Wertentwicklungsanalyse der größten internationalen Rentenfonds
Staatsanleihen und sichere Bonds sind Trumpf

Um die Rendite aufzupeppen, setzen die Fondsmanager der größten internationalen Rentenfonds auf skandinavische und osteuropäische Anleihen. Die Fonds DekaRent-International und Pioneer Funds schätzen die Märkte unterschiedlich ein.

HB/vwd FRANKFURT/M. Das Potenzial der großen Märkte hält Andreas Meurer, Experte der zur Sparkassenorganisation gehörenden Fondsgesellschaft Deka Investment, für weitgehend ausgereizt. Da er von einer längeren Phase mit moderatem Wirtschaftswachstum ausgeht, will Meurer bei seinem Fonds DekaRent-International die durchschnittliche Restlaufzeit von aktuell rund acht Jahren verringern.

In den zwölf Monaten bis Ende Juli erwirtschaftete der DekaRent-International einen Wertverlust von 0,58 %. In der Gruppe der zehn volumenstärksten internationalen Rentenfonds belegt das mit einem sehr guten Rating "A" ausgezeichnete Produkt damit Rang fünf. Unter allen 176 Rentenfonds dieser Kategorie landet Meurers Fonds auf dem 99. Platz.

Da seines Erachtens beim Greenback mit dem Rückschlag Richtung Parität zum Euro das Meiste bereits eingepreist ist, hat Meurer sein Dollar-Engagement inzwischen von 20 auf 30 % hochgefahren und liegt damit auf der Höhe seines Vergleichsindex. Wegen des allgemein niedrigen Renditeniveaus hält der Deka-Rentenspezialist US-Staatsanleihen für weniger interessant und hat diese lediglich mit 13 % gewichtet. Mit attraktiven Renditevorteilen von rund 50 Basispunkten lockten die mit der gleichen Quote vertretenen Dollar-Papiere von supranationalen Emittenten wie der Inter American Development Bank sowie von den US-Hypotheken-Instituten Fannie Mae und Freddie Mac.

Während Meurer um den Jahreswechsel noch mit 10 % in US-Unternehmensanleihen investiert war, hat er deren Quote wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit in den vergangenen drei Monaten auf knapp 5 % reduziert. Zurzeit setzt er auf Papiere des Autokonzerns General Motors. Der Anteil an Euro-Anleihen des Deka-Fonds beträgt 39 %. Rund die Hälfte davon entfällt auf Staatsanleihen - wobei Meurer auf eine Mischung vornehmlich belgischer, deutscher, französischer und spanischer Staatsanleihen setzt.

Im europäischen Ausland hat Meurer jüngst eine einprozentige Anfangspositionen in der norwegischen Krone aufgebaut. In Norwegen kaufe er wegen der hohen kurzfristigen Sätze ausschließlich Geldmarkttitel, sagt der Experte. Außerdem mischt der Deka-Mann Anleihen in lokalen Währungen von osteuropäischen Beitrittskandidaten zur Europäischen Union bei. Gelohnt haben sich Meurer zufolge die Investitionen in polnischen Zloty-Anleihen, bei denen er nach erfreulichen Entwicklungen auf der Währungsseite Gewinne mitgenommen habe. Deutlich bessere Chancen bieten seiner Einschätzung nach gegenwärtig die Märkte in Ungarn und der Slowakei.

Pioneer: Keine Einzelmärkte bevorzugen

Eine Einjahres-Performance von-2,24% bringt den Pioneer Funds - International Bond A unter den zehn Fonds mit den höchsten verwalteten Vermögen auf Platz sieben. Im Gesamtfeld bedeutet dies für den Fonds der zur UniCredito Italiano gehörenden Gesellschaft Pioneer Investments Rang 141.

Fondsmanager Mauro Ratto bevorzugt momentan Staatsanleihen und Papiere supranationaler Emittenten. Euro-Anleihen hat der von Dublin aus tätige Experte gegenwärtig mit 32 % im Portfolio gewichtet. Da er die Renditeabstände in der Eurozone gegenwärtig für angemessen einstuft, präferiere er nicht einzelne Märkte. Im übrigen Europa gefallen ihm schwedische Staatsanleihen, die er im Portfolio mit einer Quote von 4 % vergleichsweise hoch gewichtet hat. Auf mittlere Sicht sei im zehnjährigen Laufzeitenbereich ein Renditevorsprung schwedischer Staatstitel gegenüber deutschen Bundesanleihen von 60 Basispunkten zu erzielen, sagt Ratto.

Im US-Dollar ist der Pioneer Funds - International Bond A derzeit mit 30 % der Mittel engagiert. Dabei favorisiert Ratto bei den kürzeren Laufzeiten bis fünf Jahre festverzinsliche Titel von Agencies und supranationalen Emittenten, während er bei späteren Fälligkeiten auf die liquideren US-Staatsanleihen setze, sagt Ratto.

Auf Titel in japanischem Yen entfallen nach Angaben des Rentenexperten momentan 27 % der Mittel. In Japan konzentriere er sich auf Anleihen mit kurzen und mittleren Laufzeiten, sagt Ratto.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%