Wertentwicklungsanalyse der internationalen Aktienfonds
Gläserner Fonds kauft Indexprodukte und T-Aktie

Der jüngste Börsenaufschwung macht Hoffnung. Manche global ausgerichteten Portefeuilles liegen auf Jahressicht nur noch knapp in der Verlustzone. Allein im Oktober erzielten manche Fondsmanager zweistellige prozentuale Wertzuwächse. Das zeigt der aktuelle Performancevergleich.

HANDELSBLATT, 26.11.2001 HB FRANKFURT/M. Eigentlich kam Fondsmanager Peter Huber zu den hohen Gewinnen bei Siemens und Deutsche Telekom am vergangenen Donnerstag wie die Jungfrau zum Kinde. Weil die Banken nach den Anschlägen in den USA den Handel mit Indexzertifikaten - damit auch Dax-Produkten - ausgesetzt hatten, kaufte er notgedrungen Dax-Aktien. Die jüngsten Trading-Erfolge spiegeln die antizyklische Anlagestrategie des Gesellschafters der bankenunabhängigen StarCapital AG wider. Der Stratege kauft dann, wenn die Stimmung am schlechtesten ist. Die vergangenen zwölf Monate waren relativ erfolgreich: Ein Verlust von 5,03 Prozent per Ende Oktober bringt den von Huber gemanagten DG Lux Multi Manager Starpoint auf Platz vier unter 274 international anlegender Aktienfonds.

Dass die Transaktionen des Managers auf den Tag genau nachvollziehbar sind, liegt daran, dass der Starpoint-Fonds seit kurzem ein so genannter "gläserner Fonds" ist, der sehr zeitnah im Internet Aufschluss über Umschichtungen gibt. Damit will man Kunden und Dachfondsmanagern eine nachvollziehbare Strategie an die Hand geben.

"Nach den hohen und marktbreiten Kursstürzen setze ich auf Indexzertifikate", erläutert Huber. Diese Produkte machen derzeit gut 37 Prozent des Portefeuilles aus. Mit rund zwölf Prozent sind dabei Dax-Zertifikate und der börsengehandelte Indexfonds "Dax Ex" der Hypo-Vereinsbanktochter Indexchange die größten Positionen. Ein Euro-Stoxx-50-Zertifikat von ABN Amro macht über acht Prozent des Fonds aus. Ein Nasdaq-100-Zertifikat ist mit knapp vier Prozent ebenfalls ein Schwergewicht.

Vorsichtiger geht Huber bei Einzeltiteln vor: Er investiert zumeist weniger als ein Prozent des Fondsvermögens in einzelne Aktien. Werthaltige Titel ("Value"-Aktien), vorwiegend aus dem MDax für mittelgroße Aktien, machen dabei 23 Prozent der verwalteten Mittel aus. "Diese Titel habe ich vor allem im vergangenen Jahr gekauft, als die Bewertungen günstig waren", sagt Huber. Wachstumswerte sind dagegen nur mit vier Prozent berücksichtigt. Besonders gefallen Huber derzeit Turn-around-Unternehmen, die eine Wende in der Ertragslage erwarten lassen. In diesen Werten stecken 16 Prozent der Fondsgelder. Hier will der Stratege einen Teil seiner Kasseposition von zehn Prozent investieren. Er konzentriert aber nicht mehr als ein Prozent der Mittel auf solche Werte wie Alcatel, Cable and Wireless und KPN.

Klaus Hagedorn, Fondsmanager des Metzler International Growth, bewies in den vergangenen zwölf Monaten Durchhaltewillen. Trotz der massiven Kursverluste blieb er seinem Wachstumsansatz treu. Als Folge verlor der Fonds der Investmentgesellschaft des Bankhauses Metzler im Zwölfmonatsrückblick 60,19 Prozent und liegt damit auf Platz 270 der Tabelle. "Im Gegensatz zu anderen Anbietern von globalen Wachstumsfonds investieren wir in schlechten Zeiten nicht in so genannte Value-Aktien und bauen keine große Kassenposition auf", begründet Hagedorn. Er halte es für gefährlich, zwischen verschiedenen Anlagestilen zu wechseln, da man dabei Gefahr laufe, den Wendepunkt zu verpassen. Der Stratege ist überzeugt, dass Wachstumswerte in den kommenden Jahren erfolgversprechend sind. "Die Inflationsrate wird in nächster Zeit niedrig bleiben, was die hohen Kurs/Gewinn-Verhältnisse der Wachstumsaktien rechtfertigt", sagt Hagedorn. Er erwartet einen Konjunkturaufschwung im ersten Quartal 2002.

Bereiche Gesundheit und Finanzdienstleister sind interessant

Interessant sind für Hagedorn auf Grund der demographischen Entwicklung Aktien aus den Bereichen Gesundheit und Finanzdienstleister, die er mit 27 bzw. 22 Prozent gewichtet. Technologie und Telekommunikation sind mit 20 bzw. zwei Prozent berücksichtigt.

Zu den größten Positionen des vollständig investierten Metzler International Growth gehören Aktien des Finanzdienstleisters MLP und der Citigroup mit jeweils knapp vier Prozent Anteil am Fondsvermögen. Den negativen Kursverlauf von MLP kann Hagedorn nicht nachvollziehen. "Das Unternehmen hat keine enttäuschenden Quartalsergebnisse vorgelegt und die Erwartungen für die langfristigen Wachstumsraten liegen bei 30 Prozent", wundert sich der Fondsmanager. Mit fast drei Prozent ist der US-Pharmariese Pfizer vertreten. "Pfizer verfügt über großes Kostenreduzierungspotenzial und hat eine attraktive Pipeline für neue Produkte", argumentiert der Metzler-Mann. In den USA seien derzeit 68,9 Prozent der Gelder investiert, 28,6 Prozent fielen auf Europa.

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