Wertentwicklungsanalyse der in Asien investierenden Aktienfonds
Fondsmanager bauen auf die Binnennachfrage

Die Asean-Staaten sind für Fondsmanager wieder interessant. Ihnen gefällt die geringer werdende Abhängigkeit der Region von Exporten in die USA und die wachsende Binnennachfrage.

HB/vwd FRANKFURT/M. Exporte, volkswirtschaftliche Reformen und steigender Konsum sind für Joseph Wat die marktbestimmenden Trends 2002 in den Asean-Staaten. "Gerade die zehn Länder der Asean-Gemeinschaft sollten in der Pazifik-Region weiter vom globalen Trend der Produktionsverlagerung profitieren. Für Unternehmen in den Industriestaaten wird es immer wichtiger, ihre Kosten zu senken", meint der Fondsmanager des Invesco GT Asean Fund. Er lässt sich auch von der Gewinnwarnung des Singapurer Auftragsfertigers Flextronics für das laufende Quartal nicht von seiner positiven Einschätzung für die Outsourcing-Branche abbringen. Mit einem Wertzuwachs in den vergangenen zwölf Monaten per Ende April von 36,52 % liegt der von Wat betreute Fonds der Invesco Global Investment Funds Limited unter 98 Pazifik-Fonds (ex Japan) auf Rang zwei.

Das Schwergewicht auf Sektorenebene liegt mit 30,9 % jedoch bei den Finanzdienstleistern und hier laut Wat vor allem auf dem Bankensektor; Versicherungen seien unter den 76 Titeln im Portfolio nicht vertreten. Mit Overseas Chinese Bank (3,5 %), United Overseas Bank (3,3 %), DBS Holdings (3,0 %) und Hong Leong (2,9 %) finden sich unter den fünf Top-Titeln gleich vier Finanzinstitute. Wat hat mit dieser Auswahl nach eigener Aussage auf die Konsolidierung im Bankensektor reagiert.

Für viel versprechend hält Wat auch die Entwicklung des Konsums in den Asean-Ländern. Im Stadtstaat Singapur entfielen beispielsweise knapp 50 % des Bruttosozialprodukts auf Konsum. Insgesamt übertreffe die Erholung in der Region seine Erwartungen. Selbst wenn die US-Konjunktur ins Taumeln gerate, dürften die Asean-Staaten nach Wats Einschätzung dadurch nicht mehr ganz so stark aus der Bahn geworfen werden wie früher.

Ähnlich schätzt Bernard Moody von Sarasin Investment Management Ltd., London, die Region ein. Er vermerkt positiv die geringer werdende Abhängigkeit der Region von den Exporten in die USA. Staaten wie Korea, aber auch Malaysia, Thailand und Indonesien entwickelten eine zunehmend stärkere Binnennachfrage. Moody setzt beim Sarasin EmerginSar-Asia nicht nur auf die Asean-Staaten, sondern nutzt die gesamte Pazifik-Region für seine Investmententscheidungen.

Der von ihm betreute Fonds erreichte mit einem Zwölfmonats-Wertgewinn von 25,59 % Platz fünf im aktuellen Ranking. Moody legt sein Hauptaugenmerk nach eigenen Angaben vor allem auf Korea, Taiwan, Singapur und China. "Wir streben ein konstant gewichtetes Portfolio an, das auf dem Mittelwert aus der Benchmark IFC Investable Asia und einer Ländergleichgewichtung basiert", erläutert der Fondsexperte.

Während Joseph Wat auf Einzelaktien setzt, schwört Moody auf geschlossene Länder- oder Regionenfonds. Tabu seien dabei Fonds, die sich auf Futures oder Optionsscheine, Immobilien, Wagniskapital oder Geldmarktinstrumente spezialisierten. Die drei größten Positionen im Sarasin EmergingSar-Asia entfallen derzeit auf Asia Tigers Fund Inc, Korea Fund Inc und Scudder New Asia Fund Inc. Fallweise fänden sich im Portfolio aber auch Indexzertifikate und Aktien von Unternehmen aus den Schwellenländern. "Wir sind jederzeit in 15 bis 20 Märkten investiert und halten gleichzeitig die Ländergewichtung konstant", erläutert der Fondsmanager. Die dazu notwendigen regelmäßigen Anpassungen würden monatlich vorgenommen.

Für 2002 ist Moody vorsichtig optimistisch. Mit Sorge erfüllt ihn die Möglichkeit einer globalen Rezession. Genauso ungünstig schätzt er jedoch auch ein zu starkes Wachstum ein, das steigende Zinsen nach sich ziehen könnte. Dadurch seien Investitionen in den USA wieder interessanter als solche in Asien. Politische Unsicherheiten wie die weitere Entwicklung des Konfliktes zwischen Indien und Pakistan spielten ebenfalls eine Rolle für das Investitionsklima in der Pazifik-Region.

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