Wertentwicklungsanalyse der Rentenfonds für Hochzinsanleihen
Rentenfonds: Anleihen aus Polen und Ungarn bevorzugt

Während an den Aktienmärkten die Kanonen donnerten, konnten Anleger mit Schwellenländer-Rentenfonds trotz der jüngsten Krisen auf Einjahressicht stattliche Renditen erzielen. Deutlich im Plus lagen auf die asiatische Region oder Osteuropa spezialisierte Fonds.

28.8.2001 HB/vwd FRANKFURT/M. Mit der Konzentration auf Anleihen von politisch stabilen Beitrittskandidaten zur Europäischen Union erwirtschaftete der BB-Multizins-Invest bis Ultimo Juli einen Zwölfmonats-Wertzuwachs von 16,43 %. In der Kategorie der auf Emerging Markets- und Hochzins-Anleihen ausgerichteten Rentenfonds bedeutet dies Platz 4.

Wie Fondsmanager Oliver Borgis erklärt, investiert er mit dem BB-Multizins-Invest aus Liquiditäts- und Bonitätsgründen hauptsächlich in Staatsanleihen. In diesem Jahr habe der Fonds erheblich von den Investitionen in Polen profitiert, berichtet er. Als er im März und April die Aufwertung des polnischen Zloty gegen den Euro als weitgehend abgeschlossen ansah, und bei der polnischen Währung eher mit einer Korrektur rechnete, habe er die Bestände an Zloty-Papieren zwischenzeitlich von 40 bis auf 9 % abgebaut.

Dies habe dem Fonds zweistellige Gewinne auf der Währungsseite beschert. Zusammen mit den Kursgewinnen auf der Anleihenseite konnte er sich bei seinen 3- bis 10-jährigen Anleihen von Herbst vergangenen Jahres bis zum Frühjahr insgesamt über Erträge zwischen 20 und 25 % freuen.

Favorit Ungarn

Nachdem er sich zwischenzeitlich defensiver, also in kürzeren Laufzeiten positioniert hatte, hält Borgis mittlerweile die Renditen im mittleren und langen Laufzeitensegment wieder für attraktiv. Daher habe er vorsichtig mit Käufen 5-jähriger Papiere begonnen, wodurch die Zloty-Quote wieder auf 14 % gestiegen sei. Wegen der noch unsicheren Währungssituation will Borgis aber mit dem Hochfahren auf seine Zielgröße von 30 % noch etwas warten.

Vornehmlich über Käufe von lokalen Staatsanleihen hat Borgis bereits den Anteil seines Favoriten Ungarn von 24 auf 40 % aufgestockt. Beim "Musterschüler" unter den Beitrittsaspiranten habe er seine Investitionen über das gesamte Laufzeitenspektrum gestreut, sagt er. Der Schwerpunkt liege jedoch im mittleren Bereich um 5 Jahre, der seines Erachtens deutlich von den erwarteten Zinssenkungen beflügelt werden sollte.

Optimismus am polnischen Rentenmarkt

Von den positiven Entwicklungen an den Rentenmärkten der osteuropäischen Konvergenzkandidaten profitierte auch der Vontobel Fund-Eastern European Bond B. Mit einer Jahresperformance von 16,96 % schaffte der Rentenfonds von Vontobel Platz 3. Auch Vontobel-Expertin Monica Mastroberardino sucht ihre Anlagechancen hauptsächlich im Staatsanleihensegment und mischt Titel von supranationalen Emittenten oder Unternehmen mit gutem Rating bei. Wie die Rentenstrategin betont, hat sie zurzeit ausschließlich Anleihen mit Investmentgrade-Rating im Portfolio.

Nach Angaben Mastroberardinos hat auch der Vontobel-Fonds mit Engagements in polnischem Zloty zahlreiche Performance-Punkte gesammelt. Ihr Optimismus für die weitere Entwicklung des polnischen Rentenmarktes spiegele sich in der jüngsten Erhöhung des Polen-Anteils von 50 auf 60 % wider. Dabei dominieren im Zloty-Teil des Portfolios polnische Staatstitel mit rund zwei Drittel. Besonders interessant findet die Fondsmanagerin momentan 2-, 3- und 5-jährige polnische Rentenpapiere. Allerdings ist auch sie dabei auf der Währungsseite zurzeit etwas vorsichtig und hat 8 % ihrer Zloty-Bestände abgesichert.

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