Wertentwicklungsanalyse der Osteuropa-Fonds
Fondsmanager schätzen russische und ungarische Werte

Russische Öl- und Gaswerte, ungarische Banken: Manager von Osteuropa-Fonds blicken derzeit mit Interesse auf Werte, die von den Reformprozessen profitieren.

HB/vwd FRANKFURT/M. Fondsmanager Alexander Karpov sieht die Gesamtentwicklung in Russland weiterhin positiv, auch wenn es zu einer kleinen Konsolidierung kommen könnte. "Die Reformen im Mittelstand und Finanzsektor, die Vorbereitungen auf einen Beitritt zur Welthandelsorganisation sowie die gestiegene Liquidität an der russischen Börse machen Russland attraktiv", sagt der Manager des UniEM Osteuropa von Union Investment. Der Fonds der zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehörenden Investmentgesellschaft rangiert mit einem Zwölf-Monats-Wertgewinn von 30,02 % per Ende Februar auf Platz acht unter insgesamt 56 Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Mittel-und Osteuropa.

Derzeit ist Russland laut Karpov mit 40 % größte Länderposition im Portfolio. Positiv sehe er die russischen Öl- und Gaswerte, die mit 30 % berücksichtigt seien. Als attraktiv stuft er auch regionale russische Versorger, Stahlfirmen und Maschinenbauer ein. Sehr gut gefalle ihm der russische Ölproduzent Yukos Oil, derzeit mit 7 % im Fonds berücksichtigt. "Yukos ist sehr profitabel und international ausgerichtet", argumentiert Karpov.

Ebenfalls positiv sei er für Ungarn gestimmt. Hier habe er einen Anteil von 26 % investiert. Zu den Aktienfavoriten zähle die Bank OTP, in deren Aktie 8 % der Fondsgelder angelegt seien. Polen befinde sich dagegen wirtschaftlich in schlechter Verfassung und komme deshalb nur auf einen Fondsanteil von 18 %.

Angelika Millendorfer, Fondsmanagerin des Raiffeisen-Osteuropa-Aktien der Österreichischen Raiffeisen Kapitalanlagegesellschaft, ist vorsichtig gestimmt. Der Fonds liegt mit einer Performance von 29,13 % auf Platz neun. Zwar habe sie in Russland Gewinne mitgenommen, der Fonds sei aber in dieser Region mit rund 31 % der Gelder weiterhin übergewichtet.

"Der Markt realisiert jetzt die Reformbemühungen Putins", sagt die Fondsmanagerin. Auch Millendorfer favorisiert den russischen Ölproduzenten Yukos, den sie mit 5 % gewichtet. Das Unternehmen könne von Exportmöglichkeiten nach China profitieren. Mit 6 % sei die Aktie des Mobilfunkanbieters MTS gewichtet. Weiter übergewichtet bleibe Millendorfer auch in Ungarn mit 16 % der Fondsmittel.

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