Wertentwicklungsanalyse der gemischten Fonds mit defensiver Anlageausrichtung
Oppenheim-Fondsmanager setzt weiter auf Aktien

Adrian Scherer rechnet mit einer Konjunkturerholung, die von steigenden Zinsen bzw. fallenden Anleihekursen begleitet werden dürfte. Deshalb will der Fondsberater des OP-Invest CHF B nach eigenen Angaben die Rentenquote in diesem Fonds weiter relativ niedrig halten. Gleichzeitig werde er die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen - jetzt schon im Schnitt ein Jahr unterhalb seiner Vergleichs-Messlatte - weiter senken. Grund: Mit kürzeren Laufzeiten fallen auch die Kursabschläge geringer aus.

HB/vwd FRANKFURT/M. In den zwölf Monaten per Ende Oktober verbuchte der zur Kölner Oppenheim-Gruppe gehörende Fonds einen Wertgewinn von 3,16 Prozent. Damit belegt er Platz sechs unter 96 defensiv ausgerichteten Mischfonds. Defensiv bedeutet, dass diese in Aktien und Renten anlegenden Fonds den Schwerpunkt immer auf der Rentenseite setzen.

Momentan ist der Oppenheim-Fonds nach Angaben von Scherer mit knapp 76 Prozent seiner Mittel in Anleihen investiert. Damit sei er in dieser Anlageklasse untergewichtet, denn der neutrale Rentenanteil liege bei 80 Prozent. Charakteristisch für den Fonds sei, dass immer alle Rentenpapiere auf die Fondsreferenzwährung Schweizer Franken lauteten. Die Aktienquote dürfe zwischen zehn Prozent und 30 Prozent schwanken: "Hier sind wir global diversifiziert, dennoch ist auch die Schweiz in der Regel strategisch übergewichtet." Derzeit entfielen knapp elf Prozent der Gelder auf Werte wie UBS, Roche GS oder Novartis. Im restlichen Europa seien rund vier Prozent, in den USA über acht Prozent und in Japan ein Prozent der Mittel angelegt.

Globale Konjunktur wird in der zweiten Hälfte 2002 anspringen

Die Anfang Oktober von unter- auf leicht übergewichtet erhöhte Aktienquote des Fonds soll in nächster Zeit beibehalten werden. Denn anders als für Renten ist Scherer für Aktien optimistisch. Die expansive Geldpolitik der US-Notenbank sowie die US-Steuersenkungen sollten dazu führen, dass die globale Konjunktur in der zweiten Hälfte 2002 wieder anspringe. Diese Entwicklung würden die Aktienmärkte bereits vorwegnehmen.

Auch der LVM-Fonds-Union von Union Investment ist mit rund 80 Prozent Anleihequote in Renten unter- und mit etwa 20 Prozent in Aktien seit einiger Zeit leicht übergewichtet. Die neutrale Quote liege bei 82,5 zu 17,5, erklärt Fondsmanager Andreas Brandt von der Investmentgesellschaft der genossenschaftlichen Bankengruppe. Das Produkt rangiert mit einem Plus von 2,23 Prozent auf Platz neun im Vergleich.

"Wir haben das sehr niedrige Bewertungsniveau nach den Anschlägen vom 11. September zur Aufstockung unserer vorher untergewichteten Aktienquote genutzt", sagt Brandt. Zugekauft habe er stark gedrückte Werte wie Allianz oder Nokia. Dadurch seien die offensiv geltenden Branchen Finanzen und Technologie "übergewichtet", defensive Bereiche wie Energie und Pharma nun "untergewichtet".

Nach der guten Kursentwicklung der vergangenen Wochen denke er darüber nach, einen Teil seiner Aktien bei weiteren Kurssteigerungen zu verkaufen. Inzwischen seien Dividendentitel nicht mehr billig. Weil die Aktienmärkte schon viel von einer erwarteten Konjunkturerholung im nächsten Jahr vorweg genommen hätten, sei außerdem das Risiko eines nochmaligen Rückschlages in Betracht zu ziehen.

Im Fall einer Reduzierung der Aktienquote wolle er die derzeit leicht unter dem Vergleichsindex liegende durchschnittliche Restlaufzeit der im Fonds befindlichen Rententitel wieder etwas anheben, denn er glaube nicht an eine schnelle, abrupte Zinswende. Brandt legt nach eigener Darstellung seit geraumer Zeit nur in Anleihen aus der Eurozone sowie aus Dänemark an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%