Wertentwicklungsanalyse der US-Aktienfonds für Standardwerte
Vontobel wandelt auf Buffetts Spuren

Versicherungsaktien bleiben im laufenden Jahr die Favoriten an der Wall Street. Diese Meinung vertreten einige der erfolgreichsten Strategen an den amerikanischen Börsen. Trotz eher trüben Marktklimas erwirtschafteten die Top-Manager im vergangenen Jahr hohe zweistellige Renditen.

HB/vwd FRANKFURT/M. Starkes Engagement bei Finanzwerten und der Verzicht auf Technologietitel: ein Erfolgsrezept für Ed Walczak, Manager des Vontobel Fund-US Value Equity. Das Produkt des schweizerischen Hauses Vontobel führt die Fonds-Bilanz 2000 der US-Aktienfonds für Standardwerte dank eines Wertgewinns von 49,22 % mit großem Vorsprung an. Sogar im krisengeschüttelten Börsenmonat Dezember erzielte der Fonds noch einen Wertzuwachs von 4,50 %.

Nach Einschätzung von Walczak gibt es für das gute Abschneiden des Portfolios mehrere Gründe: "Zum einen haben wir Versicherungen und auch staatliche Kreditanstalten wie Freddie Mac mit 8 % oder Fannie Mae mit über 7 % Depotanteil hoch gewichtet; zum anderen haben wir uns aus dem Sektor Technologie, Medien, Telekommunikation vollkommen ferngehalten." Insgesamt steckten über 38 % der Fondsgelder in Versicherungstiteln, weitere 31 % in Finanzwerten. Top-Wert mit fast 13 % Fondsanteil sei die Aktie der Investmentholding Berkshire Hathaway. Das Unternehmen des berühmten US-Investors Warren Buffet besitzt eine Reihe von Firmenbeteiligungen und ist unter anderem Besitzer von Versicherungsunternehmen.

Auch in seinem Management-Ansatz richtet sich Edwin Walczak ganz nach der Value-Strategie seines Vorbildes Buffet. Dieser kauft in Zeiten mit schlechter Börsenstimmung zu niedrigen Preisen und erwirbt nur Aktien, von deren Unternehmen er überzeugt ist. Dabei achtet Buffet auch auf Konkurrenten und wichtige Einflussfaktoren sowie deren Wirkungsweise, beispielsweise eine hohe Eigenkapitalrendite, geringe Verschuldung, kontinuierliche Gewinne und eine starke Marktstellung.

Ed Walczak genießt die McDonalds-Aktie

Für Vontobel-Manager Walczak heißt das folglich, dass sich seine Aktienanalyse auf eine ausgewählte Gruppe von Unternehmen begrenzt, die gewisse Eigenschaften gemeinsam haben: "Sie sollten Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die nicht aus der Mode kommen und eine dominante Marktposition innehaben. Außerdem sollte die Firma ein aktionärsfreundliches Management aufweisen." Einer seiner Favoriten ist die Schnellrestaurant-Kette McDonalds mit 3 % Fondsanteil.

Das Management mit dem Value-Ansatz konzentriere außerdem die Investitionen auf attraktiv bewertete Unternehmen und auf Gewinn abwerfende Titel mit guten Wachstumschancen.

Vom Technologiesektor hält sich Walczak weiterhin fern: "Auf diesem Gebiet gibt es zu viel Regulierung und rapide Wechsel - die Gewinner der Zukunft sind schlecht zu prognostizieren." Außerdem dürfe man die sich häufenden Gewinnwarnungen der Branche nicht außer Acht lassen. Generell warnt der Experte vor überzogenen Börsenerwartungen: Einstellige Renditen seien in diesem Jahr eher realistisch.

Auch der US-Fonds der Luxemburger Anlagegesellschaft Scontinvest zählt die Titel aus dem Finanzsektor zu den Favoriten, verzichtet jedoch nicht gänzlich auf Technologiewerte. Mit dieser Strategie fuhr der Scontinvest-North America Equity im vergangenen Jahr einen Wertzuwachs von 37,52 % ein. Unter den Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Nordamerika erreichte der Fonds damit Platz drei. Ähnlich wie der Vontobel-Fonds war auch das US-Portfolio des Scontinvest-Teams im Monat Dezember einer der wenigen Fonds, die deutlich im Plus lagen.

Das Fondsmanagement investiert nach eigenen Angaben in Aktien von erstklassigen amerikanischen Unternehmen. Dazu zählen nach Einschätzung des Scontinvest-Teams vor allem Titel aus dem Bereich Banken/Versicherungen, der mit 25 % im Portfolio vertreten sei. Trotz der Krise im TMT-Sektor setzen die Experten aber auch weiter auf Computer und Informationstechnologie: Die Branche ist mit 21 % im Fonds ebenfalls herausragend positioniert; ein Schwergewicht ist IBM mit über 9 %. Top-Titel bleibt mit 9,4 % Depotanteil General Motors. Das Scontinvest-Team schätzt die Aussichten des Marktführers trotz der Schwierigkeiten im US-Automobilmarkt optimistisch ein.

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