Wertentwicklungsanalyse der größten Euro-Rentenfonds
Euro-Rentenfonds: Mercury setzt auf erstklassige Bonität

Dank der positiven Entwicklung des Rentenmarktes konnten alle großen Euro-Rentenfonds gute Renditen erwirtschaften. Fondsmanager von Mercury und Allianz erwarten, dass diese Entwicklung weiter anhält. Nur bei den Aussichten für Unternehmensanleihen sind erste skeptische Töne zu hören.

7.9.2001 HB/vwd FRANKFURT/M. Schlechte Zeiten an den Aktienbörsen sind gute Zeiten für die Rentenmärkte. So haben die zehn volumenmäßig größten von 159 analysierten Euro-Rentenfonds für ihre Anleger in den vergangenen zwölf Monaten zum Teil beachtliche Gewinne erwirtschaftet. Mit einem Wertzuwachs von 7,86 % per Ende Juli schaffte der Mercury ST Global Bond Fund-Euro von Merrill Lynch wieder den Sprung in die Spitzengruppe. Unter allen 159 ausgewerteten Fonds reichte es immerhin zu Rang 40.

Bei der Schuldnerqualität geht Fondsmanager Peter Geikie-Cobb nach eigenen Angaben keinerlei Risiken ein. Rund drei Viertel der Anleihen im Portfolio verfügen über das beste Kreditrating "AAA". Die restlichen Schuldpapiere haben mit den Noten "AA" bzw. "AA+" ebenfalls eine erstklassige Bonität. Der Fonds braucht nicht sein gesamtes Vermögen in Euro-Anleihen zu investieren. Allerdings sind gegenwärtig 70 % in Euro-Papieren angelegt. Um das Währungsrisiko weitgehend zu begrenzen, hat das Fondsmanagement seit Ende Juli den Euro gegenüber den wichtigsten Fremdwährungen US-Dollar, britisches Pfund und japanischer Yen abgesichert. In jüngster Zeit verringerte Rentenexperte Geikie-Cobb die "Gewichtung von US-Dollar-Papieren zu Gunsten zehnjähriger Anleihen aus der Euro-Zone".

Die Untergewichtung japanischer Staatsanleihen will der Merrill Lynch-Fondsmanager beibehalten. "Wir rechnen in Zukunft mit umfangreichen Neuemissionen am Tokioter Rentenmarkt", begründet er diese Entscheidung. Dem gegenüber hält er die westeuropäischen Rentenmärkte auch in den nächsten Monaten für aussichtsreich.

Allianz auf Platz 4

Mit einem Wertzuwachs von 7,7 % in den vergangenen zwölf Monaten per Ende Juli belegt der Allianz Rentenfonds unter den zehn größten Euro-Rentenfonds den vierten Rang. Unter allen 159 untersuchten Rentenfonds reichte das immer noch für eine Platzierung im ersten Drittel. "Seit mehr als einem Jahr sind wir sehr vorsichtig bei Unternehmensanleihen", sagt Fondsmanager Mathieu Louanges zur aktuellen Situation. In seinem Benchmark-Index, dem Lehman Euro Aggregate, sind Unternehmensanleihen mit 14 % gewichtet, in seinem Portfolio beträgt der Anteil der Corporate Bonds nur 6 %. Zum Ausgleich hat Louanges Staatsanleihen und Pfandbriefe mit 34 % deutlich übergewichtet. Man glaube nicht an einen unmittelbar bevorstehenden Konjunkturaufschwung, begründet der Fondsmanager seine Strategie. Er erwartet für die nächste Zeit weiterhin "hohe Kreditrisiken, drohende Firmenbankrotte und zahlreiche überbewertete Unternehmen".

Das Kerninvestment des Allianz Rentenfonds liegt derzeit bei Anleihen mit Restlaufzeiten von drei bis zehn Jahren. Damit will Louanges die von ihm erwartete steilere Zinsstrukturkurve nutzen. Der Allianz-Experte ist positiv gestimmt für die Rentenmärkte in den USA, Europa und "selbst in Japan". Allerdings sei langfristig das Potenzial für Kapitalgewinne kleiner geworden. Einen großen Bogen macht das Allianz-Fondsmanagement um hoch verzinsliche Schuldpapiere, die so genannten High Yield Bonds. "Wegen der hohen Risiken nehmen wir solche Anleihen grundsätzlich nicht in den Fonds auf", so Louanges.

Aber auch deutsche Staatsanleihen betrachtet der Rentenexperte mittlerweile skeptisch. In Österreich, Italien und Frankreich hätten sich Staatsanleihen wegen der dortigen Haushaltskonsolidierung gut entwickelt. "In Deutschland sehen wir aber ein sehr schwaches Wirtschaftswachstum, das nur knapp oberhalb der Nulllinie liegen dürfte", so Louanges. Dies habe negative Auswirkungen auf die Haushaltssituation und führe letztlich zu weiteren Anleihe-Emissionen. Das wiederum setze die Kurse unter Druck.

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