Umfeld bewegt, möchte man das Kreditrisiko verringern", erklärt sie das Festhalten an Staatsemissionen. Als ihre Länderschwergewichte nennt sie Deutschland und Frankreich.

Ein Wertgewinn von nur 3,26 % bringt den Veri-Coupons-Fonds der - zur französischen Großbank Société Générale und zur Gothaer Versicherungsgruppe gehörenden - Fondsgesellschaft Veritas SG Investment Trust auf Platz 232. "Wir sind seit etwa zwölf Monaten eher skeptisch für den Rentenmarkt", begründet Fondsmanager Frank Tonsen seine zusehends defensiv ausgerichtete Strategie. Allerdings räumt er ein, das Ausmaß der durch die Aktienbaisse ausgelösten Flucht in Sicherheit unterschätzt zu haben. Dadurch habe er zu früh die durchschnittliche Restlaufzeit verkürzt und die Kasseposition, die jetzt bei 16 % liege, erhöht. Wie Tonsen sagt, kann er sich bis Mitte des Jahres eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank um bis zu 50 Basispunkte vorstellen, was bei Anleihen mit kurzen Laufzeiten noch für Phantasie sorge. Für das mittlere und das lange Laufzeitensegment bleibe er hingegen pessimistisch. Daher fühle er sich bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von drei Jahren am besten aufgehoben.

"Insbesondere Staatsanleihen sind überbewertet", sagt der Fondsmanager. Entsprechend habe er diese Papiere lediglich mit 19 % berücksichtigt; in erster Linie baue er auf deutsche Bundesanleihen. Etwa 27 % der Mittel entfielen auf Pfandbriefe. "Potenzial sehen wir bei Unternehmensanleihen", sagt der Experte. Er habe daher 30 % des Fondsvermögens in Firmenpapiere investiert. Diese Gewichtung begründet er mit der massiven Entschuldung der Unternehmen bei gleichzeitiger Verbesserung der Gewinnlage und der sich rapide verschlechternden Verschuldungssituation des öffentlichen Bereichs.

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