Wertentwicklungsanalyse der Schwellenländer-Aktienfonds
Pictet geht in Thailand auf Schnäppchenjagd

Die Strategen für die Aktienmärkte in den Entwicklungsländern suchen ihre Favoritenfirmen vor allem in Asien. Auch ganz kleine Märkte wie Thailand oder Indonesien rücken in den Blickpunkt. Mancher Fondsmanager erwärmt sich auch stärker für die osteuropäische Börsen.

HB/VWD FRANKFURT/M. "Wir sind moderat optimistisch für die Emerging Markets", sagt Tom Rodwell von der schweizerischen Fondsgesellschaft Pictet. Mit durchschnittlichen Kurs/Gewinn-Verhältnissen von 12 und Kurs/Buchwert-Relationen von 1,5 seien die Dividendenpapiere aus den Emerging Markets weiterhin deutlich günstiger bewertet als die etablierten Märkte. In den zwölf Monaten bis Ende Juni bringt es Rodwell den von ihm gemanagten Pictet P.T.F. Emerging Markets P auf einen Wertverlust von 3,43 %. Das bedeutet Rang drei unter 68 international anlegenden Schwellenländer-Aktienfonds.

Rodwell investiert nach eigenen Angaben in unterbewertete Titel. In Asien habe der Fonds derzeit 66 % der Mittel investiert und diese Region damit deutlich übergewichtet. "Insbesondere die kleineren Märkte Thailand, Indonesien und mit Abstrichen die Philippinen finde ich interessant", sagt Rodwell. Daher setze er mit über 6 % auf Thailand, wo er sehr zuversichtlich für den Finanzbereich sei. Potenzial billige er den Kreditinstituten Thai Farmers Bank und Bangkok Bank zu. Viel Substanz zu günstigen Preisen habe er bei einigen indischen Unternehmen entdeckt.

In Südkorea sähen die Bewertungen inzwischen recht fair aus, so dass es schwierig sei, an der Börse in Seoul günstige Aktien zu finden. Mit einem Anteil von über 17 % sei Südkorea daher auch deutlich niedriger im Portfolio berücksichtigt als im MSCI-Referenzindex. Aussichtreich beurteilt der Fondsmanager den Automobilhersteller Hyundai Motor und den Stahlkocher Posco.

Für Lateinamerika ist Rodwell weiterhin insgesamt skeptisch und hat diese Region mit einer Quote von knapp 9 % im Portfolio spürbar untergewichtet. Wenngleich er in Brasilien nach wie vor über die gesamtwirtschaftliche Situation etwas besorgt sei, nutze er die zurzeit sehr attraktive Aktienbewertung an der Börse in Sao Paulo für Zukäufe. Günstige Perspektiven habe der Eisenerzproduzent CVRD, der Rodwell zufolge erheblich von der Abwertung der brasilianischen Währung Real profitiere.

Mit einem Verlust von 5,75 % belegt der PEH Q-Emerging Markets Platz sieben. "Ich investiere nicht direkt in Aktien", informiert Jürgen Strobach, der bei der Fondsgesellschaft PEH Wertpapier AG dieses Produkt steuert. Vielmehr engagiere er sich in New York oder London börsennotierten geschlossenen Aktienfonds (Closed-End-Funds), die häufig mit deutlichen Abschlägen auf den tatsächlichen Wert ihrer Portfolios gehandelt würden. Zusatzerträge erziele er, wenn sich diese Abschläge verringerten oder sogar Prämien aufgebaut würden.

Mit einem Anteil von 42 % habe er die asiatische Region im Portfolio neutral gewichtet, so der Experte. Mit jeweils über 11 % seien Südkorea und Taiwan am stärksten vertreten. Interessant finde er den mit 5 % berücksichtigten geschlossenen Länderfonds Korea Fund Inc. Dieses Produkt orientiere sich stark am südkoreanischen Aktienindex Kospi und werde derzeit mit einem Discount von 22 % auf seinen wahren Wert gehandelt. Gut gefalle ihm auch der R.O.C. Taiwan mit einem Abschlag von momentan 18 %.

Osteuropa ist wegen der Annäherung an die EU und die extrem niedrigen Bewertungen nach Ansicht von Strobach "hochinteressant". Entsprechend sei er mit 20 % der Mittel dort engagiert. Die gesamte Region decke er durch den Central European Equity Fund ab. Mit einem Anteil von über 7 % sei dieses Produkt gleichzeitig das Schwergewicht im PEH Q-Emerging Markets. Unter den Einzelländern sei Russland mit einer Quote von 9 % im Portfolio massiv übergewichtet. Ein "klarer Kaufkandidat" ist laut Strobach der Templeton Russia Fund.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%