Wertentwicklungsanalyse der Schwellenbörsenfonds
Sarasin kauft Aktien in Seoul und Taipeh mit Rabatt

Fondsmanager Bernard Moody verfolgt im Sarasin Invest-EmergingSar eine eher ungewöhnliche Anlagepolitik - aber relativ erfolgreich. Das Produkt der zur schweizerischen Privatbank Sarasin & Cie gehörenden Gesellschaft Sarasin Investment Management kommt mit einem Zwölfmonats-Wertverlust von 16,06 % per Ende Oktober auf Rang zwei unter 64 international anlegenden Aktienfonds für Schwellenbörsen

HB/vwd FRANKFURT/M. Moody setzt nach eigenen Angaben auf das Konzept der konstanten Mischung und Gleichgewichtung. Dabei würden im monatlichen Rhythmus die Portfolioanteile aller 19 beobachteten Länder auf rund 5,3 % angepasst. Auf diese Weise baue er Positionen in stark gestiegenen Märkten ab, solche in schwächeren Märkten auf.

Ein zweiter Unterschied zu den meisten anderen Konkurrenzfonds liege darin, dass er sich nicht direkt in Aktien engagiere. Vielmehr kaufe er Anteile an geschlossenen Länder- oder Regionenfonds, die wie Aktien vornehmlich an den Börsen in New York und London notierten. Den Vorteil dieser Investment sehe er zum einen darin, dass er von der Expertise spezialisierter Fondsmanager profitiere. Zum anderen würden diese geschlossenen Aktienfonds an den Börsen häufig mit kräftigen Abschlägen auf ihren tatsächlichen Wert gehandelt. Zusätzliche Performance-Punkte erziele er, wenn er geschlossene Fonds mit einem deutlichen Abschlag kaufe und bei einer Annäherung des Kurses an den fairen Wert verkaufe.

Manager setzt auf das wachstumsstarke China

Mit einem Anteil von 53 % sei Asien das Regionenschwergewicht des Sarasin Invest-EmergingSar. Zu seinen bedeutendsten Engagements zähle der in New York gelistete Korea Fund Inc. Mit einem 18-prozentigen Abschlag zum fairen Wert hält Moody das Produkt für günstig. Ebenfalls prominent im Portfolio vertreten sei der Fonds ROC Taiwan mit einem Rabatt von knapp 15 %. In der asiatischen Region setze er auch auf das wachstumsstarke China. Gut gefällt Moody der dort engagierte Greater China Fund mit einem Rabatt von 17 %. Auf Lateinamerika spezialisierte geschlossene Fonds seien im Portfolio gegenwärtig mit 23 % ebenfalls stark berücksichtigt. Interessant finde er den von Morgan Stanley gemanagten Latin American Discovery Fund.

Mit einem Wertverlust von 21,38 % belegt der Vontobel Fund-Emerging Markets Equity B in der Rangliste Platz sieben. Das von der Vontobel Fonds Services AG aufgelegte Produkt profitierte laut dem zuständigen und in New York ansässigen Fondsmanager Rajiv Jain insbesondere von der "extremen" Untergewichtung von Technologiewerten im Portfolio während der Absturzphase dieser Titel. Aktuell liege die Quote unter 1 %. "In den Kursen vieler großer Tech-Aktien aus den Schwellenländern sind jährliche Gewinnwachstumsraten von 15 bis 20 % über die nächsten vier bis fünf Jahre eingerechnet", meint Jain. Er sei skeptisch, ob dies erreicht werden könne.

Er habe stattdessen Einstiegsmöglichkeiten bei attraktiv bewerteten Konsumtiteln genutzt. In diesem Bereich sei er jetzt mit 24 % der Fondsgelder sehr prominent vertreten. Zu seinen Favoriten zählten der südkoreanische Kosmetikhersteller Pacific Corp, den er mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von sechs und auch weiterhin erwarteten Wachstumsraten von über 25 % pro Jahr als günstig bewertet einstufe. Potenzial sehe er beim ebenfalls südkoreanischen Süßwarenproduzenten Lotte Confectionary. Wie der Vontobel-Mann informiert, ist Südkorea mit einem Anteil von 20 % die größte Länderposition. Auch in Indien, das mit einer Quote von 14 % folge, setze er verstärkt auf Aktien aus dem Konsumbereich. Gut gefalle ihm beispielsweise der Tabakkonzern ITC und stark wachsende Pharmaunternehmen Dr. Reddys. Darüber hinaus sei er auch im Finanzsektor stark vertreten. Mit Standard Bank und der Fondsgesellschaft Investec gefielen ihm gleich zwei Titel aus Südafrika. Für die künftige Entwicklung der Schwellenbörsen ist der Fondsmanager wegen ihrer "unglaublich günstigen Bewertungen" optimistisch.

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