Wertentwicklungsanalyse der größten international anlegenden Rentenfonds
Rentenfonds: Manager machen Gewinne mit US-Anleihen

Der ACM Global Bond Portfolio und der Uni-Renta haben in ihren Portfolios derzeit Dollar-Anleihen deutlich übergewichtet. In den vergangenen zwölf Monaten war dies die Grundlage für eine erfolgreiche Performance. Die Fondsmanager erwarten, dass die positive Dynamik am Rentenmarkt anhält.

11.9.2001 HB/vwd FRANKFURT/M. Für Rentenfonds, die ihr Vermögen breit über den Globus streuen können, war in diesem Jahr der Dollar-Raum ein gutes Pflaster. Dabei konnten Fondsmanager vor allem mit Unternehmensanleihen den Wert ihrer Portfolios steigern. Unter den zehn volumenmäßig größten international anlegenden Rentenfonds ragt besonders der von John J. Kelley gesteuerte ACM Global Investments-Global Bond Portfolio A heraus. Mit einer Zwölfmonats-Performance per Ende Juli von 15,34 % liegt er an der Spitze der Megafonds. Im Gesamtfeld aller untersuchten 176 Produkte reichte es immerhin noch für den zweiten Rang.

Kelley hat erheblich davon profitiert, dass er Papiere in den Währungen US-Dollar, Kanadischer Dollar und Australischer Dollar deutlich übergewichtete. Der Portfolioanteil dieses Blockes beträgt zur Zeit 37 %, davon lauten allein 33 % der Papiere auf US-Dollar. Maßgebliche Performance-Beiträge steuerten vor allem die Dollar-Unternehmensanleihen bei, die in der ersten Jahreshälfte kräftig aufgestockt wurden. Deren Anteil liegt derzeit bei 16 %. Zinssenkungen der Notenbank und eine Zunahme der Liquidität sind normalerweise gut für Unternehmensanleihen, meint der Rentenexperte.

Momentan ist Kelley vornehmlich in Titeln aus dem Finanzsektor investiert. Hinzu kommen Corporate Bonds aus den Branchen Telekommunikation, Energie und Versorger. Da die Märkte für Unternehmensanleihen in der ersten Hälfte des Jahres sehr schwankten, habe er die Gelegenheit genutzt, um Gewinne mitzunehmen und später günstig wieder einzusteigen. Auch in den kommenden sechs Monaten erwartet Kelley bei Unternehmensanleihen eine bessere Wertentwicklung als bei Staatsanleihen. Nach seiner Einschätzung dürfte die positive Dynamik am Anleihemarkt weiter andauern.

Euroland-Staatsanleihen aufgestockt

Den Anteil der Euroland-Staatsanleihen hat Kelley in jüngster Zeit von rund 35 auf gegenwärtig 40 % aufgestockt. Hier konzentriert sich der Fondsmanager wegen der hohen Liquidität vornehmlich auf deutsche Bundesanleihen. Dagegen sind für ihn die Renditeaufschläge italienischer oder spanischer Staatstitel momentan nicht attraktiv. Von der Europäischen Zentralbank seien in diesem Jahr noch Zinssenkungen von wenigstens 50 Basispunkten zu erwarten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen dürfte aus seiner Sicht in den nächsten sechs Monaten bei 4,75 % liegen. Daher sieht der ACM-Manager im Segment der kurzen Laufzeiten bei Euro-Staatsanleihen die besten Perspektiven. Bei langen Laufzeiten bevorzugt er weiterhin Engagements in Unternehmensanleihen.

Mit einem Wertzuwachs von 8,39 % in den vergangenen zwölf Monaten per Ende Juli liegt der Uni-Renta unter den zehn volumenmäßig größten weltweit investierenden Rentenfonds auf dem achten Rang. Unter allen untersuchten internationalen Rentenfonds belegt das Produkt der Union-Investment einen Platz im oberen Mittelfeld. Auch die Performance des UniRenta wurde von der hohen Gewichtung von US-Anleihen beflügelt, sagt Fondsmanager Stephan Hirschbrich. Derzeit liege deren Portfolioanteil bei knapp 30 %. Am amerikanischen Anleihemarkt baut der Rentenexperte fast ausschließlich auf US-Treasuries.

Gute Chancen sieht er aber auch bei kanadischen Staatsanleihen. Diese haben derzeit einen Anteil von 3,4 % in seinem Portfolio. Weitere 0,5 % entfallen auf festverzinsliche Papiere, die auf Australischer Dollar lauten. Das Gewichtung von Euro-Anleihen hat Hirschbrich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich von 20 auf rund 30 % erhöht. Insbesondere in jüngster Zeit habe er damit auf einen festeren Euro gesetzt, sagt der Rentenexperte. Investiert hat er hauptsächlich in deutsche Bundesanleihen mit Laufzeiten zwischen vier und zehn Jahren. Attraktiv findet er auch lang laufende griechische Staatstitel mit Renditeaufschlägen von 50 Basispunkten im Vergleich zu zehnjährigen Bundesanleihen.

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