Wertentwicklungsanalyse der größten in Europa anlegenden Aktienfonds
Vodafone gilt als guter Aktien-Tipp

Der Kauf preisgünstig bewerteter Titel lohnt sich. Das galt zumindest für die vergangenen zwei Jahre. Manche Fondsmanager billigen diesen Papieren weiterhin gute Chancen zu. Dazu zählen beispielsweise zwei Experten von Fidelity und Union Investment.

HB FRANKFURT/M. Typische Value-Werte werden auch im laufenden Jahr bessere Anlageergebnisse liefern als Wachstumstitel. Diese Meinung vertritt Anthony Bolton, Fondsmanager des Fidelity Funds – European Growth Fund der US-Fondsgesellschaft Fidelity Investments. Das Produkt ist dank eines Zwölfmonats-Wertverlustes per Ende Januar von nur 7,29 % der Spitzenreiter unter den zehn größten Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Europa. Unter allen 343 Fonds dieser Ausrichtung bedeutet das Rang elf. Bolton rechnet nach seinen Angaben noch in diesem Jahr mit einer Konjunkturerholung in Europa.

"Ich suche die Unternehmen nach unterschiedlichen Kriterien aus, wichtig ist jedoch, dass sie unterbewertet sind", betont er. Dies komme beispielsweise bei vielen Unternehmen vor, die gerade eine Restrukturierungsphase durchmachten. Ebenfalls von Interesse seien Aktien von Unternehmen, die im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen in anderen Ländern, wie beispielsweise in den USA, günstig bewertet seien.

Value-Aktien finde man unter anderem bei Firmen mit geringer oder mittlerer Börsenkapitalisierung. Auf diese Titel entfielen rund die Hälfte der Fondsgelder. Hier sei die Suche besonders lohnenswert, weil diese Titel, weil diese nicht so stark von den Researchhäusern analysiert würden.

Größte Position im Portfolio sei zur Zeit Telecom Italia Risp mit über 2 % Fondsquote. Mit 2 % ebenfalls unter den größten Einzelwerten befinde sich der Mobilfunkanbieter Vodafone. "Vodafone gehört zu den besseren Mobilfunkanbietern und ist weltweit präsent", begründet Bolton. Die Länder- und Sektorengewichtung sei das Ergebnis der Einzeltitelauswahl. Mit knapp 24 % seien konjunktursensible Dienstleistungen am stärksten vertreten. Finanzdienstleister folgten mit rund 20 %.

Auch Fondsmanager Hans Joachim König von Union Investment wählt für den Uni-Europa unterbewertete Aktien aus. "Die Unterbewertung der Aktien wird vom Markt nicht immer sofort erkannt, daher haben wir in den vergangenen zwölf Monaten schlechter abgeschnitten als unsere Indexmesslatte, der MSCI Europe", sagt König von der Fondsgesellschaft der genossenschaftlichen Bankengruppe. Das Produkt liegt mit einem Verlust von 21,33 % im Mittelfeld.

König zufolge ist es noch offen, ob es schon in der zweiten Jahreshälfte 2002 zu einer Wirtschaftserholung in den USA und Europa kommen wird. In den Märkten seien noch zu viele überschüssige Produktionskapazitäten, die erst einmal abgebaut werden müssten. Dies habe weitere Entlassungen und somit auch weniger Konsumnachfrage zur Folge.

Bei der Suche nach unterbewerteten Aktien berücksichtige er unter anderem Kriterien wie eine überdurchschnittliche Gewinndynamik, eine hohe Ertragsstärke sowie eine wettbewerbsfähige Produktpalette. "Das Portfolio ist ausgewogen zwischen Aktien großer und mittelgroßer Gesellschaften strukturiert", erläutert der Fondsmanager. Im Vergleich zur Indexmesslatte sei er in Sektoren übergewichtet, die überdurchschnittliches Wachstumspotenzial aufwiesen. "Dazu gehören beispielsweise die Bereiche Versicherungen und Dienstleistungen, die mit knapp 11 bzw. fast 8 % im Fondsvermögens berücksichtigt sind", so König.

Noch leicht übergewichtet mit rund 15 % sei der Uni-Europa im Bereich Pharma. Der Fondsmanager nennt Sanofi Synthelabo, weil das Unternehmen über eine interessante Produktpipeline verfüge. "Allerdings haben wir unsere Pharma-Position im Portfolio schon reduziert, da die Werte zu teuer geworden sind", ergänzt er. Unterdurchschnittlich sei er im Automobilsektor repräsentiert.

Gute Chancen sehe er dagegen im Mobilfunkbereich, der überproportional wachse. Die dritte Handy-Generation und die dafür nötigen Handsets würden hierzu beitragen. Zu den größten Einzelwerten gehört daher sowohl die Vodafone-Aktie mit fast 4 % Fondsquote als auch Nokia mit 3 %. "Beide Unternehmen haben eine herausragende Stellung im Markt", so König.

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