Wertentwicklungsanalyse der gemischten Fonds mit flexibler Anlagestrategie
Fondsberater Jens Ehrhardt setzt auf Goldaktien

Sicherheit bleibt Trumpf. Das glauben manche erfolgreiche Anlagestrategen auch jetzt noch. Sie erwarten im Jahresverlauf neuerliche Turbulenzen an den Aktienmärkten. Ihrer Meinung nach könnten Anleihen dann wieder attraktive Wertentwicklungen einspielen.

HB FRANKFURT/M. Die derzeitigen Kursverluste an den Aktienmärkten sind möglicherweise die Vorboten einer Konsolidierung, die im zweiten Halbjahr die bisherigen Kursgewinne zusammenschmelzen lassen könnte. Das glaubt der Fondsberater und konzernunabhängige Vermögensverwalter Jens Ehrhardt von der Dr. Jens Ehrhard Kapital AG. Deshalb könne er sich vorstellen, ab Mai die Cash-Quote im FI Alpha Global zu erhöhen und auch sein Engagement bei Anleihen zu verstärken. Das Produkt der SchmidtBank-Tochtergesellschaft Franken Invest legte in den 12 Monaten per Ultimo Februar um 9,34 % zu und führte damit die flexibel in Aktien und Anleihen investierten Mischfonds an. Mit dem FI Lux Select und dem PH-Diplomat stehen zwei weitere von Ehrhardt beratene Fonds unter den ersten zehn dieser Kategorie.

"Wir setzen seit September sehr stark auf Aktien", sagt Ehrhardt. Die Aktienquote im Alpha Global liege bei 90 %, Renten und Cash machen nur rund 6,5 und 3 % aus. Seine derzeitigen Favoriten seien Gold- und Ölwerte. Stark berücksichtigt seien Titel von Gold Fields (5 % des Fondsvermögens), Anglogold (4 %), Statoil (4 %) und Royal Dutch (2 %). Ehrhardt hält nach seinen Angaben bei einer möglichen Dollar-Schwäche einen kräftigen Anstieg des Goldpreises für wahrscheinlich.

Zudem habe er mit dem Autohersteller Hyundai und dem Chiphersteller Samsung zwei Aktien mit einem Anteil von insgesamt 4 % am Fondsvermögen aus Korea ins Depot aufgenommen. Inzwischen machten ausländische Aktien 40 % des Fondsvermögens aus. Deutsche Titel blieben jedoch mit 50 % der Anlageschwerpunkt. Dabei machten die "alten Favoriten" aus dem MDax wie etwa K+S mit 8 %, Allianz Leben mit knapp 5 % und Krones mit über 3 % mehr als die Hälfte der Deutschland-Position aus.

Entsprechend seiner Skepsis für die Perspektiven des Aktienmarkts sehe er im Anleihebereich in diesem Jahr Chancen. "Wenn sich in der zweiten Jahreshälfte herausstellt, dass der konjunkturelle Aufschwung nicht so stark sein wird wie erwartet, werden die Anleihen mit langen Laufzeiten wieder profitieren", prognostiziert Ehrhardt.

Auf Nummer sicher gehen will auch Frank Tonsen von Veritas SG, einer Tochtergesellschaft der Société Générale. Er hat nach seiner Darstellung im von ihm betreuten Veri-Tresor eine hohe Cash-Quote von 20 %. Tonsen sieht die Risiken für die Aktienmärkte eher im politischen Bereich und nennt die Stichworte Nahost, Kaschmir und Afghanistan. In den vergangenen 12 Monaten verzeichnet der Fonds einen Verlust von 30,23 % und belegt nur Rang 195. Ein Grund: "Wir haben das Portfolio zu früh offensiv auf Aktien ausgerichtet, und dann kam noch der elfte September dazu."

Er sei optimstisch für die Konjunkturentwicklung. Entsprechend dieser Einschätzung liege die Aktienquote bei 70 %, der Anteil der festverzinslichen Papiere sei dagegen auf 10 % beschränkt. Im Aktienteil des Fonds habe er konjunktursensible Werte übergewichtet.

Neben Automobilwerten setze er vor allem auf Technologietitel und Telekomwerte. Stark berücksichtigt sei die Aktie der portugiesischen Vodafone Vodafone-Tochter Telecel Comunicades mit einem Fondsanteil von über 3 %. "Das Mobilfunkgeschäft ist nach wie vor ein Wachstumsmarkt", erklärt der Veritas-Manager. Zudem erwarte er ein Übernahmenangebot der britischen Muttergesellschaft für die noch im Streubesitz befindlichen Titel. Zu den Favoriten gehöre auch die Aktie der Deutschen Telekom: "Die Kursverluste waren völlig überzogen, die Aktie ist wegen der schlechten Stimmung völlig überverkauft."

Im Rentenbereich setze er vor allem auf Pfandbriefe und kommunale Schuldtitel. Hier wolle er angesichts der hohen Aktienquote keine zusätzlichen Risiken hinsichtlich der Qualität der Emittenten eingehenen und nur Titel von höchster Bonität kaufen, wie etwa Bundesanleihen, erklärt Fondsmanager Tonsen.

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