Wertentwicklungsanalyse der Rentenfonds für europäische Unternehmenstitel
JP Morgan sieht Gelegenheit bei Anleihen der Telekom

Nach dem Ende des Irak-Krieges sieht Michael Mewes von JP Morgan Fleming die Zeit für ein offensiveres Vorgehen gekommen. Für den JPMF Global Enhanced Bond sollen seinen Angaben zufolge jetzt verstärkt qualitativ schlechtere Firmentitel aus den Bereichen "A" und "BBB" gekauft werden.

HB FRANKFURT/M. Mewes, Leiter des Anleihebereichs bei JP Morgan Fleming in Frankfurt, begründet dies mit den leicht verbesserten konjunkturellen Aussichten für dieses Jahr. Die bisherige Strategie war erfolgreich, denn der Fonds liegt mit einem Zwölfmonatsplus per Ende März von 10,00 % auf dem vierten Platz unter 46 Rentenfonds, die den Schwerpunkt bei auf europäische Währungen lautende Unternehmensanleihen im Investmentgradebereich (mindestens "BBB"-Rating) setzen.

Da der US-Dollar-Bestand im Fonds laut Mewes nahezu vollständig am Devisenterminmarkt abgesichert ist, habe es keine auf Währungsschwankungen zurückzuführende Kursverluste gegeben. "Aktuell sind noch ein Drittel der Fondsgelder in US-Agenturen, wie etwa Freddie Mac und Fannie Mae, und 15 Prozent in Staatsanleihen investiert, diese Quote soll aber bald abgebaut werden", sagt Mewes. Dabei gebe es keine Präferenzen für Sektoren. "Die teuren Titel wie Vodafone und Telefónica werden wir untergewichten und aggressivere Papiere wie Deutsche Telekom und France Télécom höher gewichten", erklärt der Experte anhand des Beispiels von Telekomwerten.

Philip Chow von der WestAM managt ein ähnliches Produkt. Er legt Vorsicht an den Tag. "Das globale Wirtschaftswachstum dürfte schwach bleiben", sagt der Manager des WestAM Compass Fund Sterling Corporate Bond Fund A. Deshalb hat der Manager der Tochter der Westdeutschen Landesbank nach eigenen Angaben vorerst rund 14 % der Gelder in britischen Staatsanleihen angelegt. Wegen der Schwäche der britischen Währung gegenüber dem Euro verlor der Fonds 2,47 % und belegt damit nur Platz 44 im Konkurrenzumfeld.

Wie das JP-Morgan-Fleming-Management sieht auch der WestAM-Mann die Branchenzugehörigkeit der Titel als weniger entscheidend an. "Der Auswahlprozess richtet sich vielmehr an den Renditedifferenzen der Anleihen aus", betont Chow. So wiesen etwa die "BBB"-Papiere des Dienstleisters Rentokil mit 0,8 Prozentpunkten einen relativ geringen Aufschlag gegenüber Libor auf, während der Spread der ebenfalls mit "BBB" bewerteten Titel von France Télécom doppelt so hoch sei. Er werde solche günstigen Kaufgelegenheiten nutzen, um die Quote britischer Staatstitel sukzessive abzubauen.

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