Wertentwicklungsanalyse der europäischen Aktienfonds für Nebenwerte
Baring wagt wieder Käufe von High-Tech-Titeln

Im Oktober machen die Nebenwertefonds Fortschritte bei der Verlustreduzierung. Im Schnitt legen die entsprechenden Europaportefeuilles zehn Prozent zu. Das belegt die aktuelle Auswertung. Die Fondsmanager gehen jetzt wieder etwas aggressiver vor.

HB/vwd FRANKFURT/M. Maria Polycarpou und Sylvia Solomon wollen vorerst weiter auf Aktien aus defensiven Sektoren setzen - auch wenn sie erste Käufe von Wachstumstiteln wagen. Zu den defensiven Sektoren zählen die Fondsmanager des Baring Europe Select Trust beispielsweise die Bereiche Versorgung und Gesundheit sowie Güter des täglichen Bedarfs. Die Experten der britischen Investmentgesellschaft Baring kommen mit dem genannten Fonds dank eines vergleichsweise moderaten Zwölfmonats-Wertverlustes von 37,32 % per Ende Oktober auf Rang zehn unter 74 europäischen Aktienfonds für Nebenwerte.

Ihre kurzfristig vorsichtige Haltung gegenüber den Nebenwerten begründen Polycarpou und Solomon zum einen damit, dass die Hoffnung auf eine baldige globale Konjunkturerholung durch die Terroranschläge am 11. September zunichte gemacht worden sei. Zum anderen sollte die seit Monaten zu beobachtende "Flucht in Qualität", insbesondere Standardwerte, aufgrund des noch immer hohen Risikobewusstseins vieler Investoren nicht so schnell zu Ende gehen.

Die Fondsmanagerinnen begannen laut ihrer Darstellung kürzlich mit der Reduzierung von Positionen in defensiven Bereichen, die ihnen jetzt teilweise hoch bewertet erschienen. Im Gegenzug habe man wieder vereinzelt Wachstumswerte geordert. Allerdings bleibe dieser Bereich untergewichtet.

Das Management-Duo kaufte nach eigenen Angaben Wachstumswerte von Firmen mit starker Marktposition in ihrem Geschäftsbereich und relativ unwahrscheinlichen Gewinnrevisionen nach unten. Dazu zählen sie den französischen Smart-Card-Hersteller Ingenico, den deutschen Zug- und Autotelefonausrüster Funkwerk und das irische Softwareunternehmen Riverdeep. Neben diesen Titeln favorisiere man momentan auch etliche spanische Werte, wie Aurea, Valhermoso oder Acciona, weil Spanien gegenüber dem Durchschnitt Euro-Lands ein vergleichsweise hohes Wirtschaftswachstum aufweise.

Ausschließlich in Aktien, die an den so genannten Neuen Märkten Europas notieren, investiert der mit-81,92 % auf dem letzten Platz rangierende Nestor Europa Neue Märkte Fonds. Der Fonds konnte im Oktober über 15 % an Wert gewinnen. Das erklärt der verantwortliche Fondsmanager Guido Schickentanz von der Luxemburger Anlagegesellschaft Nestor Investment Management mit der Aufgabe der defensiven Ausrichtung. Er habe zum einen die zeitweilig auf 30 % angewachsene Kasseposition wieder reduziert, zum anderen sei er offensivere Engagements, beispielsweise aus dem Internet-, Medien- und Softwarebereich, eingegangen. Zudem habe er seine T-Online-Position auf knapp 10 % des Fondsvermögens erhöht, um das kurzfristig wieder erwachte Interesse der Investoren für diesen Wert auszunutzen.

Die trotz schlechter Wirtschafts- und Firmendaten am Neuen Markt beobachtete Hausse bezeichnet er als "rein liquiditätsgetrieben". Eine erneute Korrektur noch im Verlauf dieses Jahres sei "sehr wahrscheinlich". Er bleibe aber vorerst engagiert, weil es sich kein Fondsmanager leisten könne, bei einer so steilen Aufwärtsbewegung nicht dabei zu sein. Zu den größten Positionen zählten die deutsche Firma Medion, Hersteller und Vertreiber von Konsumelektronik, die irische Softwarefirma Riverdeep, das Schweizer Biotechunternehmen Berna Biotech sowie das deutsche Windkraftunternehmen P & T Technology.

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