Wertentwicklungsanalyse der offensiv anlegenden Dachfonds
Dachfonds: Große Hoffnung für kleine Werte

Mit Aktien kleiner und asiatischer Unternehmen steuern die Fondsmanager noch vergleichsweise gut durch die stürmische Börsensee. Das belegt die aktuelle Performanceübersicht. AM Generali verfolgt die Nebenwertestrategie, während Merck Finck den Schwerpunkt in Fernost setzt.

HB/vwd FRANKFURT/M. Auf den ersten Blick ist es ein schlechtes Ergebnis: Der AM Generali Komfort Wachstum verliert in den 12 Monaten per Ende Juni 14,64 % an Wert. Das Portfolio der AM Generali liegt damit aber immer noch auf dem dritten Platz unter 47 offensiv anlegenden Dachfonds. Als "offensiv" gelten jene Dachfonds, die grundsätzlich den Anlageschwerpunkt bei Aktienfonds setzen.

Andreas Voß, Berater des Fondsmanagements, begründet die Verluste mit der nach wie vor hohen Aktienfondsquote von 70 %. Dass es nicht noch schlimmer gekommen ist, führt er auf die wertorientierte Anlagestrategie zurück. Dabei habe man Fonds, die sich auf Einzeltitelauswahl konzentrierten, den Vorzug gegeben: "In anfälligen Märkten, wie in den vergangenen Monaten, werden die Vorteile einer professionellen Einzeltitelauswahl besonders deutlich."

Der AM Generali-Dachfonds konzentriert sich nach Angaben von Voß auf den Euro-Raum. Dabei nehme Deutschland ein besonderes Gewicht ein: "Wir konzentrieren uns auf Produkte mit Ausrichtung auf kleine und mittelgroße Werte." In den schwankenden Marktphasen halte das Management das Rendite/Risiko-Verhältnis bei werthaltigen kleineren Firmen für besser als bei den Standardwerten.

Zu den größten Aktienfondspositionen im Depot gehörten derzeit der Euro Markets Fund des Investmenthauses Mercury, das Schroder-Portfolio ISF Euro Equity A und der Templeton Euro Market Growth. Alle drei Fonds sind laut Voß im Dachfonds mit jeweils mehr als 5 % berücksichtigt.

Auch im Rentenbereich sei der Dachfonds auf Euroland eingestellt: "Damit ist auch garantiert, dass keine unnötigen und schwer kalkulierbaren Risiken auf der Währungsseite eingegangen werden." Vorsicht lasse das Management bei Fonds für Unternehmensanleihen walten, da dieser Markt vor allem im Euro-Raum noch "sehr illiquide" sei.

Der TC Fonds Select Systematic der Investmentbank Merck Finck Luxemburg musste ebenfalls zweistellige Verluste in den letzten zwölf Monaten hinnehmen: Ein Minus von 16,07 % reichte in diesem Fall für Rang fünf. Manager Marcus Schmeiser sieht den Fonds noch im vorderen Feld der Konkurrenz, weil man bei den beigemischten Fondspositionen für osteuropäische Aktien und Goldminenwerte rechtzeitig den Ausstieg gefunden habe. "Außerdem erlagen wir nicht der Versuchung, zu vermeintlich billigen Kursen erneut Technologietitel zu kaufen", betont Schmeiser.

Mehr als 73 % des Fondsvermögens seien derzeit zu fast gleichen Teilen in europäischen und internationalen Aktienfonds angelegt. Den Schwerpunkt legt Marcus Schmeiser nach eigenen Angaben auf Asien. "Wir gehen davon aus, dass die Weltkonjunktur bald anziehen wird. Asien war immer Profiteur einer sich erholenden Weltkonjunktur und hat sich stets wie ein Optionsschein darauf verhalten", begründet der Manager seine Entscheidung. Des Weiteren favorisiere er Produkte, die sich auf mittelgroße Unternehmen in den USA und Europa ausrichteten, dies vor allem auf Grund der Unterbewertung und des großen Potenzials. Zu den größten Aktienfondspositionen im Depot gehörten momentan der Fidelity European Aggressive, der Nordea North American Value und der Pictet Asian Equity.

Rentenfonds machten knapp 19 % des Portfolios aus. Aktuell sei das Depot von Merck Finck ausschließlich in Euro-Anleihen investiert, mit einer kleinen Beimischung osteuropäischer Anleihen wie beispielsweise dem Vontobel Eastern European Bond. "Der Trend zur Annäherung an das tiefere Euroland-Zinsniveau lässt unserer Ansicht nach weiter steigende Kurse dieser Bonds erwarten, wenngleich der Spielraum kleiner wird", sagt der Fondsmanager. US-Dollar-Anleihen berücksichtige er nicht, denn Währungsrisiken in diesem Bereich sollten ausgeschaltet werden.

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