Wertentwicklungsanalyse der größten gemischten Fonds
Swissca favorisiert Firmenanleihen

Die Manager gemischter Portfolios setzen jetzt ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Während der eine hochverzinslichen Unternehmensanleihen vertraut, will der andere vor allem mit Staatsanleihen Erträge einfahren. Ganz unterschiedlich werden die Konjunkturaussichten beurteilt.

HB/vwd FRANKFURT/M. Die Kapitalmärkte haben die wirtschaftliche Erholung zuletzt zu optimistisch beurteilt, meint Beat Gerber von der Swissca, der Investmentgesellschaft der schweizerischen Kantonalbanken. Gerber ist verantwortlich für den Swissca Portfolio Fund Balanced, der bei neutraler Anlagestrategie im Verhältnis 40/50/10 weltweit in Aktien, Anleihen und Geldmarkttitel anlegt. Das Swissca-Produkt liegt mit einem Zwölfmonats-Wertgewinn per Ende März von 1,82 % unter den zehn größten gemischten Fonds auf einem mittleren Rang. Unter allen 366 Mischfonds bedeutet dieser Wertgewinn Platz 56.

Im Anleihesegment setzt Gerber nach eigenen Angaben inzwischen überwiegend auf Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren. Insgesamt gehe er an den internationalen Rentenmärkten von einer Seitwärtsbewegung der Renditen aus. Mit stark steigenden Zinsen, wie sie nicht wenige Marktteilnehmer erwarteten, rechne er schon wegen der sehr hohen Realzinsen nicht. Vor dem Hintergrund seiner Zinseinschätzung halte er auch an den Aktienmärkten das Risiko für begrenzt. Größere Kurssteigerungen seien jedoch ebenfalls nicht zu erwarten, weshalb er Aktien wie Renten vorläufig weiter neutral gewichten wolle.

In nächster Zeit besser als der Gesamtmarkt abschneiden sollten Titel aus den Bereichen Kapitalgüter, Hotel und Freizeit, dauerhafte Konsumgüter, Automobil sowie Automobilzulieferer. Innerhalb der favorisierten Branchen gefielen ihm unter anderem Linde, Schindler, Hilton Group, Kouni, McDonalds sowie Toyota.

Auf der Rentenseite setze er vor allem auf Firmenanleihen, die in nächster Zeit besser als die momentan untergewichteten Staatstitel abschneiden sollten. "Die sehr groß gewordenen Renditevorsprünge der Unternehmens- vor den Staatsanleihen sollten sich wieder zurückbilden", sagt Gerber. Nach Währungen setze er innerhalb des Rentenportfolios vor allem auf Schweizer-Franken-Anleihen und Euro-Titel.

Vorwiegend in verzinsliche Euro-Wertpapiere legt der im Gesamtklassement mit-0,53 % auf Rang 147 rangierende DIT-Kapital Plus an. Der Fonds dürfe bis zu 30 % europäische Aktien beimischen, sagt Co-Manager Thorsten Winkelmann. Diese Option werde im Regelfall ausgeschöpft: "Normalerweise liegt das Aktien/Renten-Verhältnis recht konstant bei 30 zu 70."

Auf Branchenebene bevorzugten er und Roland Schmitt, der für den Fonds verantwortlich zeichne, neben Werten aus dem IT- und Finanzsektor besonders konjunktursensible Titel aus den Bereichen Basismetalle, Industriewerte sowie zyklische Konsumgüter. "Wir sind der Meinung, dass sich die Weltwirtschaft in einem Erholungsprozess befindet", begründet Winkelmann die Übergewichtung konjunktursensibler Aktien wie des britischen Minenwertes Rio Tinto oder des Autobauers BMW.

Auf der Anleiheseite werde schwerpunktmäßig in Staatsanleihen und Pfandbriefe investiert. "Wir waren in sechs- und siebenjährigen Laufzeiten zu Lasten von langen Laufzeiten übergewichtet. Diese Positionierung haben wir aufgehoben, weil wir eine Stabilisierung an den Euroland-Rentenmärkten erwarten", erklärt Winkelmann.

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