Wertentwicklungsanalyse der japanischen Aktienfonds für Nebenwerte
Anbieter japanischer Delikatessen beliebt bei Fondsprofis

Nach kurzem Durchatmen auf dem japanischen Aktienmarkt macht sich nun wieder Vorsicht breit unter den Fondsmanagern. Grund sind nicht nur anstehende Unternehmenszahlen, sondern auch der fehlende Glaube an eine langfristige Konsolidierung. Erfolgreiche Fondsexperten bewegen sich fernab der Markttrends.

HB/vwd FRANKFURT/M. Takuya Furutani schwimmt gegen den Strom - mit Erfolg: Der Manager des CB Fund Japanese Small Cap Equity L der luxemburgischen A.L.S.A. erzielte unter den Aktienfonds in der Kategorie Japan Schwerpunkt Small und Mid Caps per April ein leichtes Plus von 1,66 % und belegt damit Rang zwei.

Seine Anlagestrategie baut streng auf Einzelwertanalyse auf: "Die Story einzelner Unternehmen zählt. Deshalb sind Politik und Konjunktur für uns eher Nebenschauplätze." Dies schlägt sich auch deutlich in der Branchenaufteilung des Fonds der Adig-Tochter nieder: Mit 18 % des Fondsvermögens dominieren "Sonstige" - der japanische Investmentexperte verfolgt Sektorenstrategie. "Unsere Benchmark, der NRI Russell Japanese Small Cap Index, dient nur als vage Richtschnur. Wir versuchen nicht, den Vergleichsindex abzubilden", erläutert der Fondsmanager.

Im Gegensatz zu vielen seiner Mitbewerber setzt der Fondsmanager hauptsächlich auf Wachstum und nicht hauptsächlich auf günstige Bewertung. "Von daher investieren wir kaum in billige Aktien mit einem optisch niedrigen Preis. Und da wir Wachstumswerte bevorzugen, konzentriert sich unser Interesse zwangsläufig auf Unternehmen im Elektro- sowie Dienstleistungsbereich", sagt Furutani. Besondere Aufmerksamkeit widmet er kleineren Firmen, die von den meisten Brokern und Researchhäusern vernachlässigt würden.

Tokki als Marktnische

Unter den Top-Ten-Werten des CB Fund Japanese Small Cap Equity finden sich Unternehmen wie Tokki Corp. (2,5 % des Fondskapitals), Avex Inc. (2,1 %) oder auch Origin Toshu Co. Ltd. (1,9 %). Mit Tokki besetzt Furutani eine Marktnische: "Tokki ist ein Hersteller für Ausrüstungen zur Produktion von organisch leuchtenden Anzeigen. In diesem Segment sind sie Marktführer, und die Nachfrage nach ihren Produkten ist sehr dynamisch." Avex, Produzent von CDs und DVDs, habe seine Marktstellung in den vergangenen zehn Jahren gefestigt und wachse trotz des stagnierenden bis rückläufigen Marktumfeldes weiter. Auch Origin Toshu, eine Delikatessen-Kette, expandiere kräftig und sei trotz des insgesamt lahmenden Konsums sehr gefragt.

Höhere Volatilität gehöre zum Investmentansatz, meint der Japan-Experte. Deshalb sei das Portfolio nur für den erfahrenen Anleger geeignet, der auch Verlustphasen durchstehen könne. "Mit seinen langfristig guten Aussichten sehen wir unseren Fonds aber sozusagen als das Salz in der Suppe", sagt er.

Auch das Management des Fidelity Funds Japan Fund-Emerging verfolgt einen Bottom-Up-Ansatz. Im April reichte es damit mit 6,55 % zur drittbesten Performance in der Kategorie. Auf Zwölf-Monatssicht kommt der Fonds auf Rang zehn. Auch Portfoliomanager Kenichi Mizushita geht nicht nach spezifischen Branchen vor. Er orientiert sich bei der Gewichtung hauptsächlich an der Benchmark. "Die Titel-Auswahl basiert auf einer detaillierten Fundamentalanalyse der einzelnen Werte, außerdem müssen die Aktien in mein Selektionsschema passen." Dabei legt Mizushita besonderen Wert auf attraktive Aktienkurse, Unternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen und Positionen in Marktnischen.

Auch Technologie-Werte unter den Top-Werten im Portfolio

Zu den Top-Titeln im Fonds gehören neben dem Krankenhaus-Ausstatter Japan Medical Dynamic (5,5 %) und dem Kosmetik-Versand Fancl (5,1 %) auch Technologie-Titel: "Das Engagement in Unternehmen, die mit Informationstechnologie zu tun haben, ist nicht auf die Firmen begrenzt, die direkt in den Geschäftsfeldern Computersoftware und Netzwerk-Systeme tätig sind. Wir kaufen auch Telekommunikationswerten und Unternehmen, die sich mit Hardware sowie der Produktion von elektronischen Komponenten befassen", erläutert der Fidelity-Manager. Auch Anbieter von Nischen-Technologien gefallen ihm. Seine Vorliebe für diese Technologieaktien spiegele die Überzeugung wider, dass die Aktien trotz eines schwierigen Geschäftsumfeldes gute mittel- bis langfristige Wachstumsaussichten haben: "Der globale Markt für PC und Handsets hat eine Bestandskorrektur durchgemacht, und auch bei der Nachfrage nach Telekomausrüstung wurde die Bremse angezogen."

Grundsätzlich sei der Fonds in relativ neuen und aufstrebenden Firmen investiert, viele von ihnen seien in den zwischen den 70er und 90er Jahren gegründet worden. Für Mizushita hat das folgenden Vorteil: "Diese Firmen sind frei vom Druck zur Umstrukturierung. Dagegen kämpfen ihre größeren Mitwettbewerber darum, Überkapazitäten und Schulden abzubauen, um wieder profitabel zu werden."

Langfristig bleibt er zuversichtlich für den japanischen Kapitalmarkt. Seine Begründung: "Die Firmenmanager setzen heute andere Prioritäten, die die Wachstumsaussichten verbessern." Die Restrukturierungsbemühungen in japanischen Firmen verdeutlichten, dass sie in zunehmendem Maße umfassend und strategisch umdächten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%