Wertentwicklungsanalyse der größten Schwellenländer-Aktienfonds
Indiens Softwareaktien auf der Kaufliste

Die Fans der Emerging Markets müssen viel Geduld mitbringen. Auch in diesem Anlagesegment dominieren Verluste die Wertentwicklungsstatistik. Aber das britische Investmenthaus Baring macht Hoffnung. Die Strategen von Chase Fleming setzen unter anderem auf Asiens High-Tech-Werte.

HB/vwd FRANKFURT/M. Cliff Lloyd hat bei den stark gebeutelten Technologieaktien wieder zugekauft. Er managt den FF-Fleming Emerging Markets Fund. Seine Strategie scheint sich bezahlt zu machen, denn der Fonds schneidet mit einer Zwölfmonats-Wertentwicklung per Ende November von-5,87 % im Vergleich der zehn größten international anlegenden Schwellenländer-Aktienfonds noch gut ab. Unter allen 53 in Deutschland angebotenen Produkten mit dieser Anlageausrichtung bedeutet das Platz 17.

Wie Lloyd von der internationalen Investmentfirma Chase Fleming berichtet, ging er mit einer Übergewichtung im Telekommunikationsbereich in das vergangene Jahr. Diesen Anteil habe er dann im ersten Quartal noch rechtzeitig vor dem dramatischen Einbruch der High-Tech-Werte reduziert und so Kursgewinne gerettet. Software-Titel seien zu dieser Zeit im Fonds unterrepräsentiert gewesen.

Da die Kurse dieser Werte im Zuge des dramatischen Einbruchs an der Nasdaq erheblich unter die Räder gekommen seien, habe er im Jahresverlauf die ermäßigten Kursniveaus zur Erhöhung der Aktienquote im IT-Sektor genutzt. Im Endeffekt sei der Technologiesektor nun im Fonds prominenter vertreten als im Vergleichsindex MSCI Emerging Markets. Durch Zukäufe der taiwanesischen Technologiewerte Hon Hai Precision und UMC, der indischen Software-Schmieden Infosys und Satyam sowie des israelischen Weltmarktführers bei Internet-Sicherheits-Software Check Point Software Technologies hätten sich die Portfolioanteile der Heimatländer dieser Unternehmen entsprechend deutlich erhöht. Zugekauft habe er ferner unter anderem beim südafrikanischen Möbelhersteller Steinhoff sowie beim mexikanischen Flughafenbetreiber Asur.

Brasilien und Mexiko taten gut...

Gegenwärtig dominierten im Portfolio des FF-Fleming Emerging Markets Fund Aktien aus der Region Asien mit einem Gewicht von über 47 % eindeutig. Die Quoten von Hongkong, Indien, Südkorea und Taiwan würden bei jeweils mindestens 10 % liegen. Auf Lateinamerika entfielen knapp 26 % der Mittel, wobei Lloyd nach seinen Angaben fast ausschließlich auf Brasilien und Mexiko setzt. Die fast 9 % europäischen Aktien verteilten sich auf Griechenland, Polen, Ungarn und die Türkei.

Ein Zwölfmonats-Minus von 9,09 % bringt den von Kate Munday gesteuerten Baring EMUF Emerging Markets Fund-Global unter den zehn größten globalen Schwellenländer-Fonds auf Rang 25. Munday zufolge tat es der Wertentwicklung ihres Fonds im vergangenen Jahr recht gut, dass sie sich auf Regionenebene zu Lasten Asiens auf Lateinamerika - und hier vor allem auf die beiden Länder Brasilien und Mexiko - konzentrierte. Belohnt worden sei auch das schrittweise Absenken ihrer Engagements am griechischen Aktienmarkt auf Null. Denn an der Athener Börse hatte sich nach ihrer Einschätzung eine Spekulationsblase gebildet. "Das war eine gute Entscheidung, da der Markt danach erheblich gefallen ist", blickt die Managerin der britischen Investmentgesellschaft Baring zurück.

Auf Einzeltitelebene hätten insbesondere die Engagements in Brasilien erfreuliche Performance-Beiträge geliefert. So seien im ersten Quartal die Kurse der Telekomwerte wie Embratel oder Tele Norte Leste gestiegen, zur Jahresmitte Konsumwerte wie der Getränkehersteller Ambev oder die Supermarktkette Pao de Acucar. Sehr gut entwickelt habe sich ebenfalls die Aktie der Ölgesellschaft Petrobras, bei der Munday massiv zukaufte, als die brasilianische Regierung ihren Anteil am Unternehmen verringerte.

"Wir sind nahe am Wendepunkt", sieht Munday bald bessere Zeiten für die Emerging Markets und damit auch für ihren Fonds anbrechen. Während sie auf Sicht von drei Monaten eher vorsichtig optimistisch ist, seien die Perspektiven für die nächsten sechs bis zwölf Monate recht gut.

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