Wertentwicklungsanalyse der offensiv gemanagten Dachfonds
Dachfondsmanager vertrauen Standardwerten

Die schlechte Stimmung an den internationalen Aktienmärkten wirkt sich negativ auf die Performance offensiv gemanagter Dachfonds aus. Fondsmanager sind sich jedoch einig, dass sich die Verluste mit einer klaren Anlagestrategie begrenzen lassen. Bei Aktienfonds kommen verstärkt indexnahe Fonds zum Zuge.

HB/vwd FRANKFURT/M. Die Stimmung auf dem Börsenparkett ist weiter schlecht. Das schlägt inzwischen auch auf die Wertentwicklung offensiv ausgerichteter Dachfonds durch: In der entsprechenden Kategorie konnte keiner der Anbieter ein nennenswertes Plus erzielen. Dies gilt auch für das Depot der Baden-Württembergischen Kapitalanlagegesellschaft (BWK): Das BWK-FondsPortfolio Wachstum erlitt über die vergangenen zwölf Monate per Ende Februar ein Minus von 8,29 %. Da es der Konkurrenz nicht besser erging, reichte dieses Ergebnis zu Rang 4.

Gerhard Single, Abteilungsdirektor der Fonds-Vermögensverwaltung bei der Baden Bank AG, -Württembergischen ist überzeugt, dass sich das Depot auf Grund seiner Konzentration auf Aktienfonds nicht der negativen Entwicklung an den Märkten entziehen konnte. Dank der Anlagestrategie hielten sich die Verluste jedoch in Grenzen: "Einer bewusst hohen Liquiditäts- und Rentenhaltung in Verbindung mit der Fokussierung auf Standardwerte-Aktienfonds ist es zu verdanken, dass das Fondsportfolio im Vergleich mit der Entwicklung der Aktienmärkte noch relativ gut dasteht."

Das Management habe vor allem auf Rentenfonds gesetzt, die in Zinspapiere erstklassiger Bonität investierten. Ferner sei durch rechtzeitigen Wechsel in der Laufzeitenstruktur ein leichter Gewinn erzielt worden. "Dazu kommt, dass wir auch US-Dollar-Rentenpapiere berücksichtigt haben", sagt Single. So habe man von der starken Entwicklung des US-Dollars profitiert.

Das BWK-Fondsmanagement legt bei den Rentenfonds im Depot besonderen Wert auf eine klare Differenzierbarkeit. Investitionen in Rentenfonds, die sowohl Unternehmens- als auch Staatsanleihen berücksichtigen, würden vermieden, um den Anteil von Unternehmensanleihen im Dachfonds genau überwachen und die Gewichtung jederzeit modifizieren zu können. "Falls in Unternehmensanleihen investiert wird, erfolgt die Beimischung über einen reinen Unternehmensanleihenfonds", erklärt Single.

Bei den Aktienfonds setzt der Experte in erster Linie auf Index- und indexnahe Fonds: "Eine gute Performance soll nicht über die Auswahl besonders spekulativer Fonds, sondern vor allem über die aussichtsreiche Gewichtung der einzelnen Aktienmärkte zueinander erreicht werden." Außerdem seien die internen Kosten bei Indexfonds auf Grund der niedrigeren Managementkosten geringer als bei aktiv gemanagten Fonds. Die größten Positionen im Aktienbereich sind derzeit der BWK-Fonds Aktien Strategie Deutschland (ca. 14 % Depot-Anteil) und der MK Alfakapital. Beide Fonds investieren überwiegend in deutsche Standardwerte. Single empfiehlt potenziellen Anlegern, Vorsicht walten zu lassen: "Wegen der unsicheren Wirtschaftsentwicklung in Europa und in Amerika ist zu befürchten, dass sich insbesondere die weltweit bedeutendsten Börsen in den nächsten Monaten überwiegend seitwärts bewegen werden." Investoren sollten dementsprechend auch heftige negative Marktbewegungen finanziell tragen können.

Zurückhaltung in Japan

Auch der KölnFondsStrukturChance der DEKA-Gruppe konnte sich den negativen Entwicklungen an den Börsen nicht entziehen: Über die letzten zwölf Monate per Ultimo Februar verbuchte der Fonds ein Minus von-11,30 %. Mit diesem mageren Ergebnis belegte der Fonds in der Kategorie Platz 10.

Steffen Selbach, Leiter der Abteilung Fondsvermögensverwaltung der DGZ DekaBank, bezeichnet den Wertverlust nach den Negativentwicklungen an den großen Anlagemärkten als logische Konsequenz. Im derzeitigen Umfeld spreche allerdings einiges für ein gutes Fundament für Aktienanlagen. Dieser Einschätzung trage man in der Struktur des KölnFondsStruktur Chance Rechnung, indem die Aktienquote seit Beginn des vierten Quartals 2001 sukzessive auf rund 70 % erhöht worden sei.

Zurückhaltung übt das Management nach Angaben von Selbach derzeit auf dem japanische Aktienmarkt, der im Fonds nur mit einer Minimalquote vertreten sei: "Für dieses Segment haben auch die zuletzt zu beobachtenden Kurssteigerungen keinen Meinungsumschwung eingeläutet; das Management stuft sie lediglich als Kursmanipulation vor dem Ende des Fiskaljahres ein." Hingegen seien die Schwellenmärkte mit einem relativ hohen Anteil gewichtet, da hier das Potenzial für Wachstums- und Aktienkurssteigerungen in besonderem Maße gegeben sei.

Top-Position im Fonds ist aber nach wie vor der Köln-Rentenfonds Deka mit 11,1 % Depot-Anteil.

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