Wertentwicklungsanalyse der größten internationalen Rentenfonds
Anleihen bleiben für Fondsmanager interessant

Von den Notenbanken erwartet Rentenexperte Jürgen Jann nach den drastischen Zinssenkungen im vergangenen Jahr nun keine weitere Unterstützung für die Rentenmärkte.

HB/vwd FRANKFURT/M. "Wir gehen davon aus, dass wir die Zinstiefs gesehen haben", sagt der Fondsmanager der zur Dresdner Bank gehörenden Fondsgesellschaft dit Deutscher Investment-Trust. Eine Zwölfmonatsperformance von 8,16 % per Ende Januar bringt den Internationalen Rentenfonds in der Gruppe der zehn weltweit investierenden Rentenfonds mit den höchsten verwalteten Vermögen auf Platz vier. Unter allen 176 Kandidaten dieser Kategorie reicht dieses Ergebnis immerhin für Rang 27.

Mit deutlichen Anhebungen der Währungshüter sei wegen des seiner Meinung nach weiterhin ansprechenden fundamentalen Rentenmarktumfelds auf Sicht der kommenden Monate indessen nicht zu rechnen. Auch am langen Ende des Marktes dürften seiner Einschätzung nach keine bedeutenden Renditenanstiege zu beobachten sein. Für dieses Szenario fühlt sich der dit-Fondsmanager mit dem Internationaler Rentenfonds mit verstärkten Engagements in der Mitte der Zinsstrukturkurve und einer durchschnittlichen Restlaufzeit der im Portfolio befindlichen Anleihen von sieben Jahren gut aufgestellt.

Nach Angaben Janns hat der Fonds im zurückliegenden Jahr von der positiven Einschätzung des US-Dollar und einer Übergewichtung von Dollar-Anleihen gegenüber seinem Referenzindex JPMorgan Government World profitiert. Inzwischen habe sich die Gewichtung seiner US-Engagements jedoch infolge von Gewinnmitnahmen um sieben auf knapp 30 % reduziert. Am amerikanischen Anleihemarkt setzte er zum Einen auf die hoch liquiden Treasuries, berichtet der Experte. Zu seinem Kernportfolio gehörten zum anderen in US-Dollar begebene Staatsanleihen aus Kanada und Portugal, die bei ähnlich guter Bonität abhängig von der Laufzeit um 40 bis 60 Basispunkte höher rentierten als die amerikanischen Staatstitel. Darüber hinaus gefallen ihm Anleihen der im Hypothekengeschäft tätigen Agenturen Fannie Mae, Freddie Mac und Tennessee Value Authority mit Renditevorteilen gegenüber Treasuries von knapp 50 Basispunkten im mittleren Laufzeitensegment. Auf Euro-Papiere entfallen derzeit 35 %.

Mit einer Übergewichtung in US-Dollar-Papieren hat auch der DWS-Inter-Renta von der Stärke der amerikanischen Devise gegenüber dem Euro profitiert. Ein Jahreswertzuwachs von 4,91% bedeutet für das Produkt der zur Deutschen Bank gehörenden Gesellschaft DWS in der Gruppe der größten international anlegenden Rentenfonds Platz neun. Im Gesamtfeld liegt der Fonds mit diesem Ergebnis auf Rang 113.

In den USA setzt DWS-Rentenfondsmanager Heinz Fesser neben US-Treasuries auch wieder auf Unternehmensanleihen. Nachdem die Spreads zu Staatsanleihen erheblich auseinander gelaufen seien, habe er in den vergangenen Wochen unter anderem Firmenpapiere aus den Bereichen Automobil, Energie, Telekommunikation oder Transport gekauft. Zum insgesamt 34-prozentigen Dollarblock des DWS Inter-Renta gehören laut Fesser auch höher rentierliche Papiere in australischem, kanadischem und neuseeländischem Dollar. In Euroland ist der Fonds gegenwärtig mit 25 % der Mittel unterwegs und baut in erster Linie auf Staatsanleihen. Darüber hinaus kaufe Fesser auch im Euro-Bereich Unternehmensanleihen guter Qualität, wenngleich in geringerem Umfang als am liquideren US-Markt für Corporate Bonds.

Osteuropa findet Fesser unter dem Konvergenzgesichtspunkt sehr interessant und hat vor allem polnische und ungarische Titel beigemischt. In Polen sei der Fonds im Laufzeitenbereich zwischen zwei und fünf Jahren engagiert.

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