Wertentwicklungsanalyse der größten Euro-Rentenfonds
Fondsmanager gehen bei Käufen von Firmenanleihen vorsichtig vor

Rentenfondsmanager werden zunehmend vorsichtig. "Die derzeitigen Zinstiefs sind vermutlich bereits in den Anleihekursen enthalten", sagt beispielsweise Matthieu Louanges, verantwortlich für den Allianz Rentenfonds. Zwar könnte die Europäische Zentralbank (EZB) noch mehrmals die Zinsen senken. Aggressive Positionierungen würden aber nicht mehr lohnen.

vwd FRANKFURT/M. Der Allianz Rentenfonds zählt zu den zehn größten Euro-Rentenfonds und liegt in dieser Gruppe weit vorne. Unter sämtlichen 161 Euro-Rentenfonds reicht es immerhin noch für Platz 27.

Nach eigenen Angaben ist Louanges seit Beginn dieses Jahres bei Unternehmensanleihen "sehr, sehr vorsichtig gewesen". Dies habe vor allem für Telekompapiere gegolten, die eine sehr starke Korrektur erlebt hätten. Nach der schlechten Kursentwicklung im September seien aber ausgewählte Titel wieder interessant geworden. "Bereits Ende September haben wir einige Unternehmensanleihen gekauft, vereinzelt auch aus dem Telekombereich", erläutert Louanges. Für interessant hält er auch eine Schuldverschreibung von Daimler-Chrysler, die rund einen Prozentpunkt mehr Rendite abwerfe als Bundesanleihen mit vergleichbarer Laufzeit.

Er sei im Fonds mit einer 10 %-Quote von Unternehmensanleihen trotz der Käufe noch untergewichtet. Begründung für seine Zurückhaltung: "Wir rechnen mit einem ungewöhnlich hohen Zahlungsausfallrisiko im Unternehmensanleihensektor." Als warnende Beispiele nennt er den britischen Telekomausrüster Marconi und die Swissair, "die selbst als große Adresse nicht vor dem Konkurs gefeit sind". Dementsprechend seien deren Anleihen sehr schlecht gelaufen.

Momentan enthalte der Allianz-Rentenfonds neben 10 % Unternehmensanleihen 40 % Pfandbriefe. Der Rest ist investiert in Staatsanleihen und Schuldverschreibungen internationaler Organisationen. Italienische und spanische Staatsanleihen seien zu Gunsten deutscher Schuldpapiere reduziert worden. Louanges? Begründung: "Die Anleihen sind sehr gut gelaufen, die Renditevorsprünge haben sich mittlerweile auf nur noch zehn Basispunkte verringert." Allgemein ist Louanges bei Anleihen mit langen Laufzeiten "nicht so optimistisch".

Der Morgan Stanley-Euro Bond Fund, der ebenfalls zu den zehn größten Euro-Rentenfonds zählt, liegt mit einem Wertgewinn von 7,62 % nur auf Platz 111. Eigenen Angaben zufolge hat Fondsmanager David Germany französische, deutsche und holländische Anleihen übergewichtet. Italienische und spanische Schuldpapiere hält der Mann aus dem Hause Morgan Stanley momentan für weniger aussichtsreich. Rund 63 % der Gelder seien in Staatsanleihen investiert, 12 % in Titel internationaler Organisationen und 17 % in Unternehmensanleihen. Firmenpapiere seien demnach übergewichtet. Germany hält die Renditen ausgewählter Unternehmensanleihen für vergleichsweise attraktiv. Allzu hohe Risiken wolle er jedoch nicht eingehen: "Im Schnitt haben die Emittenten eine Bonitätsnote von AA."

In Europa bevorzuge er Anleihen mit längeren Restlaufzeiten. "Die scheinen gegenüber vergleichbaren Dollar- und Yen-Papieren unterbewertet", lautet seine Begründung. Die Strategie in den nächsten Wochen: "Wir halten Ausschau nach attraktiven Papieren im Rating-Sektor A. Deren Gewichtung wollen wir aufstocken. Gleichwohl wird die hohe durchschnittliche Kreditqualität im Fonds beibehalten."

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