Wertentwicklungsanalyse der größten deutschen Aktienfonds
Adig und DWS favorisieren Siemens

Fondsgesellschaften schätzen nicht die gewagten Ausflüge in unsichere Branchen. Die Commerzbank-Gesellschaft Adig etwa setzt auf klassische Value-Papiere. Auch die DWS schätzt bekannte Großen: Favorit ist die Siemens-Aktie.

HB FRANKFURT/M. Ungeachtet der eher rauen Märkte kann Heidrun Heutzenröder von der Commerzbank-Fondsgesellschaft Adig nicht klagen: "Die klassischen Value-Titel habe sich in der aktuellen Schwächephase gut gehalten." Die Fondsmanagerin betreut den auf deutsche Substanzwerte spezialisierten Aktienfonds Fondak. Mit einem Zwölfmonats-Wertverlust per Ende März von nur 2,74 % führt das Produkt die Hitliste der zehn größten deutschen Aktienfonds an. Unter allen 126 Aktienfonds mit dieser Ausrichtung reicht es für den 15. Platz.

"Wir orientieren uns in der unsicheren Marktphase relativ stark an der Benchmark", betont die Fondsmanagerin. Diese Messlatte bestehe zu 60 % aus dem MDax und 40 % aus dem MSCI Value Deutschland. Dieser besteht zum größten Teil aus Dax-Werten. Aktuell sei die Siemens-Aktie mit über 8 % Anteil die wichtigste Einzelposition. Allerdings könne sie sich vorstellen, die Siemens-Aktie in Zukunft niedriger zu gewichten, betont Heutzenröder. Infineon mache derzeit rund 2 % des Fondsvermögens aus, und auch die Deutsche Telekom sei mit knapp 6 % eines der Schwergewichte im Fonds. Sie habe die T-Aktie zuletzt zugekauft, da sie überzeugt sei, dass die Aktie ein Aufwärtspotenzial bis rund 20 Euro habe, spekuliert die Adig-Fondsmanagerin auf kurzfristige Kursgewinne.

Unter den von ihr favorisierten Substanzwerten befinde sich die Aktie des Automobilherstellers Daimler-Chrysler mit knapp 7 % Fondsquote. Sie habe an dem Wert trotz der reduzierten Dividende festgehalten, weil sie überzeugt sei, dass das Schlimmste bei der Integration von Chrysler überwunden sei, ist Heutzenröder optimistisch.

Gut gefalle ihr auch die Beiersdorf-Aktie, die mit über 6 % der am höchsten gewichtete MDax-Titel sei. Das Unternehmen sei gut geführt und habe eine "hervorragende Markenstrategie", lobt Heutzenröder. Zuletzt habe sie allerdings die Übergewichtung etwas abgebaut. Zugekauft habe sie dagegen bei den beiden Maschinenbau-Unternehmen Krones und Jungheinrich.

Börse eilt Entwicklung voraus

"Verhalten optimistisch" ist Susan Dreyer von der DWS. Allerdings hätten die Aktienmärkte bereits viel vom Konjunkturoptimismus vorweg genommen, so dass die wirtschaftliche Entwicklung nicht mit dem Tempo der Börse habe Schritt halten können, erklärt die Fondsmanagerin im Team von Henning Gebhardt die derzeitige Konsolidierung. Der von Gebhardt verantwortete DWS Investa liegt mit einer Performance von-8,60 % auf einem der hinteren Plätze bzw. auf Rang 60 unter allen deutschen Aktienfonds.

Wegen der hohen Gewichtung der Aktien von Siemens, Deutsche Telekom und SAP mit insgesamt über 24 % würden deren Kursverluste im April stark zu Buche schlagen. "Wir haben die T-Aktie zuletzt reduziert und im Vergleich zum Dax untergewichtet", erklärt Dreyer. Neben der großen Schuldenlast deute sich an, dass das Wachstum kurzfristig nicht so hoch wie erwartet ausfallen werde. Der Favorit sei dagegen die Siemens-Aktie. "Wir sehen noch Potenzial wegen der bestehenden Restrukturierungsphantasie", zeigt sich Dreyer angetan.

In der derzeitigen schwierigen Phase investiere das Management bevorzugt auch in konjunktursensible Titel, die günstig bewertet seien, sagt die Managerin und nennt die Titel Linde, Lufthansa und BASF.

Quelle: Handelsblatt

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