Wertentwicklungsanalyse der Schwellenländerfonds
KoreanischeTelekom-Titel sind bei Fondsprofis beliebt

Aktien aus Schwellenländern locken nach Ansicht von Fondsmanagern wieder mit Einstiegskursen. Gefragt sind neben dem Telekommunikations- und Technologiesektor auch Öl und Diamanten.

HB/vwd FRANKFURT Bei Aktien aus Schwellenländern sieht Emerging-Markets-Experte Christopher Palmer auf dem derzeit stark ermäßigten Kursniveau wieder gute Einstiegsgelegenheiten. Palmer steuert den Gartmore CSF Markets Equity Fund, -Emerging der in der aktuellen Hitliste der global anlegenden Schwellenländer-Aktienfonds mit einem Zwölfmonats-Wertzuwachs von 45,76 % den fünften Rang belegt. Mit "B" erhält das in US-Dollar aufgelegte Produkt der britischen Fondsgesellschaft Gartmore ein gutes Rating.

Dazu hätten maßgeblich die Übergewichtungen von Aktien aus dem Technologiesektor und aus Teilbereichen der Telekommunikationsbranche beigetragen, sagt er. Als ein Beispiel nennt er die indische Internet-Firma Satyam Infoway, in die er im vergangenen Jahr investierte und deren Portfolioanteil er anschließend nach einer Kursvervielfachung spürbar reduzierte. Im Sog der Rückgänge im Technologiesektor sei der Satyam-Kurs kräftig eingebrochen und notiere wieder ungefähr auf dem ursprünglichen Kaufniveau. Als Satyam bekannt wurde, sei die Geschichte vorbei gewesen, meint Palmer. Eines der wichtigsten Dinge für ihn als Wachstumswerte-Anhänger sei zu wissen, wann eine Story kommt und wann sie vorüber ist.

Um das Risiko im Fonds zu diversifizieren, hat er in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres viele Aktien mit kleineren Gewichtungen gekauft. Dabei hat er auch längere Zeit eher vernachlässigte Sektoren berücksichtigt, wie das Einzelhandelssegment in Lateinamerika, aus dem er unter anderem den mexikanischen Konsumelektronik-Einzelhändler Grupo Elektra kaufte. In Lateinamerika habe er ebenfalls seine Engagements im Bankenbereich ausgebaut. So sei die Aktie der brasilianischen Banco Bradesco , einem der bedeutendsten Finanzinstitute Brasiliens mit einem unberechtigt hohen Abschlag zu Wettbewerbern gehandelt worden. In Südafrika setzte Palmer zugleich auf den weltweit größten Platinhersteller Anglo American Platinum Corporation , bei dem die zunehmende Verwendung von Platin in der Automobilherstellung für Fantasie sorge. Ferner hat er sich am Kap der guten Hoffnung in Aktien der Diamantengesellschaft DeBeers engagiert, deren Perspektiven der Markt falsch eingeschätzt habe.

Da sich die Titel erfreulich entwickelt hätten, erwägt er, die Positionen wieder zu reduzieren und auf stark ermäßigtem Niveau langsam in Technologieaktien zu investieren. Interessant findet er die Aktie des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung Electronics - mit einem Anteil von 3,2 % das Portfolioschwergewicht, die seit Juli rund die Hälfte ihres Wertes verloren hat. In Südkorea mag er ferner die Telekom-Firma Korea Telecom und SK Telecom . "Korea hat einen der fortschrittlichsten Kommunikationssektoren", begründet er. Insgesamt ist das Land mit 15,2 % am Fondsvermögen die größte Länderposition, darauf folgt Brasilien mit 14,5 und Mexiko mit 13,9 %.

Berenberg-Fonds mit stark abweichenden Bewertungen

Mit einem Zwölfmonats-Plus von 12,36 % belegt der auf Euro lautende Berenberg-Universal-Emerging Markets in der Rangliste nur Position 46. Beachtlich ist hingegen der 9,42 %ige Wertzuwachs im August, mit dem der von der Universal Investment Gesellschaft vertriebene Fonds sowohl die 4,08 % der Messlatte MSCI Emerging Markets als auch den Durchschnittserfolg aller 47 Produkte von 5,56 % deutlich übertrifft. Mit einem "D"-Rating ist der Berenberg-Universal-Emerging Markets in der Tabelle jedoch nur mit der Note ausreichend versehen.

Für das unterdurchschnittliche Abscheiden des Fonds im Jahresvergleich macht Andreas Brodtmann, Leiter Asset-Management der Berenberg Bank, die Ende 1999 eingegangene hohe Gewichtung von Aktien aus den Bereichen Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT) verantwortlich. Während diese TMT-Lastigkeit die Wertentwicklung des Fonds bis März beflügelt habe, hätten die dramatischen Kursrückgänge in dem Wachstumssegment zu der Underperformance geführt. Dennoch ist Brodtmann auch heute noch vom "Megatrend" Technologie in den Emerging Markets überzeugt. Eine Verbesserung der Performance verspricht sich Brodtmann von einer neuen Strategie: Während der Fonds bis März breit an den Aktienmärkten der aufstrebenden Länder investierte, konzentriere man sich nun auf die nach Ansicht der Fondsmanager besten 40 Titel der Emerging-Markets-Regionen.

Zu diesen zählten einige Werte aus Brasilien, das mit 21,4 % im Portfolio am höchsten gewichtete Land. Dort gefällt Brodtmann etwa die Ölgesellschaft Petrobras , die die gesamte Wertschöpfungskette um Öl, Gas und Petrochemie vereine. Er mag zudem Embaer, einen Hersteller von kleineren Passagierjets sowie das Kreditinstitut Unibanco . In Mexiko, das mit einem Anteil von 20,5 % vertreten ist, favorisiert er die führende Telekom-Gesellschaft Telefonos de Mexico.

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