Wertentwicklungsanalyse der offenen Immobilienfonds
Fondsmanager zieht es nach Paris

Einige offene Immobilienfonds wollen ihre Engagements im Ausland verstärken. Der SEB-Immo-Invest strebt gar eine Auslandsquote von 50 Prozent an. Er ist in Paris bereits gut vertreten. Andere Fonds aber planen, ihre Aktivitäten in der französischen Hauptstadt deutlich auszubauen.

HB/vwd/FRANKFURT/M. "Wir streben beim offenen Immobilienfonds SEB Immo-Invest auf mittlere Sicht eine Auslandsquote von 50 Prozent an", sagt Barbara Knoflach, Geschäftsführerin der zur schwedischen Bank SEB gehörenden SEB Immobilien-Investment GmbH. Knoflach glaubt, dass sich auch künftig mit grenzüberschreitenden Engagements unterschiedliche Konjunkturzyklen und Renditeniveaus ausnutzen lassen.

Mit einer Zwölfmonats-Performance von 5,86 Prozent bis Ultimo September belegt der von Knoflach betreute SEB Immo-Invest in der aktuellen Hitliste der offenen Immobilienfonds Platz acht.

Bedingt durch den Verkauf sämtlicher Gebäude in Großbritannien betrage der Auslandsanteil im Liegenschaftsportfolio gegenwärtig lediglich 46 Prozent, berichtet Knoflach. Als Gründe für diesen Rückzug nennt sie zum einen, dass der Londoner Markt auf seinem Höhepunkt angelangt war. Zum anderen seien die Währungskurs-Sicherungskosten sehr hoch.

In Europa mag Knoflach Frankreich, wo sich insgesamt 7,3 Prozent des Immobilienvermögens des Fonds befinden. Alleine vier Objekte besitze man bereits in Paris, dessen Markt in den vergangenen Jahren einen "gigantischen Boom" mit kräftigen Mietanstiegen erfahren habe, berichtet die SEB-Geschäftsführerin. Während sie sich über die Wertsteigerungen ihrer Gebäude in Paris sehr freue, ist die Stadt ihrer Meinung nach mittlerweile für Neueinstiege recht teuer. Aufbruchstimmung herrsche hingegen im bisher unentdeckten Lyon. Im Zentrum der Stadt habe der Fonds bereits ein großes Büroprojekt erworben, das voraussichtlich im April kommenden Jahres fertig gestellt sein soll.

Mit einem Anteil von vier Prozent ist Belgien nach Angaben von Knoflach einer der wichtigsten Standorte des gegenwärtig in neun Ländern tätigen Fonds. Am "extrem stabilen" Brüsseler Markt hat SEB Immo-Invest im Juli mit einem Büroneubau im Quartier Leopold das mittlerweile siebte Brüsseler Objekt gekauft. Dort ließen ein lebhaftes Mietinteresse sowie sinkende Leerstandsquoten die Büromieten weiter ansteigen, sagt die Expertin.

Hier zu Lande erlebe der Immobilienmarkt seit zwei Jahren einen breiten Aufschwung, sagt Knoflach. Da der Immobilienmarkt aus Erfahrung mit Verzögerung auf die Konjunktur reagiere, rechnet sie auch in den kommenden zwei Jahren am deutschen Immobilienmarkt mit guten Ergebnissen. Zu den bevorzugten Inlandsregionen des SEB Immo-Invest zählt das aktuell mit 16,7 Prozent im Liegenschaftsportfolio gewichtete Rhein-Main-Gebiet.

Mit einem Deutschlandanteil von 82,5 Prozent erwirtschaftete der offene Immobilienfonds WestInvest 1 einen Jahreswertzuwachs von 5,72 Prozent. In der Rangliste belegt das Produkt der zur Sparkassenorganisation gehörenden WestInvest Gesellschaft für Investmentfonds damit Platz neun. Zwar sieht auch Geschäftsführer Bernd Weiffen an den deutschen Immobilienmärkten nach wie vor günstige Perspektiven. Dennoch werde beabsichtigt, den Anteil der Euroland-Objekte außerhalb Deutschlands innerhalb der nächsten zwei Jahre auf 35 Prozent zu erhöhen.

Portfolio-Schwergewicht im Inland ist die Region Rhein-Ruhr mit einem Anteil von 37,1 Prozent. Besonders gut gefällt ihm der Düsseldorfer Immobilienmarkt, der sich durch eine niedrige und weiter rückläufige Leerstandquote auszeichne. Mit einem Anteil von 18,7 Prozent folgt das Rhein-Main-Gebiet. Trotz der stark schwankenden Mietpreise sieht Weiffen in Frankfurt noch Wertsteigerungspotenzial. Aus anderen Regionen findet der Immobilienfachmann Stuttgart und München attraktiv.

In Euroland ist der WestInvest 1 mit 4,3 Prozent an den niederländischen Standorten Amsterdam, Den Haag und Rotterdam vertreten. Dort seien die Leerstandsquoten zwar niedrig, allerdings hätten die Mieten bereits recht hohe Niveaus erreicht. Eine wichtige Rolle in den Planungen des Fonds spiele Paris, wo der Anteil von derzeit 6,4 Prozent aufgestockt werden soll. Auch seine Gesellschaft wolle sich sukzessive aus Großbritannien verabschieden, sagt Weiffen. Bislang seien die Engagements dort von zehn auf aktuell 4,1 Prozent reduziert worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%