Wertentwicklungsanalyse der US-Aktienfonds für Standardwerte
Vontobel baut auf US-Investor Warren Buffett

In Aktienmärkten mit sinkenden Renditen müssen Fondsgesellschaften Rosinen picken. Vontobel-Manager setzen auf Qualität der Unternehmen; im Hause Warburg nimmt man auch Future-Kontrakte in den Blick.

HB/vwd FRANKFURT/M. "Im Vergleich zur Spekulationsblase der späten neunziger Jahre werden die US-Aktienmärkte jeden Tag rationaler und realistischer", sagt Edwin Walczack, Fondsmanager des Vontobel Fund - US Value Equity. Bislang gehe diese "zunehmende Vernunft" jedoch auf Kosten der Anleger. Dabei haben die Anleger des Vontobel-Fonds noch am wenigsten zu leiden. Denn mit einem Zwölfmonats-Wertverlust per Ende August von 3,40 % nimmt der Fonds unter 191 ausgewerteten, in US-Aktien investierenden Fonds den Spitzenplatz ein.

Nach Walczack Ansicht hat die Auslese am Aktienmarkt gewirkt: "Früher konnten alle Schiffe schwimmen. Was sich jetzt noch oben hält, ist absolut seefest", sagt er. Aktuell größter Einzelwert ist Berkshire Hathaway, die Investmentgesellschaft des US-Anlegergurus Warren Buffett, mit einem Anteil von knapp 10 %. Dahinter folgen die Hypothekenbanken Freddie Mac und Fannie Mae mit jeweils über 7 % sowie die Versicherungskonzerne Markel mit knapp 7 % und American International Group mit rund 5,5%. Die Branchengewichtung ist laut Walczack gegenüber der Einzelwertauswahl nebensächlich. Finanzwerte stellen aktuell mit knapp 70 % den weitaus größten Anteil, gefolgt von Unternehmen aus dem Segment Konsummassengüter mit 19 % sowie dem Bereich langlebige Konsumgüter mit 6 %. Für die kommenden Jahre erwartet Walczack nur noch einstellige Renditen an den US-Aktienmärkten, das Potenzial seines Fonds schätzt er aber höher ein: "Wir besitzen Aktien der 25 besten Unternehmen, die wir auf dem Markt finden konnten, und haben diese dank des pessimistischen Umfeldes zu attraktiven Preisen eingekauft."

Warburg US Diversified Fonds: Hälfte in Future-Kontrakte

Mit einem Zwölfmonats-Wertverlust von 9,01 % per Ende August rangiert der Warburg US Diversified Fonds von der Kapitalanlagegesellschaft Warburg Invest in der Tabelle auf dem zweiten Platz. Grohmann & Weinrauter, die den Fonds als externe Berater seit einem knappen Jahr betreuen, investieren eine Hälfte des Fondsvermögens in die 30 Werte des Dow Jones Industrial Average (DJIA). Die andere Hälfte geht in Future-Kontrakte für den S & P-500-Index: "Den S & P-500-Index mit Einzelwerten nachzubilden wäre ziemlich aufwändig, deswegen bilden wir ihn synthetisch nach", sagt Mitinhaber Thomas Grohmann.

Um auf die jeweiligen Börsentrends reagieren zu können, nennt Fondsberater Grohmann drei Steuerungselemente: " Neben dem Investitionsgrad beim DJIA und dem S & P-500-Index steuern wir das US-Dollar/Euro-Währungsrisiko, da der Fonds in Euro denominiert ist", sagt er. Momentan sei der Fonds nahezu voll investiert. Für den S & P-500-Index habe er auf steigende Kurse setzende Long-Futures erworben. Die für den DJIA reservierte Hälfte des Fondsvermögens sei voll in Aktien angelegt. Falls Grohmann & Weinrauter einen Abwärtstrend sehen, schichten sie ihren Angaben zufolge den S & P-500-Anteil in Barmittel um und sichern den DJIA-Anteil ab, indem sie entsprechende Futures-Kontrakte verkaufen. Mit wieder steigenden Kursen erfolge dann analog eine schrittweise Anhebung des Investitionsgrades.

Die DJIA-Hälfte des Fonds wird laut Grohmann sofort angepasst, sobald Dow Jones die Zusammensetzung des DJIA verändert. "Genau genommen ist der DJIA kein Index, sondern nur ein Durchschnittskurs der 30 ausgewählten Titel", sagt Grohmann. Da er einfach konstruiert und kein kapitalgewichteter Index wie etwa der Dax 30 oder der S & P 500 sei, falle seine Nachbildung leicht. Es komme darauf an, immer die gleiche Aktienstückzahl aller darin enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Beim S & P 500-Teil des Fonds seien Anpassungen nicht nötig, da man über Index-Futures investiert sei.

Aktuell größter Einzelwert ist den Angaben zufolge mit 3M ein Chemietitel aus dem Dow Jones Industrial Average; sein Anteil am Fondsvermögen beträgt rund 5,6 %. Dahinter folgen Procter & Gamble mit 4 %, IBM mit 3,4 %, United Technologies mit 2,6 % und Johnson & Johnson mit 2,4 %. Die am stärksten im Fonds vertretene Branche sind Handels- und Konsumwerte mit knapp 16 % vor Mischkonzernen mit gut 8 %.

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