Wertentwicklungsanalyse der größten Schwellenländer-Aktienfonds
Russische Ölaktien ganz oben auf den Favoritenlisten

"Wir sind zurzeit an den Aktienmärkten der Emerging Markets vorsichtig", sagt Investment-Analyst Jarl Heijstee von der niederländischen Fondsgesellschaft ABN Amro Asset Management.

HB/vwd FRANKFURT/M. Als Belastung für die Börsen in den Schwellenländern nennt er das erwartete schwache Wachstum in den USA und in Europa. Da die Emerging Markets mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von neun niedrig bewertet seien, sei das Rückschlagpotenzial aber begrenzt.

Heijstee erwirtschaftete mit dem ABN Amro Global Emerging Markets Equity Fund in den zwölf Monaten per Ende September einen Wertgewinn von 5,07 %. Unter den zehn größten Schwellenländer-Aktienfonds belegt das Produkt damit einen der vorderen Ränge.

Punkte gesammelt hat der Fonds nach Angaben Heijstees insbesondere mit der Übergewichtung Asiens seit Herbst vergangenen Jahres, als die Märkte Südkorea, Taiwan und Thailand zu kräftigen Kurssprüngen ansetzten, die bis ins Frühjahr anhielten. Kürzlich sei die Asienquote wegen der Zweifel am US-Wachstum von rund 60 auf neutrale 56 % gesenkt worden. Übergewichtet sei der Fonds in Indien, das vom globalen Wachstum isoliert sei. "Indien ist eine relativ geschlossene Wirtschaft und hat daher eine eigene Dynamik", sagt er. Aufgestockt habe er dort im Bereich Pharma und Gesundheit, zum Beispiel mit Werten wie Ranbaxy und Cipla. In Südkorea gefällt Heijstee die robuste Binnenkonjunktur. Sein Favorit ist der mit 7,6 % am höchsten im Portfolio gewichtete Elektronikkonzern Samsung Electronics. Zu den Top-Ten-Titeln zählen auch das größte Kreditinstitut des Landes, die Kookmin Bank, und der Mobilfunkanbieter SK Telecom. Die aus den Verkäufen in Asien stammenden Mittel habe er in Osteuropa investiert, sagt Heijstees. In Russland setze er auf Ölwerte wie Lukoil. Die schnell wachsende Inlandskonjunktur sollte bei russischen Konsumwerten wie dem Hersteller von Saft- und Milchprodukten, Wimm Bill Dan, die Kassen klingeln lassen. "Wir bleiben pessimistisch für Lateinamerika", sagt Heijstee.

Mit einem Ein-Jahres-Wertzuwachs von 2,36 % belegt der Baring EMUF - Global Emerging Markets Fund unter den zehn größten Schwellenländerfonds Platz 6. Nach Angaben von John Payne, stellvertretender Leiter des Global Emerging Markets Teams, hat der Fonds innerhalb des Asien-Engagements defensivere Märkte übergewichtet. Mit 9,2 % setze er auf China, wo Payne Potenzial im Konsumsegment und einigen Exportbereichen sieht. Zu seinen Lieblingstiteln gehört der Mobilfunkanbieter China Mobile. Aussichtsreich sei auch der wachsende chinesische PC-Hersteller Legend. Ebenfalls unter defensiven Gesichtspunkten sei Malaysia mit 7,5 % prominent im Portfolio vertreten, so Payne. Dort beobachte er eine zunehmende Nachfrage nach Krediten zum Erwerb von Autos und Häusern, wovon die Geschäfte des Kreditinstituts Public Bank beflügelt werden sollten.

Etwas vorsichtiger sei der Fonds mittlerweile in Südkorea, wo die Erholung bereits recht rasant gewesen sei und sich nun etwas abschwächen könnte. Dennoch dominiere Südkorea weiterhin mit einer Quote von 23 % im Portfolio. Auch beim Baring EMUF - Global Emerging Markets Fund ist Samsung Electronics mit einer Gewichtung von 8,1 % die mit Abstand größte Position. Aus den übrigen Regionen gefallen Payne russische Energietitel, die attraktiver bewertet seien als ihre amerikanischen und europäischen Wettbewerber. Interessant seien Yukos Oil und Gazprom.

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