Wertentwicklungsanalyse der gemischten Fonds mit defensiver Anlagestrategie
Gemischte Fonds: Vorsichtige Strategen greifen bei Aktien höchstens zögernd zu

Bei trübem Börsenklima ist Vorsicht Trumpf. Daher kommt die aktuelle Lage jenen Portfoliomanagern zugute, die grundsätzlich stärker auf Anleihen als auf Aktien setzen. Bei den erfolgreichen Strategen von Universal und BWK gehen jedoch die Meinungen über die Perspektiven für Festverzinsliche auseinander.

HB/vwd FRANKFURT/M. Markus Neubauer glaubt an anhaltend niedrige Kapitalmarktrenditen. Der Geschäftsführer bei Universal-Investment, einer von mehreren Privatbanken getragenen Kapitalanlagegesellschaft, rechnet daher mit einem weiter günstigen Anleiheklima. Der von Universal aufgelegte und europaweit anlegende Merck Finck-Universal-Rentenfonds führt den aktuellen Konkurrenzvergleich bei den defensiv ausgerichteten gemischten Fonds an. Dank eines Zwölfmonats-Wertgewinns von 4,34 % per Ende August liegt das Produkt auf Platz eins unter 90 vergleichbaren Angeboten.

Pläne zum Teilverkauf bei Staatsanleihen

Als defensiv gemanagt gelten alle jene gemischten Fonds, zwar grundsätzlich in Aktien und Anleihen anlegen, ihren Schwerpunkt aber generell auf Festverzinsliche legen. So legt der Merck Finck-Universal-Rentenfonds laut Neubauer immer mindestens 80 % seiner Mittel an den Rentenmärkten an. Höchstens 20 % dürfe er bei entsprechend positiver Einschätzung des Fondsmanagements in Standardwerte aus dem Euroraum investieren. Derzeit seien rund 84 % der Mittel in Rententiteln angelegt, etwa 14 % steckten in Aktien, der Rest sei Liquidität.

Bereits vor den Terroranschlägen in den USA sei der Aktienanteil sukzessive abgebaut worden, betont der Universal-Geschäftsführer. Nach der starken Börsenkorrektur im Gefolge der Anschläge habe man die Aktienquote wieder erhöht. Ein weiteres Anheben sei derzeit nicht vorgesehen, weil das momentan rezessive Umfeld die Aktienmärkte in den kommenden Monaten belasten könnte.

Relativ übergewichtet sei man bei Telekom - und Technologiewerten. Die Aktien aus diesen Branchen hätten bereits im Vorfeld der Ereignisse am 11. September stark gelitten. Sie seien außerdem von der Krise weniger getroffen worden, weil jetzt wieder mehr auf elektronischem Wege kommuniziert und weniger gereist werde. Davon dürften beispielsweise Deutsche Telekom und Telefónica besonders profitieren. Diese Aktien seien insgesamt mit über 1 % im Portfolio gewichtet. Kurzfristig übergewichtet habe man Ende September auch Finanzwerte wie Deutsche Bank mit jetzt 0,7 % Fondsquote.

Im Anleihebereich investiere man ausschließlich in Euro-Titeln. Die Hälfte der Mittel entfalle auf Staatsanleihen, die andere verteile sich in etwa gleichmäßig auf Unternehmensanleihen einerseits sowie Jumbopfandbriefe und supranationale Emittenten andererseits. Geplant sei jedoch, Staatstitel in nächster Zeit etwas abzubauen und dafür Unternehmensanleihen mit kurzen und mittleren Laufzeiten guter Bonität, das heißt einem Mindestrating von "BBB", zuzukaufen.

Mit einem Wertgewinn von 2,59 % rangiert der ausschließlich in Euro-Land anlegende W&W Euroland-Renditefonds BWK auf Platz sieben. "Maximal 20 % der Gelder dürfen in Aktien, und hier wiederum ausschließlich in Standardwerten, angelegt werden", erklärt Rudolf Gläsche, der die Baden-Württembergische Kapitalanlagegesellschaft (BWK) bei diesem Fondsprodukt berät. Dem Fondsberater zufolge stecken derzeit knapp 11 % der Mittel in Aktien. Zurzeit seien beispielsweise Nokia, Ahold, Repsol und Eon mit insgesamt über 2 % Fondsquote im Portfolio.

Anfang des Jahres betrug die Aktienquote laut Gläsche nur 10 %. Sie sei in den Folgemonaten sukzessive in fallende Kurse hinein auf rund 13 % ausgebaut worden. Durch die im August und September eingetretenen Kursverluste habe sich er Anteil wieder auf 11 % verringert. "Derzeit denken wir eher darüber nach, die Quote erneut um etwa 3 % aufzustocken", betont der Fondsberater.

Konzentration auf kürzere Laufzeiten

Auf der Anleiheseite konzentriere man sich unter anderem auf Staatsanleihen. Bei Neuanlagen setze man seit kurzem auf Laufzeiten von vier bis sechs Jahren. Gläsche zu den weiteren Perspektiven für Anleihen: "Da wir auch nach den Terrorakten in den Vereinigten Staaten nicht die Gefahr einer anhaltenden tiefen Rezession in den USA sehen, gehen wir davon aus, dass die Kurse der Anleihen mit langen Laufzeiten eher leicht nach unten drehen als noch weiter steigen werden." Deshalb sehe man derzeit auch keine Notwendigkeit, die insgesamt relativ kurze Laufzeitenstruktur des Fonds zu verlängern.

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