Wertentwicklungsanalyse der Euro-Rentenfonds
Unternehmensanleihen profitieren von Konjunkturerholung

Rentenfonds setzen auf mittelfristig bessere Ergebnisse der Unternehmen und damit positivere Aussichten für deren Anleihen. Bei Staatsanleihen stehen Länder mit einem Überschuss im Haushalt auf der Kaufliste.

HB/vwd FRANKFURT/M. "Die weltweite Konjunkturerholung verläuft zwar langsamer als erwartet, ist aber auf einem guten Weg. Dies wird sich Zug um Zug in den Ergebnissen der Firmen niederschlagen und die Aussichten für Unternehmensanleihen verbessern", sagt Rentenfondsmanager Linbo He. Für die zur Versicherungsgruppe HDI und zur US-Vermögensverwaltungsgesellschaft Putnam gehörende Fondsgesellschaft Ampega steuert He den Rentenfonds Euro Rent C. Dieser sei immer mit mindestens 80 Prozent des Fondsvermögens in Firmenpapieren guter Bonität investiert, sagt He. In den zwölf Monaten bis Ende Juli erwirtschaftete der Euro Rent C einen Wertzuwachs von 8,02 Prozent. In der aktuellen Rangliste der Euro-Rentenfonds bedeutet dieses Ergebnis Platz zwei.

Profitiert habe der Fonds im ersten Quartal von Engagements in offensiveren Titeln wie Daimler Chrysler oder Deutsche Telekom. Aber: "Wir bleiben insgesamt defensiv positioniert", sagt er. Dies spiegele sich in der Gewichtung von Versorgerpapieren wie EnBW oder RWE mit 19 Prozent wider. Ferner setzt er mit 14 Prozent auf die Tabakbranche und hier auf Euro-Anleihen von BAT und Philip Morris. Im Zuge einer konjunkturellen Erholung sieht der Fondsmanager bessere Chancen in zyklischeren Branchen. So sei er im Industriebereich bereits mit 28 Prozent des Fondsvermögens investiert. Zu seinen Favoriten zähle ein knapp fünfjähriges Papier des Chemiekonzerns Bayer. Interessant findet er auch Anleihen des französischen Elektrokonzerns Schneider Electric.

Der Telekommunikationsbereich sei derzeit mit einem Anteil von knapp fünf Prozent im Portfolio unterrepräsentiert. "Diesen Sektor werden wir selektiv vorsichtig aufbauen", sagt He. Bis zu 20 Prozent des Fondsvermögens kann er in Firmenpapiere mit etwas niedrigerem Rating BBB investieren. Davon mache er momentan strategisch Gebrauch.

SEB-Fonds mit Trendfolgemodell

Mit schwerpunktmäßigen Engagements in Euroland-Staatsanleihen erzielte der SEB Invest TrendSystem Renten eine Jahres-Performance von 5,96 Prozent. Dies bringt den Fonds der SEB-Fondstochter SEB Invest in der Tabelle auf Platz neun. Fondsmanager Walter Naggl zufolge wird dieser Fonds im Wesentlichen von einem von ihm entwickelten Trendfolgemodell gesteuert. Basis des Modells seien die beiden Effas Euroland Staatsanleihenindizes für fünf- bis siebenjährige sowie für sieben- bis zehnjährige Papiere. Gemäß der Signale variiere der Investitionsgrad des Fonds zwischen 50 und 100 Prozent, sagt Naggl. Bei der Modellkonstruktion habe er darauf geachtet, dass nicht zu viele Signale geliefert werden. "Im langfristigen Durchschnitt sind es drei pro Jahr", berichtet er.

Profitiert hat Fonds laut Naggl in diesem Jahr von der Investitionsquote von 50 Prozent, die das Modell zu Jahresbeginn empfohlen hatte. Durch den Aufwärtstrend bei Staatsanleihen habe es dann im Juni Kaufsignale ausgelöst, wodurch der Fonds seitdem wieder voll investiert sei. Die durchschnittliche Restlaufzeit betrage derzeit sieben Jahre und einen Monat, sagt Naggl. Bei der Auswahl der Emittenten bevorzuge er Länder mit einem Überschuss im Staatshaushalt. Entsprechend sei Irland mit einer Portfolioquote von 28 Prozent am höchsten gewichtet. In Staatsanleihen aus Finnland und der Niederlande sei der Fonds mit jeweils 14 Prozent der Mittel investiert. Weitere rund 25 Prozent entfallen auf Jumbo-Pfandbriefe von der Münchener Hyp, der Depfa und der EuroHypo.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%