Wertentwicklungsanalyse der offensiv ausgerichteten Dachfonds
Dachfonds: UBS setzt auf hohe Cash-Quote und Rentenfonds

Viele weltweit agierende Anlagestrategen bevorzugen jetzt die europäischen Finanzmärkte, sowohl im Aktien- als auch im Anleihebereich. Dabei spielen Bewertungsargumente und die sich verbessernden Perspektiven für den Euro eine Rolle. Das belegt der aktuelle Performancevergleich.

15.10.2001 HB/vwd FRANKFURT/M. Er geht bei unsicheren Aktienmärkten mit hoher Barquote auf Nummer Sicher: Reiner Konrad. Der UBS-Fondsmanager bestimmt die Anlagepolitik des UBS (D) Konzeptfonds II. Dieser Dachfonds kommt dank des relativ geringen Zwölf-Monats-Wertverlustes von 21,73 % per Ende August auf Rang drei unter 31 offensiv gemanagten Dachfonds.

Als "offensiv" gelten jene Produkte, die generell recht stark in Aktienfonds investieren.

Er habe den Aktienanteil des Depots, der prinzipiell bis zu 70 % des Portfolios einnehmen könne, auf 55 % gesenkt. Theoretisch sei es nach den Fondsrichtlinien sogar möglich, diesen Anteil auf bis zu 30 % zurückzunehmen. Rentenfonds machten ein knappes Drittel des UBS-Portfolios aus. Außerdem halte er einen relativ hohen Anteil an Bargeld und Geldmarktanlagen. Hintergrund für die starke Liquiditätsposition ist laut Konrad die gegenwärtige weltpolitische Lage: "Aufgrund der politischen und ökonomischen Unsicherheit raten wir noch von einer aggressiven Ausrichtung auf Aktienfonds ab."

Großes Vertrauen in den Euro

Wichtigste Position im UBS Konzeptfonds II sei deshalb auch der DIT Euro RentenFonds mit 11 % Gewicht im Dachfonds. "Zurzeit investieren wir nur in Rentenfonds mit Schwerpunkt Euro. Der Grund liegt vor allem darin, dass wir eine allmähliche Aufwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar erwarten", erläutert der Investmentmanager.

Im Aktienanteil des Fonds setzt Konrad nach seinen Angaben auf Regionen- und Sektorenfonds. Bei den Regionenfonds liege der Schwerpunkt auf Europa, ergänzt durch USA und Asien. Konrad: "Die Regionenfonds sehen wir als Kerninvestitionen; über die Sektoren möchten wir stärker an kurzfristigen Trends teilnehmen." Unter den Regionenfonds zählten der Henderson Horizon European Fund mit über 8 % sowie der Gartmore Continental European Fund mit mehr als 5 % Anteil am Dachfondsvermögen zu den wichtigsten Positionen. Im Branchenbereich nehme der DIT Finanzwerte mit deutlich über 7 % eine wichtige Rolle ein. Bei weiteren Börsenrückschlägen will der UBS-Experte den Anteil der europäischen Aktienfonds im Portfolio noch erhöhen.

Der offensive Dachfonds von Union Investment musste in den vergangenen Monaten ebenfalls herbe Verluste einstecken. Über zwölf Monate gesehen verbuchte der VR-Vermögenskonzept A70 ein Minus von 22,90 %. Damit erreicht das Produkt der Investmentgesellschaft des genossenschaftlichen Bankenverbundes Rang sechs. Allein im August registrierte der Fonds vergleichsweise hohe Verluste von 7,61 %. Union-Manager Volker Bien macht dafür insbesondere die globale Wirtschaftsabschwächung verantwortlich. Zugleich blickt er optimistisch in die Zukunft: "Die Weichen für eine Konjunkturerholung durch die Fiskalpolitik und Geldpolitik und damit für eine Stabilisierung der Wirtschaftslage sind gestellt."

Den überwiegenden Anteil des VR-Vermögenskonzept A70 machen nach Angaben des Union-Mannes mit knapp 75 % Aktienfonds aus. Auch Bien setzt hauptsächlich auf Europa: "Diese Auswahl ist getroffen worden, weil sich die europäische Konjunktur stabiler verhält als die amerikanische. Insbesondere besteht hier keine unmittelbare Rezessionsgefahr, wie in den USA." Darüber hinaus seien im Vergleich zu anderen Anlageregionen europäische Aktien besonders nach den starken Kursrückgängen in Folge der Terroranschläge deutlich attraktiver.

Voller Zuversicht für die Aktienmärkte

Bei den Branchen konzentriere sich das Management überwiegend auf Standardaktienfonds mit einer Beimischung von Fonds, die in Wachstumstiteln investierten. Am stärksten im Dachfonds vertreten seien mit jeweils rund 17 % der UniDeutschland für Dax-Werte und der UniGlobalTitans 50A für Aktien der weltweit größten Firmen.

Bei den Rentenfonds steht für Bien nach dessen Darstellung Europa im Vordergrund: "Damit enthält der Fonds kaum Fremdwährungsrisiken und ist auf eine Erholung des Euros eingestellt." Auf Rentenfonds entfielen im VR-VermögensKonzept A70 knapp 22 % der Gelder, Geldmarktfonds und Kasse summierten sich auf etwa 4 %.

Laut Bien ist diese Aufteilung zu Gunsten der Aktienfonds auf eine Erholung der globalen Aktienmärkte ausgerichtet. Zwar werden seiner Einschätzung nach die Perspektiven für Unternehmensgewinne in den folgenden beiden Quartalen noch trübe sein: "Die Aktienmärkte sollten aber bereits im Vorfeld zu einer Erholung ansetzen."

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