Wertentwicklungsanalyse der größten europäischen Rentenfonds
Rentenfonds: DWS zieht Staatsanleihen Pfandbriefen vor

Der Zinsvorsprung von Pfandbriefen gegenüber Staatsanleihen ist abgeschmolzen. Deshalb will DWS-Fondsmanager Bernhard Falk nach eigener Darstellung künftig wieder stärkere Investments in Staatstiteln vornehmen. Am besten gefielen ihm spanische und österreichische Papiere, die - wenn auch kleine - Zinsvorsprünge böten.

HB/vwd FRANKFURT/M. Im Gegenzug reduzieren wolle er sein Pfandbrief-Engagement, das zuletzt mit zur erfreulichen Wertentwicklung des Eurorenta in den vergangenen zwölf Monaten per Ende September beigetragen habe. Mit einem Plus von 8,66 % belegt der Fonds unter den zehn größten Konkurrenzprodukten einen vorderen Platz. Unter allen 83 europäischen Rentenfonds liegt der Eurorenta auf Platz elf.

Der Eurorenta könne zwar auch an den Rentenmärkten der ost- und mitteleuropäischen Länder mit EU- bzw. Euro-Beitrittsphantasie anlegen, erklärt Falk. Allerdings entfielen 78 % der Fondsgelder auf Euro-Renten. Dazu kämen 9 % dänische Pfandbriefe, die aufgrund der weitgehend parallelen Entwicklung der Dänenkrone zum Euro für Euroanleger ebenfalls so gut wie kein Währungsrisiko beinhalteten. Am britischen Rentenmarkt sei er momentan nur noch mit rund 5 % engagiert, habe diese Position außerdem gegen Pfund-Devisenkursverluste abgesichert.

Weiter freundlich tendieren sollten Falk zufolge die Rentenmärkte Eurolands, da sich Europa seiner Meinung nach inzwischen nicht nur im wirtschaftlichen Abschwung, sondern bereits in der Rezession befindet. Weil zudem die Inflation auf dem Rückzug sei, habe die Europäische Zentralbank Spielraum für eine weitere Zinssenkung bis Jahresende, ist Falk überzeugt.

Längere Laufzeiten werden bevorzugt

Bei bonitätsmäßig erstklassigen Anleihen wie Staatsanleihen setze er daher weiter auf den längeren Laufzeitenbereich zwischen sieben und acht Jahren. Bei Unternehmenstiteln hingegen, wo er sich kürzlich auf Titel mit Ratings oberhalb von "A-" zurückgezogen habe, präferiere er kurze bis mittlere Laufzeiten. Nennenswerte Positionen besitze er noch an Anleihen in norwegischen Kronen mit 3 % Portfolioquote. Dazu kämen Titel in den osteuropäischen Währungen Zloty, Forint und Tschechen-Krone mit insgesamt 6 %. Polnische Staatsanleihen wolle er in nächster Zeit zukaufen.

Mit einer Performance von 7,51 % liegt der EKA-Bonds-Europe A unter den zehn größten Europafonds im Mittelfeld, auf Rang 29 im Gesamtklassement. Der Fonds investiert bis zu 20 % seines Vermögens in Festverzinsliche anderer europäischer Währungen außerhalb des Euro-Bereiches. Das erklärt der verantwortliche Fondsmanager der österreichischen Erste-Sparinvest, Karl Brandstötter. Derzeit seien 82 % der Gelder in Euro-Titeln investiert, 10 % in Dänen papieren, 8 % währungsgesichert in britischen Pfund-Anleihen. Geplant sei der Aufbau einer kleinen Position in Schweden-Kronen-Anleihen, die derzeit einen Zinsvorsprung gegenüber deutschen Staatsanleihen von etwa einem halben Prozentpunkt bieten würden.

Neben Staatsanleihen, auf die derzeit mehr als drei Viertel der Fondsmittel entfielen, investiere er auch in Euro-Unternehmensbonds mit einer Mindestbonität von "BBB", so Brandstötter weiter. Derzeit seien rund 23 % in diesem Anlagesegment investiert. Seit geraumer Zeit konzentriere er sich dabei auf defensive Firmenanleihen aus den Bereichen Nahrungsmittel und Tabak.

Die Aussichten für die Rentenmärkte schätze er zumindest noch bis Jahresende als gut ein. "Die anleihefreundlichen, volkswirtschaftlichen Tendenzen - wie niedrige Inflation und niedrigere Inflationserwartungen und die schlechteren Aussichten für das globale Weltwirtschaftswachstum sowie die stark schwankenden Aktienmärkte - werden die Anleihekurse weiter unterstützen", sagt Brandstötter. Daher wolle er weiterhin Anleihen mit längeren Laufzeiten bevorzugen. Im Bereich der Euro-Anleihen bevorzuge er seit geraumer Zeit Laufzeiten von fünf bis fünfzehn Jahren.

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