Wertentwicklungsanalyse der größten weltweit anlegenden Aktienfonds
Fondsmanager setzen auf Pfizer und Citigroup

Europa oder Amerika - über die beste Region für ihre Aktienkäufe sind sich die Manager der größten weltweit anlegenden Aktienfonds uneinig.

HB/vwd FRANKFURT/M. Thomas Meier, der bei Union Investment Privatfonds den Uni-Global managt, hat Titel aus Europa momentan deutlich übergewichtet. Der Anteil deutscher Aktien sei mit rund 15 % relativ hoch. Auf US-Aktien entfallen rund 40 % des Fondsvolumens. Sie sind damit um 15 % gegenüber dem Vergleichsindex untergewichtet. Unter 326 ausgewerteten weltweit investierenden Aktienfonds belegt das Produkt mit einem Zwölfmonatswertverlust per Ende Januar von 35,58 % den 145. Platz; in der Tabelle der zehn größten Fonds dieser Kategorie reicht es für den fünften Rang. Meier hält den Bewertungsabschlag europäischer Aktien für übertrieben. "In Europa haben viele Unternehmen bei den Restrukturierungsbemühungen deutlich aufgeholt", sagt er. Dies gelte insbesondere für Deutschland, auch wenn die Strukturprobleme nicht zu leugnen seien.

Nach Branchen stellen laut Meier Finanzdienstleister mit knapp 26 % den größten Anteil des Portfolios, dahinter folge mit knapp 15 % der Bereich Gesundheit mit Pharma- und Medizintechnikaktien. Mit einer Gewichtung zwischen 2,5 % und 3 % setzt Meier bei den Einzelwerten stark auf den Pharmakonzern Pfizer sowie die Finanzwerte Citigroup und Deutsche Börse. Die längerfristige Perspektive sei für Aktien günstig: "Wer jetzt gute Werte einkauft, wird in ein, zwei Jahren nicht enttäuscht sein. Die aktuellen Bewertungen haben viele Probleme wie den Irak-Krieg schon antizipiert, daher findet man vor allem in Europa gute Unternehmen zu Schnäppchenpreisen", sagt Meier.

Mit einem Volumen von 5,8 Mrd. Euro ist der Robeco N.V. eines der größten Produkte im Fondsvergleich; in der Tabelle der zehn größten weltweit anlegenden Aktienfonds rangiert das Produkt der niederländischen Fondsgesellschaft Robeco Group mit einem Zwölfmonatswertverlust von 38,40 % auf dem achten Platz.

Auch Fondsmanager Jacob van Duijn hält große Stücke auf Pfizer und Citigroup, die mit Anteilen von jeweils knapp 2 % zu den größten Einzelwerten im Bestand gehörten. Ebenfalls gut investiert sei der Fonds beim US-Pharmariesen Merck sowie bei Microsoft und der Bank of America.

Derzeit ist der Fonds van Duijn zufolge voll investiert. Die Bereiche Informationstechnologie und Telekommunikation seien ebenso übergewichtet wie Finanz- und Gesundheitswerte. In diesem Monat kaufe er bei Pharmawerten angesichts der günstigen Bewertungen zu. Regional seien US-Aktien mit gut 65 % Fondsanteil dominierend. "Die amerikanische Wirtschaft ist wesentlich stärker als die europäische, und die Abwertung des Dollars verleiht den amerikanischen Unternehmen mehr Wettbewerbskraft auf den Weltmärkten", sagt der Robeco-Experte. Zuletzt hat van Duijn nach eigenen Angaben den Europa-Anteil auf unter 30 % reduziert und dafür Japan übergewichtet: "Der japanische Aktienmarkt wird zum Ende des dortigen Fiskaljahres am 31. März noch anziehen. Außerdem bessern sich in Japan das makroökonomische Umfeld und die Unternehmensergebnisse."

Einen negativen "Irak-Effekt" in Bezug auf sein Portfolio sieht der Niederländer nicht: "Der Krieg im Irak wird nur kurz dauern und eindeutig zugunsten der USA und ihrer möglichen Verbündeten entschieden. Dies würde eine Menge Unsicherheit aus dem Markt nehmen und dem Robeco-Portfolio zugute kommen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%