Wertentwicklungsanalyse der in Euro-Land anlegenden Aktienfonds
Bargeld ist der sichere Hafen

Der Trendconcept-Universal-Fonds-Aktien-Europa investiert derzeit vor allem in den Geldmarkt. Der Templeton EuroMarket Growth Funds sucht nach unterbewerteten Aktien.

HB FRANKFURT/M. "Intakter Abwärtstrend mit kurzfristigen technischen Erholungen", so charakterisiert Jürgen Reitz die Lage an den europäischen Aktienmärkten. Er ist geschäftsführender Gesellschafter bei der TrendConcept Vermögensverwaltung, Wiesbaden, und Berater des Trendconcept-Universal-Fonds-Aktien-Europa von Universal-Investment. Reitz fängt die Marktrisiken mit einer extrem geringen Investitionsquote im Fonds ab: 25 %, der Rest sind Geldmarktanlagen. Deshalb kann sich der Fonds auch relativ gut halten. Er liegt mit einer Werteinbuße von 9,44 % in den vergangenen zwölf Monaten per Ende Juni auf dem ersten Platz unter 71 Euro-Land-Aktienfonds.

Für den Managementstil des Fonds spiele die Prognose der Märkte jedoch keine Rolle, betont der Fondsberater. Die Investitionsquote werde durch ein computergesteuertes Modell bestimmt. Einschätzungen eines Fondsmanagers spielten keine Rolle. Entscheidungen würden vielmehr auf Basis der mathematisch messbaren Trendsituation der Kurse einzelner Indexaktien getroffen. Je mehr Aktien aus dem Dow Jones Euro Stoxx 50 keinen positiven Kurstrend aufwiesen, desto größer sei der Anteil an risikolosen Geldmarktanlagen am Fondsvolumen.

"Die Gewichtung einzelner Aktien und Branchen im Fonds ergibt sich aus der Marktkapitalisierung beziehungsweise dem Free Float der im Index vertretenen Titel. Eine Favorisierung einzelner Segmente ist nicht vorgesehen", sagt Reitz. Als Beispiel für diese emotionslosen Anlageentscheidungen führt Reitz die Deutsche Telekom an: Da die T-Aktie vor längerer Zeit ihren Aufwärtstrend verletzt habe, sei ihre absolute Position frühzeitig um bis zu 80 % reduziert worden. Sollte sich in der Zukunft wieder ein objektiv messbarer Aufwärtstrend entwickeln, werde die Gewichtung automatisch wieder nach oben angepasst.

Zu den relativ größten Fondspositionen gehören auf Grund der Gewichtung des Dow Jones Euro Stoxx 50 Royal Dutch, Total Fina und Nokia. Die Gewichtung dieser Titel sei derzeit durch Trendverletzungen in der Vergangenheit noch auf rund 25 % ihres normalen Wertes reduziert.

Templeton: Kurzfristige Schwankungen unbedeutend

Ken Cox ist kein Freund von kurzfristigen Portfolioveränderungen. "Wir halten unsere Positionen zwischen drei und fünf Jahren", sagt der Fondsmanager des Templeton EuroMarket Growth Funds der US-Investmentgesellschaft Franklin Templeton Investments. Der Fonds liegt mit einem Minus von 12,77 % auf Platz drei.

"Wir suchen nach Aktien, die langfristig unterbewertet sind", erklärt Cox. Da dabei kurzfristige Marktveränderungen für ihn keine Rolle spielten und seiner Meinung nach Marktentwicklungen nicht exakt prognostiziert werden können, halte er sich mit Marktausblicken zurück und konzentriere sich stattdessen auf die Analyse einzelner Unternehmen.

Mit 9 % am höchsten sei der Bankensektor gewichtet. "Ich bevorzuge spanische und italienische Banken, da in beiden Ländern die Konsolidierungsprozesse im Bankensektor gut vorankommen", sagt Cox. Im Portfolio vertreten sei beispielsweise die spanische Bank San Paolo mit 1 % Fondsquote. Die Aktie der niederländischen Bankengruppe ING ist mit etwas höherem Anteil vertreten.

Gut gefallen Cox auch Unternehmen aus der Verpackungsindustrie. Auf knapp 2 % Fondsquote komme der finnische Papierhersteller M-Real, der sehr profitabel arbeite. Obwohl der Telekommunikationssektor unterrepräsentiert sei, gehörten sowohl Portugal Telecom als auch Telefonica neben M-Real mit jeweils rund 2 % Quote zu den drei größten Portfoliopositionen. "Ich beobachte Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche sehr genau. Es gibt dort zwar viele schwache Unternehmen, aber Portugal Telecom und Telefonica werden zu den gehören, die die Baisse überleben werden", ist Cox überzeugt. Gleiches gelte für das französische Unternehmen Alcatel.

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