Wertentwicklungsanalyse der größten Euro-Rentenfonds
Fondsmanager erwarten keine Zinserhöhung

Fondsmanager glauben, dass Anleihen ihr Image als sichere Investmenthäfen behalten werden, solange das Vertrauen der Anleger in die Aktienmärkte nachhaltig geschädigt bleibt. Auch die schlechten Konjunkturdaten sprächen nicht für eine baldige Erhöhung der Zinsen.

HB/vwd FRANKFURT/M. Erst zum Jahresende erwartet Frank Grehl, Fondsmanager des Activest Lux-Euro-Medium-Renten, steigende Zinsen in Euroland. "Bis dahin könnten die Anleihenrenditen noch einmal fallen, sofern es an den Aktienmärkten wieder zu heftigen Turbulenzen kommt." Der "Activest Lux-Euro-Medium-Renten" belegt unter den größten Euro-Rentenfonds Rang vier. In der Jahresbilanz steht ein Wertzuwachs von 4,79 %. Unter allen 179 ausgewerteten Rentenfonds mit identischem Universum rangiert Grehls Schützling auf Platz 71.

Nach Angaben Grehls ist sein Fonds indexnah und eher passiv gemanagt. Der Schwerpunkt liegt auf Staatsanleihen mit kurzen und mittleren Laufzeiten. Orientierungsmarke ist der "JP Morgan EMU 3-5"-Index. Laut Grehl sind Staatsanleihen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland gegenüber der genannten Benchmark untergewichtet. Anleihen aus den Niederlanden und Belgien hätten ein stärkeres Gewicht. Jumbo-Pfandbriefe, also Hypotheken-Schuldverschreibungen mit größerem Emissionsvolumen ab 500 Mill. Euro, seien demgegenüber eine ausgezeichnete Alternative zu Staatsanleihen aus den südlichen Ländern Europas. "Die Jumbos haben eine attraktive Verzinsung und einen marktgerechten Kupon. Wir investieren aber nur in sehr gute Qualität mit Bonitätsnoten der Schuldner im oberen A-Bereich", betont Grehl.

Vorläufig würden Anleihen ihren Status als relativ sichere Investments behalten, meint Grehl. Auch die schlechten Arbeitsmarktdaten und die Gefahr, dass die Konjunktur erneut in eine Flaute abtauche, sprächen nicht für zügig steigende Zinsen mit spürbaren Kursverlusten auf der Anleiheseite. "Aber sobald es gute Nachrichten gibt, nehmen die Kurse sowohl an den Aktien- als auch an den Rentenmärkten diese bereits meistens vorweg", betont Frank Grehl.

Laufzeit verkürzen

Kornel Schweers, Fondsmanager bei der Commerzbank-Tochter ADIG, glaubt nicht an das erneute Abrutschen der Weltwirtschaft in die Rezession. Sein Europa-orientierter "Adirenta" erreichte in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von 3,94 %. Unter den volumenstärksten Euroland-Rentenfonds reicht dieses Ergebnis zu Rang sieben. Im Konkurrenzvergleich aller 179 Fonds belegt der Adirenta Platz 130. Nach eigenen Angaben ist der ADIG-Manager im Hinblick auf die Zinsentwicklung in der nahen Zukunft neutral eingestellt. "Grundsätzlich haben wir einen verhaltenen Konjunkturoptimismus. Daher soll die durchschnittlichen Restlaufzeit der im Fonds enthaltenen Schuldpapiere leicht verkürzt werden. Bekanntlich leiden die Kurse kürzer laufender Schuldtitel weniger stark, sobald der Zinstrend nach oben weist. Bei momentan rund 4,4 Prozent Rendite bei den zehnjährigen deutschen Staatsanleihen muss man auf der Hut sein", warnt Schweers.

Orientierungsmarke für den Adirenta ist laut Schweers ein hausinterner Pfandbrief-Index. Hypotheken-Schuldverschreibungen machen dann auch rund 50 % von gut 850 Mill. Euro Fondsvolumen aus. Vergleichsweise stark vertreten sind daneben Staatsanleihen und Sonderinstitute mit einer Quote von 34 % sowie Firmen-Schuldverschreibungen mit einem Anteil von rund 15 %. "Wegen der erwarteten Konjunkturerholung werden wir auch in Zukunft Unternehmensanleihen beimischen", erläutert Schweers einen Aspekt seiner Strategie. Er rechnet damit, dass sich gerade dieser Sektor in den nächsten Monaten besser entwickeln wird als die Pfandbriefe. "Bei einer konjunkturellen Erholung dürfte es mit dem noch vorherrschenden Trend zu Herabstufungen der Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agenturen vorbei sein", glaubt Schweers. Mit der Folge, dass sich die Renditeabstände zwischen Staatsanleihen und Firmen-Schuldverschreibungen verringern, was letztlich auf steigende Kurse bei den "Corporates" zurückzuführen ist.

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