Wertentwicklungsanalyse der größten Branchenfonds
Telekoms bei Fondsmanagern nicht beliebt

Bei den Managern der Branchenfonds stehen Telekomaktien derzeit nicht besonders hoch im Kurs. So investiert der Deka-Tele-Medien Trading Fonds lieber in Medienwerte.

HB/vwd FRANKFURT/M. Fondsmanager Victor Moftakhar, der den Deka - TeleMedien TF (TF steht für Trading Fonds) managt, hält den Telekom-Sektor mit 40 % untergewichtet. "Der Telekommunikationsmarkt in Europa kämpft derzeit noch mit strukturellen Problemen. Viele Telekoms sind überschuldet", sagt er. Medienwerte, in die 55 % der Fondsmittel investiert sind, seien momentan werthaltiger. Doch auch hier halte er sich lieber an die defensiven Werte, sagt der Deka-Fondsexperte. In den vergangenen zwölf Monaten zum Ende Juli erzielte der Fonds eine Performance von-31,34 % und erreichte damit unter den 10 größten ausgewerteten Branchenfonds aus allen Sektoren den Rang 6.

Obwohl Moftakhar die Weltwirtschaft kurz vor einem Aufschwung sieht, könne sich die Bereinigung noch drei bis vier Quartale hinziehen. Doch Medienwerte nehmen nach Ansicht des Fondsexperten den Aufschwung vorweg und weisen sechs bis neun Monate vorher steigende Kurse vor. "Geworben wird prozyklisch mit der Expansion." Zurzeit verlässt sich Moftakhar jedoch noch auf Medien-Unternehmen mit einem relativ kleinen Werbeanteil vom Umsatz. So gehöre AOL Time Warner wegen seiner gesunden Umsatzstruktur mit knapp neun Prozent Fondsanteil zu den größten Positionen im Portfolio, ebenso Walt Disney und Vivendi Universal mit jeweils knapp vier bzw 4,5 %. Das britische Bezahlfernsehen BSkyB (2,5 % Fondsanteil) gehörte seit Jahresbeginn zu den größten Gewinnern unter den Medientiteln im Fonds.

Beim Einkauf im Telekomsektor meidet Moftakhar Unternehmen wie die hoch verschuldete niederländische KPN oder Sonera. Deutsche Telekom, die er Anfang August nochmals reduziert habe, habe er untergewichtet. Statt dessen hält er größere Positionen in British Telecom, die zu den größten Gewinnern seit Jahresanfang zählen, Telefonica, Vodafone und Bellsouth.

Analyst bleibt für dieses Jahr pessimistisch

Dagegen sei Japan eine große Enttäuschung gewesen. NTT habe er bis auf 1,5 % Fondsanteil reduziert, und DoCoMo sei zwar der billigste Mobilfunkanbieter überhaupt, doch die Stimmung sei schlecht und Psychologie spiele in Japan eine noch größere Rolle als hier zu Lande. Für den Rest des Jahres bleibt Moftakhar pessimistisch: "In diesem Jahr kommt nichts mehr. 2002 wird das große Rätselraten."

Etwas zuversichtlicher schaut Michael Sjöström in die Zukunft "seiner" Branche. Sjöström managt den Biotech-Fonds Pictet Global Select Fund - Biotech P der schweizerischen Privatbank Pictet. Die Fundamentaldaten in der Branche hätten sich bereits im zweiten Quartal deutlich verbessert. "Einige positive Überraschungen und viele anstehende wissenschaftliche und klinische Präsentationen sollten Investoren früher oder später zurückbringen", meint der Fondsexperte.

Über die letzten zwölf Monate (per Ende Juli) erzielte der Pictet GSF Biotech eine Performance von-5,83 % und erreichte damit im Vergleich der größten Branchenfonds den zweiten Rang.

Größter Gewinner im Portfolio ist nach Aussage des Fondsmanagers Gilhead Sciences (Fondsanteil: knapp acht Prozent) mit einer Wertentwicklung von 17 % seit Jahresbeginn, gefolgt von Genzyme (Fondsanteil: 7,6 %). Vertex Pharmaceuticals hingegen (Fondsanteil: rund sieben Prozent) seien eine Enttäuschung gewesen. Obwohl der Titel seit Jahresbeginn rund 50 % seines Wertes einbüßte, sei er von den längerfristigen Zukunftsaussichten des Unternehmens überzeugt und habe nachgekauft, sagt Sjöström.

Nach einer kräftigen Konsolidierungsphase meint Sjöström seit Mitte März wieder Kurs-Gewinn-Verhältnisse auszumachen, die einige der großen Biotechs wie Amgen und Genentech attraktiver machen. Die Bewertung von Amgen sei jedoch immer noch übertrieben, sagt der Fondsmanager. Er habe seine Position in Amgen kürzlich zu Gunsten von Genentech reduziert und die Kursverluste von Genentech zum Nachkauf genutzt. Die Cash-Position sei von zwischenzeitlich zehn Prozent auf rund fünf Prozent reduziert worden, sagt Sjöström.

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