Wertentwicklungsanalyse der Fonds für japanische Blue Chips
Japan-Fonds verlangen gute Nerven

Mit japanischen Aktien Gewinne zu machen, ist Fondsmanagern in den vergangenen Jahren kaum gelungen. Das Land steckt in der vierten Rezession seit zehn Jahren und der Nikkei-Index notiert auf dem gleichen Stand wie vor rund 17 Jahren. Experten und Anleger brauchen auch weiter viel Geduld.

hb/vwd FRANKFURT. Als Fondsmanager eines auf japanische Standardwerte ausgerichteten Portfolios braucht man schon seit einiger Zeit starke Nerven. Japan steckt in der vierten Rezession innerhalb von zehn Jahren.

Trotzdem versucht Harfun Yen, Mitglied des Fondsmanagements des Spängler Japan Growth Trust, für sein Portfolio japanische Unternehmen aufzuspüren, die sich durch überdurchschnittliches Gewinnwachstum, Wettbewerbsvorteile und ein gutes Management auszeichnen. Der Fonds der Carl Spängler Kapitalanlagegesellschaft GmbH, eine Tochtergesellschaft des Bankhauses Carl Spängler & Co, wird von Bowen Capital Management in Honkong betreut.

Im Einjahresranking von Ende Oktober liegt der Spängler Japan Growth Trust an der Spitze. Dennoch: Er verlor 22,86 Prozent. "Der Ausblick für die japanische Wirtschaft bleibt in den kommenden Monaten weiterhin düster", sagt Yen unumwunden. Der Restrukturierungsprozess der Unternehmen werde die Arbeitslosigkeit weiter ansteigen lassen. Zudem würden die Gewinn der Unternehmen schwach bleiben.

Japanische Privatanleger entdecken wieder die Aktie

Yen sieht aber auch positive Zeichen. Immer mehr japanische Privatanleger investierten im Aktienmarkt. Zudem mache die japanische die Regierung Fortschritte bei der Lösung des Bankenproblems. "Die Errichtung des Regulated Collection Court, der die kranken Darlehen der Banken übernimmt, ist ein Schritt in die richtige Richtung", meint Yen. Dennoch sei mehr Transparenz von Seiten der Banken sowie eine striktere Überwachung von Seiten der Financial Services Agency (FSA) erforderlich.

Um nah am Geschehen zu sein, legt Yen großen Wert auf Unternehmensbesuche. Bevor ein Wert ins Portfolio genommen werde, bedürfe es einer gründlichen Analyse, erläutert Yen. Übergewichtet ist Yens Portfolio mit einem Anteil von 70 Prozent derzeit in den Bereichen Medizin und Gesundheit, Immobilien und Technologie. "Da die Wachstumsaussichten in den Bereichen Banken und Versorger in den kommenden zwei Jahren nicht vorhersehbar sind, haben wir dort keine Mittel angelegt", sagt Yen. Die drei Toppositionen des Fonds sind mit insgesamt 23,5 Prozent Colin Corp, Venture Link und Nipro. Colin ist Weltmarktführer in der non-invasiven Blutdruck-Messtechnologie. Nipro ist Pionier auf dem Gebiet der Glasherstellung für Ampullen und pharmazeutischen Flaschen und Venture Link hat sich darauf spezialisiert, Franchisegeber und-nehmer an einen Tisch zu bringen.

Activest-Manager präferiert großkapitalisierte Werte

Thomas Radinger konzentriert sich beim Activest Lux TopJapan auf großkapitalisierte Werte. Mit einer Zwölfmonatsperformance von minus 44,42 Prozent liegt das Produkt der Fondstochter der Hypo-Vereinsbank allerdings auf dem vorletzten Platz der Jahresrangliste. "Wir sind seit der Hausse im Jahr 1999 aggressiv investiert gewesen. Somit haben wir die gesamte Schlagseite des Marktabsturzes abbekommen", erklärt Radinger das schlechtere Abschneiden. Im japanischen Aktienmarkt sei man investiert, um positive Phasen mitzunehmen, nicht. um auf langfristige Wertsteigerungen zu hoffen.

Im Activest Lux TopJapan sind Technologie- und Finanzwerte derzeit mit jeweils 18 Prozent vertreten und damit gegenüber dem MSCIJapan-Index, übergewichtet. "Seitdem die Kapitalmärkte seit dem 21. September die Konjunkturerholung spielen, laufen Halbleiter- und Softwaretitel ganz gut", sagt Radinger. Bei den Finanzwerten könne er derzeit gut Tradingchancen wahrnehmen, denn die Großbanken und Wertpapierhäuser entwickelten sich wieder besser, nachdem sie erst geprügelt worden seien. Ebenfalls übergewichtet ist Radinger mit 11 % im Pharmabereich, obwohl er hier wieder eine neutrale Position einnehmen will, da der Bereich lange Zeit gut gelaufen sei. Gut gefallen ihm hier Sankyo (3,5%) und Takeda Chemical (3%). Den Automobilbereich deckt der Stratege über Toyota (4,5 %) und Nissan (3%) ab.

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